Guide: Auch Das kann Ihre Handy-Kamera

10. November 2015 0 Kommentar(e)

Smartphone-Kameras sind ungemein praktisch. Wir tragen unser Gerät normalerweise immer bei uns und wenn sich eine Gelegenheit bietet, ein Foto zu machen, ist die digitale Knipse nicht weit entfernt. Es erscheint inzwischen allerdings auch recht töricht, die Kamera nur auf Schnappschüsse zu reduzieren. Dank vielfältiger Apps lassen sich daraus wahre Wunderdinge zaubern – jene, für die wir sehr viele Euro im Elektronikmarkt lassen würden, wären wir darauf beschränkt, reine Hardware-Lösungen erstehen zu müssen. Wir zeigen nachfolgend mal einige Nutzungsmög­lichkeiten, die sich dank zusätzlicher Apps ergeben. Spannend werden diese übrigens dann, wenn bereits einige ungenutzte ältere Smartphones in der Schublade eine Staubschicht ansetzen. Hier kommt nun deren „Second Life“.

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Dashcam

Wir fahren brav und ordentlich auf der Straße vor uns hin, plötzlich schert ein Überholer so dicht vor uns ein, dass es zu einem Auffahrunfall kommt. Zur Klärung der Schuldfrage wäre eine Dashcam geradezu göttlich. Also basteln wir uns eben eine.

Hardware

Natürlich benötigen wir etwas, womit wir das Handy an der Windschutzscheibe befestigen können. Zwei Streifen Packband sind hier wenig zielführend. Wer allerdings sein Handy auch als Navi nutzt, dürfte bereits bestens ausgestattet sein. Auch ein Ladegerät für den Zigarettenanzünder sollte auf der Einkaufsliste stehen. Nichts ist blöder, als wenn sich das Handy wegen eines schwachen Akkus genau zehn Sekunden vor dem Crash verabschiedet hat. So ausgestattet kann es bereits losgehen. Genug Speicher auf einer MicroSD-Karte setzen wir jetzt einfach mal voraus. Fehlt nur noch die passende App.

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AutoGuard Blackbox – Dash Cam

 

Unter den vielen möglichen Kandidaten im Play Store haben wir uns die App „AutoGuard Blackbox – Dash Cam“ ausgesucht. Dieser Kandidat ist vielseitig, zuverlässig und kann kostenlos heruntergeladen werden. Mit den Videos speichert die App auch die GPS-Daten, wodurch sich die Fahrtroute und das Geschehen vor und nach einem Unfall auch räumlich lückenlos zuordnen lässt. Gleichzeitig wird auch die aktuelle Geschwindigkeit ermittelt und darüber hinaus die zurückgelegte Strecke. Die App verfügt ferner über alle Funktionen, die wir vor jeder guten Dashcam erwarten. Warum also tief in die Tasche greifen. Aber Achtung: In einigen Ländern (z. B. Österreich) ist der Betrieb von Dashcams unter Strafe verboten.

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Baby Überwachungskamera

 

Mikroben-Alarm: Wenn wir wissen möchten, ob der Nachwuchs friedlich vor sich hin schlummert, können wir ihn gezielt überwachen. Ein ausgedientes Smartphone, eine App und ein zweites Handy zum Überwachen und fertig ist das Babyphon.

 

Kind-Gerät

Das Kind-Gerät sollte ohne SIM-Karte ausharren. Der Nachwuchs dürfte kaum in der Lage sein, eingehende Anrufe oder SMS sinnvoll zu beantworten, wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr ungehalten auf permanente Störungen reagieren. Diesem Gerät lassen wir dann die App „Dormi-Babyfon“ angedeihen und bringen sie sinnvoll im Kinderzimmer an. Bei der Befestigung dürfen sich Eltern nach Belieben kreativ austoben.

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Eltern-Gerät

Auch die Erzeuger installieren die gleiche App auf ihr Smartphone. Nun werden beide Geräte miteinander verbunden. Dank der Helfer an Bord von Dormi ist das in Kürze geschehen. Womöglich verfügt der Lieblings-Italiener oder das gemütliche Weinlokal zwei Häuser weiter über WLAN. Dann können gestresste Eltern auch mal bei einem guten Tröpfchen abschalten und haben den Filius immer noch im Auge. Und ein bereits ausgedientes Smartphone freut sich über eine neue Existenzberechtigung.

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Dokumenten Scanner

Das Smartphone als Scanner? Kein Witz: Das funktioniert wirklich und das auch noch erstaunlich gut. Apps hierfür gibt es ebenfalls zuhauf. Wir greifen hier zu der App vom Office-Experten Microsoft.

 

Office Lens

 

Das Kind hat auch einen Namen, nämlich „Office Lens“. Der Begriff „Scanner“ irritiert hierbei ein wenig, denn zunächst fotografieren wir das zu digitalisierende Dokument ab. Ein wenig Übung und manuelles Geschick ist hierbei durchaus vonnöten, denn ein optimaler Bildausschnitt sollte schon gefunden werden. Ist das Bild erst einmal im Kasten, respektive auf der SD-Karte ist der Rest ein Kinderspiel. Danach muss die Aufnahme als Scan optimiert werden und schon geht es ans Konvertieren.

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Formatfrage

Für die Konvertierung stehen eine ganze Reihe an Office-kompatiblen Formaten zur Verfügung. Auch als PDF-Datei lässt sich die fertige Aufnahme auf dem Gerät oder in der Cloud verewigen. Danach lassen sich die Ergebnisse wie übliche Scans öffnen, ausdrucken und beliebig weiterleiten. Die App ist kostenlos, allerdings ist für die Nutzung ein Microsoft-Konto erforderlich. Im Gegenzug steht ein umfassender Cloud-Speicher zu Verfügung, über den sich Dokumente nach Belieben austauschen lassen. Auch eine Texterkennung ist mit an Bord.

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Und noch mehr

Mit den links vorgestellten Möglichkeiten ist es noch lange nicht getan. Hier ein paar weitere Einsatzmöglichkeiten für Handy-Kameras – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Für Sternengucker

 

Wer bereit ist, 2,73 Euro für die App „Star Walk“ zu berappen, der lernt Augmented Reality hautnah kennen. Wir richten die Kamera einfach auf den Sternenhimmel und schon bekommen wir angezeigt, was wir da alles so sehen.

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Für Sicherheitsfanatiker

 

Wenn wir schon unsere Kinder überwachen können, dann geht das auch mit der ganzen Wohnung. Die App „Überwachung Spion-Kamera“ erfüllt diese Aufgabe vortrefflich und ist für exakt null Euro zu haben. Die Ergebnisse wissen dagegen durchaus zu überzeugen.

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Für Augenzeugen

 

Mit der App „Eye Witness“ lassen sich ungewöhnliche Geschehnisse aufzeichnen und rechtssicher etwa für die Polizei speichern. Mit Hilfe der Protokoll-Funktion erfassen wir unsere Eindrücke zeitnah vor Ort und können so den Ermittlungsbehörden wichtige Informationen aus erster Hand liefern.

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Für Nachtblinde

Seit Android 5.0 gibt es eine kleine Zusatzfunktion, die zwar nur indirekt mit der Kamera in Verbindung steht, aber äußerst nützlich ist. In der Schnellzugriffsleiste gibt es nämlich einen Button, mit dem wir den eingebauten LED-Blitz als Taschenlampe verwenden können.

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Geschäftsführer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spaß, dass er dafür sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft natürlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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