Smarter verschlieĂźen: Vier „Smart Home“-Schlösser im Test!

Redaktion 19. April 2016 0 Kommentar(e)

Zeitgemäße „Smart Home“-Schlösser haben ihre Kinderkrankheiten mittlerweile ausgeräumt. Wir stellen Ihnen vier Lösungen vor, die stellvertretend für eine gewachsene Anzahl an Angeboten stehen. Neben dem zentralen Sicherheitsaspekt haben wir vor allem darauf geachtet, dass alle Schlosstypen einen Notfallplan mitbringen – sollten die digitalen Stricke einmal reißen.

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HomeMatic KeyMatic

Das „smarte“ Türschloss KeyMatic bietet viel Flexibilität: Einerseits ist es in so gut wie jeder Tür installierbar, die in den letzten Dekaden verbaut wurde. Ob Haustür, Nebeneingangstür, Lager- oder Wohnungstür, das Schloss macht überall eine gute Figur, solange ein Standard­Schließzylinder Verwendung findet.

Andererseits wartet es mit einer Fülle an Möglichkeiten auf, was das Öffnen und Verschließen angeht. Die sicherlich bequemste Methode ist die Verwendung der inkludierten Funk-Fernbedienung. Sollte man selbige aber einmal vergessen haben, ist das kein Beinbruch. Denn auch via Code-Eingabe auf dem Gerät oder – in Notfällen – mit dem herkömmlichen Schlüssel gibt das KeyMatic-Schloss den Weg frei.

Vorzüge des Schlosses sind die ausgereifte elektromechanische Bauweise und die vergleichsweise fehlerquellenarme Implementierung der Funk-Technik über die Fernbedienung. Die Kommunikation mit dem Schloss erfolgt zudem AES-­authentifiziert und gewährleistet ein hohes Sicherheitsniveau. Ferner ist das KeyMatic-Schloss Teil des umfassenderen „HomeMatic“-­Programms, in den es sich bestens integriert und so zu einer Facette eines kompletten smarten Zuhauses wird. Ein Nachteil ist, dass eine App zur Steuerung des Schlosses am Handy nur mit von Drittherstellern verfügbar ist und weitere Hardware (HomeMatic-Zentrale) erfordert.

Preis: 141 Euro

Informationen: homematic.com

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EVVA AirKey

Das AirKey-System von EVVA setzt auf NFC-fähige Smartphones, die es über die Cloud zum Schlüssel macht. Dazu werden die bestehenden Schließzylinder gegen AirKey-Zylinder in der passenden Länge und Bauform getauscht.

Als SchlĂĽssel dient nun das NFC-fähige Smartphone im Zusammenspiel mit der EVVA-App oder ein sogenanntes „Identmedium“ – vom Hersteller erhältliche Key-Cards oder SchlĂĽsselanhänger,
die der Besitzer ĂĽber die App per NFC selbst codieren kann.

Die Berechtigungen zum SchlieĂźen der Zylinder werden komplett ĂĽber den Cloud-Service von EVVA verwaltet. Das erspart zwar die lokale Installation von Software und etliche andere Unwägbarkeiten, setzt aber – wie bei allen Cloud-basierten Smart-Home-Anwendungen einen gewissen Vorschuss von Vertrauen in die Sicherheits-Infrastruktur des Herstellers voraus. Der Nutzer loggt sich ein und kann die Rechte zum Sperren seiner SchlieĂźzylinder an gewĂĽnschte Benutzer vergeben – oder ihnen diese entziehen. Dazu muss er allerdings Rechte-Credits erwerben: Das 10-StĂĽck Paket etwa kostet rund 20 Euro, daneben sind auch größere Pakete sowie eine Unlimited-Option verfĂĽgbar.

Selbstverständlich nicht in der Cloud beheimatet sind die Schließzylinder. Diese kommunizieren verschlüsselt per NFC mit dem Handy, prüfen dessen Berechtigung und öffnen gegebenenfalls.

Preis: 370 Euro

Informationen: evva-airkey.com

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Danalock V125

Ebenfalls fĂĽr alle TĂĽren mit Profilzylinder geeignet ist das Danalock V125, das heute in einer bereits mehrfach ĂĽberarbeiteten Version vorliegt.

Das Danalock ist auf die Steuerung via Smartphone ausgelegt und bietet eine ausgereifte App für iOS und Android an, wobei auffällig ist, dass die iOS-Version in Anwenderforen als zuverlässiger eingestuft wird. Sehr zu begrüßen ist, dass die Datenübertragung über Bluetooth 4.0 erfolgt und vergleichsweise wenig Strom benötigt. Dies stellt eine lange Batterie­laufzeit sicher. Danalock spricht gar von einem ganzen Jahr.

