Dünn, dünner, Xperia Z4 Tablet: Sonys neues Gerät im Test

Martin Reitbauer 21. Juli 2015 2 Kommentar(e)
Dünn, dünner, Xperia Z4 Tablet: Sonys neues Gerät im Test Androidmag.de 5 5 Sterne

Das neue 10-Zoll-­Tablet von Sony ist noch flacher und leichter als sein Vorgänger. Dabei hat es mehr Power, ein höher auflösendes Display und einen schmäleren Rahmen. Ist das Z4 Tablet der neue Frontrunner?

z4_tablet_main

 

Das Gesamtpaket

in kompaktem Design.

Nach der Vorstellung des Z4 Tablet Anfang März geizte der Hersteller über Monate mit Testgeräten und auch der Verkaufsstart zögerte sich unüblich lange hinaus. Möglicherweise, so wird gemunkelt, ist dies auf Hitzeprobleme mit dem verbauten Qualcomm-Systemchip Snapdragon 810 zurückzuführen, die Sony vor dem Marktstart noch bereinigen wollte.

6,1 Millimeter und 389 Gramm - es gibt kein leichteres, dĂĽnneres 10 Zoll-Tablet als das Xperia Z4 Tablet. Der 3,5 mm Klinken-Anschluss hat gerade noch Platz.

6,1 Millimeter und 389 Gramm – es gibt kein leichteres, dĂĽnneres 10 Zoll-Tablet als das Xperia Z4 Tablet. Der 3,5 mm Klinken-Anschluss hat gerade noch Platz.

FlachgebĂĽgelt

War das Vorgängermodell schon flach, so ist das Z4 Tablet noch flacher. Mit 6,1 Millimetern ist es (wohl nicht zufällig) genau so dünn wie der systemfremde Tablet-Konkurrent iPad Air 2 und wiegt mit nur 393 Gramm sogar deutlich weniger als dieser. Letzteres ist durch die Materialwahl bedingt: Rückseitig verwendet Sony mattierten Kunststoff, nur der Rahmen besteht (bis auf die Ecken) aus Aluminium. Durch die griffige Textur der Rückseite hält sich das Gerät sehr angenehm und rutscht nicht zu leicht aus den Händen.

Wie nunmehr alle Sony-Geräte ist auch das Z4 Tablet gegen eindringendes Wasser und Staub geschĂĽtzt. Bei den letzten Modellen erkaufte sich der Nutzer die erhöhte Widerstandsfähigkeit mit einer fummeligen Ladeabdeckung. Nun hat es Sony aber geschafft, den USB-Port frei zu stellen und intern abzudichten – ein deutlicher Gewinn an Komfort.

Mehr Display, weniger Rand

Ein weiteres Manko des Vorgängermodells Z2 ­Tablet waren die breiten Bildschirmränder auf der Ober- und Unterseite. Diese sind beim Z4 ­Tablet auf ein angenehmes MaĂź geschrumpft. Das Display selbst wurde auf 2560×1600 Pixel (also mehr als QHD-Auflösung) aufgerĂĽstet, die Pixeldichte steigt damit auf 299 ppi – fĂĽr einen 10- Zöller ein ausgezeichneter Wert (zum Vergleich: Galaxy Tab S 10.5: 288 ppi, Nexus 9: 288 ppi , iPad Air 2: 264 ppi). Zudem ist der Bildschirm mit durchschnittlich 441 cd/m² sehr hell – auch in diesem Punkt setzt sich das Tablet knapp vor seine aktuellen Konkurrenten.

Die Stero-Lautsprecher an der Front verstecken sich hinter schmalen Schlitzen. Satte Bässe darf man nicht erwarten aber zum Serien ansehen reicht die Klangqualität allemal.

Die Stero-Lautsprecher an der Front verstecken sich hinter schmalen Schlitzen. Satte Bässe darf man nicht erwarten aber zum Serien ansehen reicht die Klangqualität allemal.

