Das Alcatel Onetouch Idol 3 im Android Magazin-Test

Peter Mußler 24. Mai 2015 0 Kommentar(e)
Das Alcatel Onetouch Idol 3 im Android Magazin-Test Androidmag.de 4 4 Sterne

Mit dem Idol 3 bläst Alcatel Onetouch zum Angriff auf etablierte Premium-­Bastionen. Die Waffe: ähnliche Ausstattung zum halben Preis. Ob das wirklich möglich ist, testen wir an der Kompaktvariante Idol 3 4.7.

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Die neue Business Class

beim Billig-Flieger.

Alcatel Onetouch ist eine Marke, die vor über zehn Jahren aus einem Joint Venture des französischen Traditionsunternehmens Alcatel mit dem chinesischen Hersteller TCL hervorgegangen ist. Im allgemeinen Aufwind der Marken aus dem Reich der Mitte will sich nun auch Alcatel Onetouch emporschwingen, um in der dünnen Höhenluft mit Donnervögeln wie Samsung, HTC und LG zu fliegen. Damit der steife Jetstream keine Turbulenzen und am Ende noch eine Bruchlandung verursacht, setzt der Hersteller vor allem mit dem Modell Idol 3 in der großen Version (5.5) auf eine in ihrer Konsequenz noch nie dagewesene Niedrig-Preis-Strategie: Volle Ausstattung, halber Preis. Wir testen die handliche Ausgabe des Preisbrechers mit 4,7 Zoll.

Auf dem grauen Rücken ist sehr viel Schrift untergebracht.  Da könnte man mit ein wenig mehr Sparsamkeit ein deutliches Mehr an Wert erzielen.

Auf dem grauen Rücken ist sehr viel Schrift untergebracht.
Da könnte man mit ein wenig mehr Sparsamkeit ein deutliches Mehr an Wert erzielen.

Strikter Leichtbau

Nimmt man das kleine Idol 3 in die Hand, fühlt sich der Arm noch mehr unterfordert als das Auge es beim Betrachten des Geräts schon anzeigte: 110 Gramm sind soviel wie ein übergewichtiger Lufthauch. Da ändern auch die nur 4,7 Zoll Display-Diagonale nichts. Grund ist die konsequente Verweigerung von Metall bei ­Rahmen als auch Gehäuse. Der Rücken besteht aus Plastik, das wie gebürstetes Aluminium wirkt, der Rahmen aus Plastik im Chrom-Look. Dennoch wirkt das Exterieur nicht billig. Auch die mit 13 MP sehr hochauflösende Kamera, die brauchbare Bilder macht, steht nicht unschön ­hervor. Das Display strahlt erfreulich hell und die Pixeldichte von 312 ppi lässt Bildpunkte nur für ­Adleraugen erkennen. Beim Full HD-Schirm des Idol 3  5.5 liegt sie mit 401 ppi sogar jenseits der Wahrnehmungsgrenze.

Des Einen Leid, des andern Freud: Die Aktivierungstaste oben links ist für das Gros der Menschheit schlechter zu erreichen, für Linkshänder aber praktisch angeordnet.

Des Einen Leid, des andern Freud: Die Aktivierungstaste oben links ist für das Gros der Menschheit schlechter zu erreichen, für Linkshänder aber praktisch angeordnet.

Korrekter Kopfstand

Das Display der Idol 3-Modelle lässt sich aber nicht nur betrachten, wenn es aufrecht steht oder quer liegt, sondern auch dann, wenn man um 180 Grad dreht, also gewissermaßen auf den Kopf stellt. Die Software macht das mit und dreht den Bildschirminhalt mittels eleganter ­Pirouette um die Längsachse, sodass die Smartphone-Welt nie Kopf steht. Das Gehäuse ist so gestaltet, dass die Drehungen – abgesehen vom Schriftzug hinten – nicht auffallen. Ober und unterhalb des Display ist jeweils der gleiche Lautsprecher und ein Mikrofon angebracht, es kann also auch beidseitig telefoniert werden.

Das imposante Wendemanöver des Bildschirms hat schon etwas Kunstvolles. Da es doch recht zügig vonstatten geht, ist es auch nicht leicht fotografisch festzuhalten.

Das imposante Wendemanöver des Bildschirms hat schon etwas Kunstvolles. Da es doch recht zügig vonstatten geht, ist es auch nicht leicht fotografisch festzuhalten.

Ein bisschen Raumklang

Ganz nebenbei entsteht durch den Abstand zwischen den Miniboxen auch eine Art Raumklang – und einen Raum können die leistungsstarken Tongeneratoren schon füllen.

Zwischen Lautsprechern, Display und Kunststoffrücken befinden sich die Komponenten, die ein Smartphone erst smart machen: Prozessor, RAM und Speicher: Hier wurde gegenüber dem großen Idol 3, das die Platzhirsche für kleines Geld verlegen machen soll, doch ein wenig zurückgefahren. Statt 8 Kernen gibt es nur 4, statt 2 nur 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher und statt 2.910 nur 2.000 mAh Akkukapazität. Der Speicher ist beim kompakten Idol 16 GB groß, einen microSD-Slot gibt es nur bei der Single-SIM-Variante (die dafür mit 8 GB internem Speicher auskommen muss). Die ­Performance liegt über dem Niveau des Samsung S5 Mini, aber unter dem des Sony Xperia Z3 ­compact – zwei Premium-Konkurrenten im Kompaktsegment.

Lollipop und Dual-SIM

Ausgeliefert wird das Idol 3 mit Android 5.0. Das wartet bei Alcatel mit angenehmen Schnellstart-Belegungen im Sperrbildschirm auf und erleichtert so den Zugriff auf wichtige Apps. Von Apps bekommt man übrigens werksseitig mehr als genug, ist also erst einmal mit Aufräumen beschäftigt. Für Ordnung im Business-Umgang sorgen dafür zwei Slots für zwei SIM-Karten.

Fazit

Viel Smartphone für wenig (nicht halbes) Geld ­­– das können wir unterschreiben. Ob der ­Premium-Vorstoß gelungen ist, wird aber erst ein Test des Idol 3 5.5 endgültig belegen können. Das kleine Flaggschiff ist jedenfalls schick, leicht, handlich, gut und sicher die richtige Wahl für Nutzer mit großem Anspruch und kleiner Börse.

daumen_hoch
Sehr kleiner Preis
Starke Stereo-Lautsprecher

 

daumen_runter

Empfindliches Material auf der Rückseite

 

Aktueller Preis auf Amazon:
Price Not Found
 
Android
5.0
4,7"
1280x720
Gewicht
110 g
13 MP
5 MP
Kamera
16 GB
64 GB
Speicher
1.5 GB
RAM
4x
1,2 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,g,b,n) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 134,6x65,9x7,6 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 4 Sterne
Speed: 3 Sterne
Akku: 3 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 4 Sterne
Haptik: 4 Sterne
Kamera: 4 Sterne
Leistung:
22083
 
Grafik:
291
 
Browser:
1844
 
Akku:
426
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 30/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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