Das Sony Xperia Z5 Compact im Test

Peter Mußler 2. Oktober 2015 1 Kommentar(e)
Das Sony Xperia Z5 Compact im Test Androidmag.de 4 4 Sterne

Bei Sony war es schon immer so: Wo klein dransteht, ist auch klein gemeint und nicht gleichzeitig auch schwach. Mit dem neuen Kompaktmodell Xperia Z5 Compact bleibt man dankenswerterweise dieser Linie treu.

z5-compact

 

Mit der Einleitung haben wir die Katze quasi schon aus dem Sack gelassen: Das Z5 ist ein echtes Flaggschiff-Gerät (der Buchstabe Z steht bei Sony traditionell für die erste Produktreihe) – nur ist es eben für zartere Hände und die enge Hosentasche gemacht.

Kommen wir deshalb gleich auf die wahre Größe, nämlich die innere, zu sprechen: Der Snapdragon 810 mit 4 x 2 und 4 x 1,5 GHz erzielt im kompakten Z5 deutlich bessere Leistungswerte als in anderen Geräten und katapultiert sich somit aufs Speed-Treppchen – direkt hinter die S6-Modelle von Samsung. Das gelingt trotz eines verkleinerten RAMs mit nur zwei GB. Kompensiert wird diese Schwäche auf dem Papier wohl durch das größenbedingt geringer auflösende Display, das die Recheneinheit weniger beschäftigt. Mehr als nur eine Randnotiz sollte das bekannte Problem der Wärmeentwicklung bei Geräten mit dem großen Snapdragon sein: Beim Z5 scheint es, als habe man diese in Griff bekommen: Wir haben uns nicht einmal annähernd die Finger verbrannt.

Old School-Gehäuse

Finger und Temperatur sind das Stichwort. Ein Grund für die bessere Wärmeentwicklung bzw. -ableitung könnte in der Gehäuseform liegen. Mit 8,9 Millimetern ist das Z5 Compact gegen den Slimline-Trend gebaut, der dem Innenleben oft ein zu enges Korsett anzulegen scheint. Trotzdem liegt das Gerät gut in der Hand, was natürlich vornehmlich an der geringen Breite und Höhe liegt. Die Materialien (ein mattierter Kunststoffrahmen und Milchglas hinten) sind fettabweisend, was es den Fingern schwer machen soll, Abdrücke zu hinterlassen. Das Display-Glas ist hiervon offensichtlich ausgenommen. Die von Sony bekannte IP68-Widerstandsklasse (wasser- und staubdicht) hat auch beim Z5 Compact Bestand, wenngleich die Spaltmaße nicht für eine Verarbeitung auf Höchstniveau sprechen. Ungewohnt ist die Schalterpositionierung: Die Kamera-Taste sitzt naturgemäß unten rechts, sodass im Querformat gut mit dem rechten Zeigefinger ausgelöst werden kann. Darüber ist die Volumen-Wippe angebracht, und das ist definitiv zu tief. Lautstärke-Justierungen sind nur umständlich zu bewerkstelligen.

Aus dieser Perspektive werden die fast 9 Millimeter Stärke deutlich. Unter der Abdeckung auf der linken Seite liegen die beiden Slots.

Aus dieser Perspektive werden die fast 9 Millimeter Stärke deutlich. Unter der Abdeckung auf der linken Seite liegen die beiden Slots.

 

Fingerprint-Einschalttaste

Wenig über der Mitte sitzt die Einschalttaste, die mit dem Z5 Compact erstmals mit Fingerprintsensor versehen wurde. Der liegt damit nicht nur gut, sondern funktioniert auch perfekt. Noch schöner wäre, wenn die Bildschirmaktivierung ohne vorheriges Drücken, also direkt aus dem Black Screen, per Fingerabdruck erfolgen würde. Das Display selbst überzeugt, auch wenn es nicht zu viele Bildpunkte bieten kann. Die HD-Auflösung sorgt bei nur 4,6 Zoll Diagonale für eine ausreichende Pixeldichte von 323 ppi. Die Helligkeitsmessung des IPS-Panels ergab sehr hohe Werte, dennoch wirkt es weniger kräftig als ein AMOLED-Modul.

Auf der anderen Seite wartet das Gegenstück zum Display, die Kamera. Hier hat Sony noch einmal zugelegt und dem Z5 Compact eine 23-MP-Kamera eingepflanzt, nach eigenen Worten „die weltweit beste Kamera in einem Smartphone“. Wir meinen, dass hier etwas zu dick aufgetragen wurde. Zumindest ist das Ergebnis nach dem Software-Fleischwolf bei weitem nicht so überzeugend wie bei Samsungs Top-Phones: Vor allem die Randbereiche wirken matschig, aber auch dazwischen weist viel auf starkes Digital-Make-Up hin. Das könnte man besser machen.

Eines des Kabinettstückchen des Z5 Compact ist der integrierte Fingerprintscanner. Weniger schön: die Volumenwippe darunter.

Eines des Kabinettstückchen des Z5 Compact ist der integrierte Fingerprintscanner. Weniger schön: die Volumenwippe darunter.

 

Quick Charge und viele Apps

Ansonsten wartet das kleine Z5 mit 32 GB internem Speicher auf, der sich auf 200 GB erweitern lässt, WLAN ac, Lollipop 5.1.1 und einem Fix-Akku mit einer Größe von guten 2.700 mAh, der sich obendrein dank Quick Charge 2.0 innerhalb von 30 Minuten auf 60% befüllen lässt. Vielleicht nicht für jeden so schön sind die zahlreich vorinstallierten Apps, die viel Speicherplatz vorbesetzen.

Das kompakte Maß kommt der Phablet-strapazierten Hand beinahe schon wie ein Kinderspielzeug vor.

Das kompakte Maß kommt der Phablet-strapazierten Hand beinahe schon wie ein Kinderspielzeug vor.

 

Fazit

Das Xperia Z5 Compact ist prinzipiell ein Telefon, wie es sich jeder Freund von handlichen Geräten für die enge Jeans wünscht: Schnell, gut ausgestattet, nicht extravagant im Design. Wenn man von Schwachstellen reden wollte, dann wäre unerwarteterweise die Kamera zu nennen und die unglückliche Positionierung des Volumenreglers. Ansonsten ganz ein Großer, das Kleine.

 

daumen_hoch
Überlegene Rechenleistung
Perfekt integrierter Fingerprintscanner

 

daumen_runter


Ungünstige Position des Volumenreglers
Kamera mit Pixel-Overkill

 

Sony Xperia Z5 Compact Smartphone (4,6 Zoll (11,7 cm) Touch-Display, 32 GB interner Speicher, Android 5.1) schwarz

Price: EUR 399,00

3.7 von 5 Sternen (280 customer reviews)

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Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 379,99
 
Android
5.1
4,6"
1280x720
Gewicht
138 g
23,0 MP
5,3 MP
Kamera
32 GB
200 GB
Speicher
2 GB
RAM
4x
2,0 / 1,5 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n,ac) OK Bluetooth 4.1
Abmessungen: : 127x65x8,9 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 4 Sterne
Speed: 5 Sterne
Akku: 5 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 5 Sterne
Design: 4 Sterne
Haptik: 4 Sterne
Kamera: 4 Sterne
Leistung:
59533
 
Grafik:
3120
 
Browser:
4737
 
Akku:
587
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 35/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.