Der Prozessor – ein Hitzkopf

Wie eingangs schon angemerkt, setzt Sony beim Systemchip trotz der bekannten Hitzeprobleme auf den Snapdragon 810 von Qualcomm. Kurz nach dem Verkaufsstart erschien zwar ein darauf abzielendes Software-Update, dennoch hatte unser Testexemplar mit der Wärmeentwicklung des Prozessors zu kämpfen. Der Chip sorgte zwar für Höchstwerte im Benchmark-Test, nach längerer Maximalbelastung drosselte die CPU wegen der steigenden Temperatur aber die Leistung. Da dieses Szenario aber im Alltag selten (und der Leistungsabfall nicht dramatisch) ist, können wir trotzdem die Leistungsnote 5 vergeben.

Der Akku macht indes in jeder Situation eine gute Figur – wir konnten mit dem Z4 Tablet bei mittelhoher Helligkeit (200 cd) mehr als 7,5 Stunden Videos in FullHD streamen, bevor der Energiespeicher leer war. Die „bis zu 17 Stunden Video-Wiedergabe“, die der Hersteller verspricht, sind (wenn ĂĽberhaupt) aber wohl nur mit lokal gespeicherten Videos und minimaler Helligkeit möglich. Im typischen Tablet-Betrieb (also täglich 2-3 Stunden surfen, Videos ansehen, spielen) muss das Gerät nur alle paar Tage an den Stecker. Beim Aufladen enttäuschte das Z4 allerdings: Trotz Qualcomm Quickcharge 2.0-Zertifizierung brauchte es im Ladetest mit dem Original-Adapter von 0 bis 50% ganze 3,5 Stunden.

Bis zu 30 Minuten übersteht das Gerät im Süßwasser-Tauchbad. Und das, obwohl der USB-Anschluss nun ohne eingedichtete Abdeckung auskommt.

Bis zu 30 Minuten übersteht das Gerät im Süßwasser-Tauchbad. Und das, obwohl der USB-Anschluss nun ohne eingedichtete Abdeckung auskommt.

Was die Ausstattung angeht, so lässt das Z4 kaum Wünsche offen: Der Speicher beträgt 32 GB und lässt sich per microSD um bis zu 128 GB erweitern. NFC sowie WLan-ac sind an Bord und die Variante mit SIM-Karte (die 100 Euro extra kostet) funkt auch per LTE. Die frontseitigen Stereo-Lautsprecher liefern guten Ton. Als Zubehör ist eine per Bluetooth koppelbare Tastatur erhältlich.
Sonys Android-5.0-Oberfläche spart zwar nicht mit Bloatware und Herstellerdiensten (Musik, Filme, Fitness etc.), wartet aber mit etlichen nĂĽtzlichen Features auf – so bleibt etwa der Bildschirm immer an, wenn Sie das Gerät halten und verharrt durch die „intelligente Bildschirmdrehung“ im Hochformat, wenn Sie sich während des Lesens hinlegen.

Fazit

Sony bringt mit dem Z4 Tablet frischen Wind in den stagnierenden Tablet-Markt. Die ultraflache Form beeindruckt optisch sowie haptisch, das Display löst hoch auf und ist sehr hell, die Systemleistung ausgesprochen hoch. Unsere Tablet-Rangliste hat einen neuen Spitzenreiter.

daumen_hoch
Scharfes, sehr helles Display
Super leicht und flach
Kraftvolle Hardware

 

daumen_runter

Hoher Preis

 

 

Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 400,00
 
Android
5.0
10,1"
2560x1600
Gewicht
389 g
8,1 MP
5,1 MP
Kamera
32 GB
128 GB
Speicher
3 GB
RAM
8x
2,0/1,5 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK HDMI OK Audio OK GPS OK NFC OK WLAN (a,b,g,n,ac) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 254x167x6,1 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 5 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
57859
 
Grafik:
3106
 
Browser:
4882
 
Akku:
594
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 900
Gesamtwertung: 37/40
 

Gerätevergleich Rang 1

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen
pic_MR_klein

Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und ANDROID APPS sowie als Redakteur der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsächlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschäftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit für einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

Facebook Profil Google+ Profil