Das neue Moto G (3. Gen) im Test

Peter Mußler 26. August 2015 1 Kommentar(e)
Das neue Moto G (3. Gen) im Test Androidmag.de 4 4 Sterne

Das Moto G ist für Motorola eine Erfolgsgeschichte. Die gilt es natürlich weiterzuschreiben. Im dritten Kapitel müssen deswegen wieder die Leistungen steigen ohne den Preis zu treiben. Geschafft? Wir schauen uns alle Seiten genau an. 

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Demophonie 3.0

Motorola Moto G 3. Generation

Willy Brandt hat den berühmten Satz gesagt: „Wir wollen mehr Demokratie wagen.“ Motorola hat sich Selbiges auch gedacht und aus seinem Top-Modell Moto X ein Massenmodell abgeleitet, das die Grundbedürfnisse des gemeinen Smartphone-Users befriedigt, vielleicht noch ein bisschen mehr, und „reasonably priced“ für die meisten leistbar ist. Gedacht, getan und der schwupps war das meistverkaufte Gerät des Unternehmens geboren, das Moto G der ersten Generation, quasi der Volkswagen der Handys, der Käfer der Kommunikation.

Nicht einmal zwei Jahre später ist die dritte Auflage des Smartphones für alle auf dem Markt (die Halbwertszeit ist deutlich kürzer als seinerzeit beim Beetle 1st Gen.), seine Entwicklung wirkt dennoch beschaulich. Riesenschritte beim Design hat es zumindet nicht gegeben. Auffallend ist die neue Oberfläche auf der Rückseite. Rillen erzeugen einen hohen Ton, wenn der Fingernagel darüber gezogen wird, und einen gewissen Outdoor-Charme. Dicke Schmierer wie beim Vorgänger gibt es nicht mehr, aber immer noch Kratzspuren. Außerdem werden Staubpartikel und Kleinstkrümel des Redaktionsschreibtisches geradezu aufgesogen. Nicht so gut.Dafür stimuliert das Material Handfläche angenehm. Und: Das Gehäuse ist bei gewissenhafter Fixierung des abnehmbaren Deckels sogar wasserdicht, obwohl die Slots darunter nicht extra abgedichtet sind. 30 Minuten bei einem Meter Wassersäule dürften keine Schäden hinterlassen. Der Akku ist dafür – verständlicherweise – nicht wechselbar.

Manche mögen‘s bunt. Wer direkt bei Motorola über den moto maker bestellt, kann sich das Moto G sehr farbenfroh einrichten.

Manche mögen‘s bunt. Wer direkt bei Motorola über den moto maker bestellt, kann sich das Moto G sehr farbenfroh einrichten.

180 Farbvarianten

Bisher dem Moto X vorbehalten war die Möglichkeit, das Gerät zu individualisieren. Jetzt ist auch das Moto G dran. Zu Schwarz und Weiß auf der Vorderseite gesellen sich die Wahlmöglichkeiten unter neun Farben für den Rücken und sogar zehn für den Kamerasteg, der dann als hübscher Kontrastfleck dient. Möglich macht‘s der Moto Maker auf der Hersteller-Webseite. Sogar eine Gravur ist drin.

Ebenfalls anpassen kann man den internen Speicher, gegen 30 Euro mehr gibt‘s 16 statt 8 Gigabyte und in manchen Ländern sogar zwei GB RAM. Wir müssen uns mit einem begnügen, der mit dem Snapdragon 410 mit vier Kernen zu je 1,4 GHz nur Leistungswerte im untersten Mittelfeld erzielt. Die GPU spielt eher in der Unterliga, die Browser-Testwerte dagegen erfreuen. Generell wird wenig Rechenpower den typischen Moto G-Kunden nicht grämen, er setzt auf hohe Alltagstauglichkeit. Da kommt nicht besonders energieintensive Hardware gerade recht, zumal kein allzu großer Akku für Rückendeckung sorgt, der aber im Vergleich zur 2nd Gen. deutlich gewachsen ist.

Kaum zu glauben, aber wahr. Das geriffelte Cover erst macht das Gerät wasserdicht. Schmutzpartikel kuscheln dort aber gerne.

Kaum zu glauben, aber wahr. Das geriffelte Cover erst macht das Gerät wasserdicht. Schmutzpartikel kuscheln dort aber gerne.

Weniger ist mehr

Besonders viel Saft schluckt bekanntlich das Display. Die 5-Zoll-Scheibe gehört per se nicht zu den sparsamsten, da kommt es aber gerade recht, dass sie nicht allzu hoch auflöst und nur eine Pixeldichte von 294 ppi bietet. Dafür ist die Helligkeit mehr als befriedigend, weshalb wir vier Punkte geben.

Wo weniger auch mehr sein kann, ist das Thema vorinstallierte Apps. Das Moto G kommt mit Android 5.1.1 und nur mit einer handvoll Anwendungen, die iin erster Linie aus Google-Diensten besteht. Das ist eine Seltenheit und umso erfreulicher.

Erwachsene Kamera

Verwundert hat die Fotofunktion: Mit 13 MP (mehr sind auf kleinen Smartphone-Chips momentan fast zu viel) und einer offenen Blende (f/2,0) ist die Hardware schon recht üppig und auch die Resultate überzeugen. Besonders aber die ultraschnelle Auslösung durch Fingertipp ins Bild machen einen staunen. Für Selbstporträts stehen nun fünf statt zwei Megapixel an Auflösung zur Verfügung.

Shake it, baby! Beim neuesten Moto G kann man durch Schütteln sowohl Kamera als auch Taschenlampe aus dem Standby aktivieren.

Shake it, baby! Beim neuesten Moto G kann man durch Schütteln sowohl Kamera als auch Taschenlampe aus dem Standby aktivieren.

Fazit

Das Moto G ist in der dritten Generation wieder ein bisschen gereift und besser geworden. Echte Sprünge bei der Rechenpower gab es nicht, die optionalen 16 GB Speicher sollten vor allem auch wegen der nun deutlich leistungsfähigeren Kamera eigentlich Standardprogramm sein. Das Display geht auch ohne Fortentwicklung in Ordnung und die Unempfindlichkeit gegen Wasser sowie die LTE-Fähigkeit gefallen sowieso. Fallen müsste jetzt noch der Preis – auf das Einstiegsniveau des Vorgängers.

daumen_hoch
Blitzschnelle Kamera
Wasserdichtes Gehäuse

 

daumen_runter

Eher schwache Recheneinheit
Geringe Displayauflösung

 

Motorola Moto G 3. Generation Smartphone (12,7 cm (5 Zoll) Touchscreen-Display, 8 GB Speicher, Android 5.1.1) schwarz

Price: EUR 123,90

3.9 von 5 Sternen (567 customer reviews)

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Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 123,90
 
Android
5.1.1
5,0"
1280x720
Gewicht
155 g
13 MP
5 MP
Kamera
8 GB
32 GB
Speicher
1 GB
RAM
4x
1,4 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK WLAN (a,b,g,n) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 142,1x72,4x11,6 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 4 Sterne
Speed: 3 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 4 Sterne
Haptik: 4 Sterne
Kamera: 4 Sterne
Leistung:
23122
 
Grafik:
267
 
Browser:
2079
 
Akku:
494
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 31/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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