Guide: SIM-Karte zuschneiden: Dein Weg zur micro-SIM bzw. nano-SIM

Peter MuĂźler 1. September 2015 0 Kommentar(e)

Mit der Zeit sind die SIM-Karten immer ­kleiner geworden, da sie mit den Geräten schrumpfen mus­sten – manchmal aber nicht schnell ­genug. Wir helfen.

Form follows function. Nicht immer oder zumindest nicht ganz. Am Anfang war die SIM-Karte (SIM steht für ­subscriber identity module) groß wie eine Telefonkarte (falls sich daran noch jemand erinnert) und wurde trotz gigantischer Maße als Ganzes ins Mobiltelefon geschoben.

Recht schnell war – in erster Linie aus Design-Gründen – der Platz dafür natürlich zu schade und die Mini-SIM hielt Einzug in die Handys. Die Geräte hörten jedoch nicht auf, mit Raum zu knausern und in den Gehäusen wurde auch der Platz für die SIM-Karte immer weiter beschnitten. Das Resultat war die Micro-SIM, die 2010 eingeführt wurde und von Apple bzw. Nokia forciert wurde.
Als modernster Standard war ihr jedoch keine lange Haltbarkeit beschert, denn bereits 2012 ging wiederum Apple zur nächsten Verkleinerungsstufe über, der Nano-SIM. Diesen Wechsel haben aber noch nicht alle Hersteller für alle Modelle vollzogen, in manchen Dual-­SIM-Geräten koexistieren gar zwei Größen.

Um bei der Anschaffung eines neuen Geräts mit Mini- statt Micro-SIM keine neue Karte vom Provider anfordern zu müssen, kann ein kleiner Scherenschnitt hilfreich sein. Wir liefern die passende Bastelanleitung.

SIM-Karten-Varianten

Die SIM-Karte existiert(e) in vier Größen – faktisch ist zumindest die Ur-SIM (Format 1ff) bereits ausgestorben. Interessant ist aber, dass die Größe des Speicherchips sich eigentlich nicht verändert hat. Lediglich die Plattform, die als Träger fungiert, ist geschrumpft. Deshalb ist eine Beschneidung möglich.

Mini_SIM

Mini-SIM (2FF)

Die erste Verkleinerungsstufe (“second form factor”) bekam den Beinamen “Mini”, und zwar zu Recht, denn im Vergleich mit seiner Vorgängerin im Scheckkartenformat war sie ein Zwerg: Die Mini-SIM hatte nur noch ein Zwölftel der Fläche der ersten SIM-Karte und hielt sich sieben Jahre.

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Micro-SIM (3FF)

Der Sprung zur nächsten SIM-Karten-Generation fiel naturgemäß kleiner aus, der meiste Speck war bereits abtrainiert. Immerhin konnte ein weiterer Zentimeter in der Länge eingespart werden. Die Micro-SIM bestand bereits mehr aus Chip als aus Kunststoff-Trägermaterial.

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Nano-SIM (4FF)

Der Winzling. Die Kleinstform der SIM-Karte bis dato musste immerhin neun Jahre warten bis sie eingefĂĽhrt wurde und besteht im Grunde nur noch aus den Kontakten, unter denen sich das eigentliche Speichermedium befindet. Vielleicht ist diese Form der SIM die letzte ihrer Art.

Fullsize_SIM

Full Size

Kaum zu glauben, aber wahr: So sah Telefonieren zur Geburtsstunde der privaten Mobiltelefonie aus, zumindest die Eintrittskarte dazu, die SIM im “first form factor”. Derlei Karten wurden in Autotelefone eingeschoben, fanden aber auch in Handgeräten Verwendung. Erst 1996 (!) war damit Schluss. Einige sollten sich noch erinnern.

Alternative zum Schneiden

Wer sich nicht traut mit Schere und Hilfslinien seine vorhandene SIM-Karte zu stutzen, der kann auch auf ein Stanzwerkzeug zurückgreifen, dass ähnlich wie ein Tacker aussieht und wie ein Locher funktioniert – nur eben negativ. Diese Anschaffung sollte man aber mit Freunden teilen – oft wird man ihn nicht brauchen.

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nano_sim (2)

Zukunft ohne SIM?

Ist die Einwahl in ein Mobilfunknetz ganz ohne SIM-Karte denkbar? Natürlich. In erster Linie sind dort Informationen gespeichert, die den Kunden identifizieren und den Zugang zum ­Angebot des Providers ermöglichen. Die SIM fungiert wie ein Schlüssel und ein Pass in einem. Beides zu digitalisieren liegt nicht außerhalb des Möglichen, das zeigen andere Bereiche des Lebens. Konkret umzusetzen gedenkt das ein Telefonhersteller mit genügend Marktmacht und großer Anhängerzahl: Apple. Mit einer sogenannten “embedded SIM” (eSIM) soll künftig ein Provider-Wechsel ohne Austausch des physischen Chips vonstatten gehen, da die Informationen frei programmierbar sind. Von dort aus ist der Weg dann nicht mehr weit zum Netzzugang rein über Login-Daten.

So schneidest du deine SIM-Karte zu

Keine Angst vor einer möglichen Verletzung1 der SIM: Der eigentliche Chipspeicher sitzt zentral und ist gut eingeschlossen in einen Metallmantel. Was man oberflächlich sieht, sind nur die Kontakte.

Schritt 1 von 3)

Platzieren Sie die “zu groß gewordene” SIM-Karte so auf der dafür vorgesehenen Schablone (siehe Schnittmuster unten), dass sie genau ihre Umrisse abdeckt.

SIM_zuschneiden_1

 

Schritt 2 von 3)

Ăśbertragen Sie die Linien der Schablone, die unter der SIM-Karte verlaufen, mit Hilfe eines Filzstiftes und eines Lineals auf die Oberseite. Sie zeigen das gewĂĽnschte kleinere Format an.

SIM_zuschneiden_2

 

Schritt 3 von 3)

Anschließend können Sie ganz einfach mit einer Papierschere entlang der Markierungen die SIM-Karte beschneiden, fertig! Das neue Gerät freut sich über den mundgerechten Happen.

SIM_zuschneiden_3

 

Vorlage zum Zuschneiden der SIM-Karte

SIM_zuschneiden_vorlage

 

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Peter MuĂźler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.