Smarter Heizen: Steuersystem der Heizung für ihr Smartphone

Martin Reitbauer 18. Oktober 2015 0 Kommentar(e)

Die kalte Jahreszeit naht – aber noch ist genug Zeit, um das Heim digital aufzurüsten und der drohenden Kälte mit vernetzten Thermostaten, Sensoren und Apps zu Leibe zu rücken. Wir haben uns drei beliebte Systeme zur Heizungssteuerung angesehen.

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Energiekosten sparen, die Umwelt schonen und dabei auch noch komfortabler Wohnen – das ­versprechen die Anbieter von smarten Heizungssteuerungen dem Käufer. Und tatsächlich: Wer bei seiner herkömmlichen Heizung nicht gerne an Rädchen und Stellschrauben dreht, sondern sie im Oktober ein- und im April wieder ausschaltet, kann sich mit einer Smarthome-Heizungssteuerung einiges an Geld und dem Planeten eine große Menge Treibhausgas ersparen.

So funktioniert die Steuerung

Die meisten Systeme sind ähnlich aufgebaut und bestehen aus einer zentralen Einheit (oft „Gateway“, „Basis“ oder schlicht „Zentrale“ genannt), die per Funk mit Thermostaten, Heizungsventilen und ­anderen ­Sensoren kommuniziert. Diese Zentrale ist per WLAN oder Netzwerkkabel ans ­Internet angebunden und klinkt sich in ein Cloud-Service des Herstellers ein. Der Nutzer braucht sich nur noch einzuloggen (per App am Smartphone oder über ein Web-Portal des Anbieters) und kann von hier die Temperatur in den einzelnen Räumen anzeigen, die gewünschte Nachtabsenkung einstellen oder die Wohnung von unterwegs vorheizen, damit es schon bei der Ankunft kuschelig warm ist. Manche Systeme (wie z.B. tado) erkennen von selbst, wenn der Bewohner das Haus verlässt und regeln die Heizung auf einen eingestellten Wert herunter.

Einfache Installation

Die Einrichtung ist meist auch für Laien machbar – der einzige Eingriff ins Heizungssystem ist oft das Tauschen der Thermostatköpfe an den Heizkörpern. Dazu liefern die Anbieter Adapter für verschiedene Ventiltypen. Wer kein Bastler ist, sollte bei der Anschaffung darauf achten, nur Komponenten eines Herstellers zu kaufen. Zwar gibt es übergreifende Standards in der Funktechnik von Sensoren und Ventilen, doch Funktionsgarantie gibt es bei Mischkäufen keine.

 

Drei Smarte Steuersysteme für die Heizung

Für Fritz!Box-Besitzer

Fritz!Box + Eurotronic Comet DECT

 

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Wer eine DECT-fähige Fritz!Box wie etwa die aktuelle 7490 sein Eigen nennt, hat schon die halbe Miete der Heizungssteuerung bezahlt – Hersteller AVM hat seine Router schon vor längerem mit dem DECT-ULE-Funkstandard aufgerüstet, der Smarthome-Anwendungen (wie ferngesteuerte Steckdosen) möglich macht. Dazu kommt nun auch ein smarter Heizungsregler des deutschen Drittherstellers Eurotronic: Der „Comet DECT“ ist speziell für die Fritz!Box gemacht. Er ersetzt den Thermostatkopf am Heizkörper, die Temperatur im jeweiligen Raum lässt sich über die Fritz!OS-Oberfläche oder die entsprechende Smartphone-App auch unterwegs festlegen. Dabei können für die Temperatur auch Heizpläne nach Wochentag eingegeben werden – der Nutzer stellt eine Komfort- und eine Spartemperatur ein, die zum gewünschten Zeitpunkt automatisch erreicht wird.

Preis: EUR 59,90
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Der Alleskönner

MAX! Heizungssteuerung

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Auch diese Heizungssteuerung kommt aus Deutschland, konkret von der eQ-3 AG. Das System besteht ganz klassisch aus einer mit dem Internet verbundenen Zentrale („Max! Cube“), per Funk angesteuerten Heizkörperreglern (die auf alle gängigen Ventile passen) und optionalen Fenster-Kontakten, die erkennen und melden, wenn ein Fenster offen ist – damit die Heizung nicht unnötig läuft. Die Einrichtung und Steuerung der Heizung erfolgt über das Web-Portal des Herstellers oder über eine App, die für Android und iOS verfügbar ist. Zusätzlich ist ein Funk-Raumthermostat erhältlich, an dem die Temperatur auch ohne Smartphone und App eingestellt werden kann. Eine nette Dreingabe: Der Max! Cube kann mittels Funk-Zwischensteckern auch elektrische Verbraucher – z.B. Lampen – per App oder nach Zeitplan schalten.

Preis: EUR 79,90 (MAX! Einsteiger-Set: 1x Cube + 1x Heizkörperthermostat)
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Heizt, wenn Sie zuhause sind

tado

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Die smarten Raumthermostate des Münchner Herstellers tado sind laut Hersteller mit 95% der Heizungssysteme kompatibel – am besten eignen sie sich aber für Wohnungen, in denen die Temperatur zentral gesteuert wird. Der Grund: Anders als bei typischen Steuersystemen kommt hier nur ein einziges Raumthermostat zum Einsatz, welches den bestehenden Temperaturregler ersetzt. Das hübsche, vernetzte Thermostat von tado können Sie entweder für 9,99 Euro monatlich mieten oder für 249 Euro kaufen. Einmal installiert, erkennt tado automatisch, ob der oder die Bewohner anwesend sind und regelt die Temperatur entsprechend. Hat morgens der letzte Nutzer das Haus verlassen, wird auf Sparflamme geschaltet. Macht sich ein Bewohner auf den Weg nach Hause, heizt tado die Wohnung schon mal vor. Das funktioniert freilich nur, wenn alle Bewohner die tado-App auf ihrem Smartphone installiert haben und eingeloggt sind. Für die IFA hat der Hersteller Thermostate für einzelne Heizkörper sowie eines für Fußbodenheizungen angekündigt.

Preis: EUR 249,- / EUR 9,99 pro Monat
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Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsächlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschäftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit für einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

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