Lenovo Yoga Tablet 2 Pro 13.3 im Test: Klapp-Kino

Peter Mußler 12. September 2015 1 Kommentar(e)
Lenovo Yoga Tablet 2 Pro 13.3 im Test: Klapp-Kino Androidmag.de 4 4 Sterne

Ein Tablet im DIN-A4-Format ist aufgrund seiner wuchtigen Maße nicht für alle Zwecke geeignet – für andere dagegen umso mehr: Überall, wo die Anzeige im Vordergrund steht, punktet der Display-Riese. Und wenn er dann noch einen Beamer hat…

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Yoga assoziieren die meisten mit gesunder Körperhaltung, aber auch Entspannung, Wohlfühlen, Gymnstikmatten, vielleicht Klangschalen und auch Duftöl oder dem berühmten Sonnengruß. Ganz sicher nicht mit Technik, Video und Business-Kram, den das Kürzel Pro im weiteren Namen des hier getesteten Geräts verheißt. Das passt dann aber ganz gut zur Marketingstrategie, die Lenovo für seinen 13-Zoll-Riesen erdacht hat. In einem Imagevideo begleitet das große Tablet nämllich junge Menschen auf ihrem Roadtrip; wie in grauer Vorzeit einmal der Ghettoblaster ist dort dieses Allround-Entertainment-System unabdingbarer Bestandteil von Freizeit geworden. Und tatsächlich: Man kann fotografieren, Musik hören, Filme schauen, aber eben auch die flache Scheibe als Tor zu den Daten des weltweiten Informationsverbunds, genannt Internet nutzen. Doch schauen wir einmal ganz genau hin.

Wenn‘s arm-long sein darf, ist das große Yoga-Tablet das Richtige. Man sieht hier aber auch die breiten Randbereiche.

Wenn‘s arm-long sein darf, ist das große Yoga-Tablet das Richtige. Man sieht hier aber auch die breiten Randbereiche.

Solides Standbein

Zunächst einmal fällt natürlich der gigantische 16:9-Display mit 13,3 Zoll Bilddiagonale auf. Damit ist man mindestens auf mittlerem Laptop-Niveau. Drum herum gibt es viel Randflächen, auf die man natürlich gerne verzichten könnte. Eingefasst ist das Display-Glas von einem kratzempfindlichen Kunststoffrahmen, der leicht übersteht. Man bleibt also mit dem Fingernagel daran hängen, wenn man über die Scheibe fährt. Rückseitig wartet weniger schönes Plastik, das auch haptisch keinen guten Eindruck macht. Mit Metall glänzt dafür ein Alleinstellungsmerkmal des Geräts: der ausklappbare, frei verstellbare Standfuß. Damit kann man das Tablet sicher und wie einen Bildschirm aufstellen.

Im „Buchrücken“ befindet sich der kleine Projektor. Schwachpunkt ist der Schieberegler für die Schärfe; sie lässt sich nicht exakt justieren.

Im „Buchrücken“ befindet sich der kleine Projektor. Schwachpunkt ist der Schieberegler für die Schärfe; sie lässt sich nicht exakt justieren.

Das Tablet baumeln lassen

Doch nicht nur aufgestellt lässt sich das Display beschauen, sondern auch aufgehängt: Fast 180 Grad Klappwinkel bei der Halterung sind möglich, womit sich die große Scheibe über ein Loch im Alu-Fuß auch einfach an den Nagel hängen lässt. Das kann hier und da sehr praktisch sein.

Wem der Schirm dennoch zu klein sein sollte, kann die Anzeigefläche noch vergrößern. Wie das? Man glaubt es kaum, aber es gibt einen seitlich integrierten Beamer. Der bringt zwar bei Tageslicht und im Konferenzraum nicht viel, aber im Camping-Urlaub lassen sich bei Dunkelheit durchaus ein paar Videos oder die Bilder des Tages auf die Zeltwand projizieren. Das funktioniert erstaunlich gut bis zu stattlicher Fernsehgröße und auch ein bisschen darüber hinaus. Klarer Kritikpunkt: Die manuelle Schärferegelung erfolgt über einen schwergängigen Schiebe- und keinen Drehregler. Den optimalen Punkt zu finden, ist somit kein Leichtes. Für vollen kleinen Kino-Spaß sorgen außerdem das Surround-Soundsystem mit einem JBL-Subwoofer auf der Rück- und zwei Lautsprechern auf der Vorderseite, die für ausreichend Stimmung sorgen können.

Der Mini-Beamer in Aktion. Für ein genießbares Bild sollte es schon recht finster sein. Dann ist er aber durchaus zu gebrauchen.

Der Mini-Beamer in Aktion. Für ein genießbares Bild sollte es schon recht finster sein. Dann ist er aber durchaus zu gebrauchen.

Starke Hardware, altes Android

Die Basis für das Unterhaltungspaket bildet der vierkernige Intel Atom vom Typ Z3745 mit 1,33 GHz, der ein ausreichendes Feuerwerk im Leistungstest bereitet. Die 32 GB ROM sind mit einer privaten Videothek zwar schnell belegt, per SD-Karte steht aber noch einmal so viel Platz bereit. Für‘s schnelle Streamen sorgt ein LTE-Modul, im WLAN-Netz steht leider nur der Funkstandard n zur Verfügung. Anzeigenseitig glänzt ein IPS-QHD-Display (d.h. mehr Bildpunkte als der Full-HD-Fernseher im Wohnzimmer) mit satten Farben und guter Helligkeit, auf dem sich fast DIN-A4-Seiten in Originalgröße abilden lassen, was z.B. für Musiker sehr attraktiv sein kann. Für den stundenlangen Video-Spaß sorgt ein 9600-mAh-Akku, der für diese Größe nicht überdimensioniert ist.

Die Software dürfte jünger sein: Kurz vor Einführung von Android Marshmallow ist eine KitKat-Version schlicht nicht mehr zeitgemäß. Die mitgelieferten Apps spiegeln die Absicht der Ingenieure wieder: Entertainment ohne Ende. Dateien von und zu anderen Geräten lassen sich leicht überspielen, genauso wie aus und in die Cloud. Das Yoga 2 ist ein Player und zugleich Datenmanager.

Fazit

Dieses XL-Tablet ein Multimedia-Tool par excellence: Man kann darauf zeichnen, lesen, Filme schauen, gut surfen und Daten verwalten. Der Beamer ist mehr als eine Spielerei und selbst das Design ist unterhaltsam. Unklapplich!

daumen_hoch
Großes helles Display, integrierter Beamer
Gute Hardware, starker Sound

 

daumen_runter

Kein besonders hochwertiges Gehäuse
Betriebssystem veraltet 

 

Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 380,00
 
Android
5.0
4.4.2"
2560x1440
Gewicht
948 g
8 MP
1,6 MP
Kamera
32 GB
64 GB
Speicher
2 GB
RAM
4x
1,3 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK WLAN (a,b,g,n) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 333x223x23,2 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 4 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 5 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
34693
 
Grafik:
1030
 
Browser:
2915
 
Akku:
722
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 900
Gesamtwertung: 34/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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