Im Notfall – also im Fall, dass doch einmal der Strom weg sein sollte oder das Handy vergessen wurde – gibt es mehrere Möglichkeiten. Einerseits lässt sich via PC beispielsweise einem Nachbarn ein begrenzter Zutritt gewähren. Andererseits hilft auch ein herkömmlicher Schlüssel von außen und von innen kann das kreisrunde Danalock zum Entriegeln einfach manuell gedreht werden.
Wer sich schon länger mit Smart-­Home-Technologien befasst, freut sich über die weitreichende Z-Wave-Unterstützung. Doch aufgepasst: Danalock bietet beim V125 mehrere Versionen an (199 bzw. 229 Euro), und nur die etwas teurere unterstützt offiziell den Quasi-­Standard Z-Wave. Sehr zu loben sind die zahlreichen Anleitungsvideos von Danalock, welche die Montage bestens erklären.

Preis: 199 Euro

Informationen: smartlock.de

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Yale ENTR

Die Marke Yale gehört zur großen ASSA-­Gruppe und vertritt dort den „smarten“ Bereich der Schlösser und Schließanlagen.

Das Modell ENTR eignet sich für die meisten Türarten und -größen. In der Grundausstattung wird das Schloss von einer Fernbedienung und einer Handy-App begleitet. Optional sind Pakete mit zusätzlichem Fingerabdruck-Scanner oder PIN-Eingabefeld erhältlich. Das ENTR funkt über Bluetooth Low Energy, der Stromverbrauch ist damit mehr als tolerierbar.

In Kombination mit einer Steuerzentrale von RWE lässt sich auf Wunsch eine umfassendere Smart-Home-Lösung ­zimmern.

Einige Punkte wären auch beim ENTR noch verbesserbar: Die beiliegende Installations-Anleitung verwendet teilweise Google-­Translate-Deutsch und könnte verständlicher sein. Dass ein Ladegerät beiliegt, ist zwar sehr zu begrüßen. Unglücklich ist jedoch die Kombination aus Micro-USB-Stecker und 12-Volt-Spannung. Unfälle beim versehentlichen Anstecken von Handys sind gerade bei einem Smartphone-Schloss fast vorprogrammiert. In der Android-App ist der Text teilweise abgeschnitten und unlesbar.

Generell ist unser Eindruck aber positiv, und wer ein wenig technisches Geschick mitbringt, montiert das ENTR in Minuten.

Preis: 290 Euro

Informationen: yalelock.de

Funkschloss-Montage in 10 Schritten: Yale ENTR

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Schritt 1: Bevor es an die Montage des ENTR gehen kann, muss der alte Zylinder entfernt werden. Sie benötigen dafür einen Kreuzschlitz-Schrauben­dreher und den Schlüssel fürs alte Schloss. Drehen Sie zunächst die lange Schraube ganz heraus.

 

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Schritt 2: Jetzt bewegen Sie den Schlüssel in eine Position, in der Sie merken, dass sich der Zylinder herausziehen lässt. Wichtig ist, dass Sie dabei keine Gewalt anwenden. Lassen Sie sich lieber ein wenig Zeit, das Entfernen erfordert nur einen geringen Kraftaufwand.

 

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Schritt 3: Jetzt schieben Sie den ENTR-Zylinder in die TĂĽr. Auch hier ist zu beachten, dass der SchlĂĽssel stecken muss und der bewegliche Zylinderteil korrekt ausgerichtet ist. Schrauben Sie den Zylinder dann so fest, dass die Seite ohne SchlĂĽsselloch auf der TĂĽrinnenseite zu liegen kommt.

 

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Schritt 4: Jetzt beginnt der knifflige Teil. Damit das Aufstecken der ENTR-Einheit reibungslos vonstattengehen kann, muss das Gewinde des Zylinders in der ausgefahren Position sein. Merken Sie sich die Ausrichtung des Innenteils (längliches Rechteck), der im nächsten Schritt einrasten soll.

 

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Schritt 5: Das Aufstecken des ENTR erfordert – zumindest in unserem Fall – ein wenig Fingerspitzengefühl. Stellen Sie sicher, dass der längliche Innenteil des Zylinders mit der Innenseite des ENTR vom Winkel her übereinstimmt. Ziehen Sie hier bei Bedarf gezielt die Anleitung zurate.

 

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Schritt 6: Mit nur einer einzigen Schraube (Imbus, 3 mm) befestigen Sie nun das ENTR am Zylinder. In unserem Test war es wichtig, wirklich feste anzuziehen, damit einem ansonsten auftretenden Verrutschen der mechanischen Kontaktteile vorgebeugt wird.

 

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Schritt 7: Stecken Sie nun den „Körper“ des ENTR an die Halterung. Dazu verbinden Sie zuerst das kombinierte Daten- und Stromkabel. Dann schieben Sie den Körper von unten nach oben, wobei er an der Halterung anliegen muss. Er rastet bei richtiger Durchführung gut und nahtlos ein.

 

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Schritt 8: Fixieren Sie nun den ENTR-Körper mit einer kleinen Schraube (Imbus, 2 mm). Diese brauchen Sie nicht allzu fest anzuziehen – eher im Gegenteil: Sie werden den Körper zum Aufladen des Geräts wohl öfter abnehmen. Also: Behutsam sein!

 

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Schritt 9: Zwei Zentimeter unterhalb der langen Schraube (siehe Schritt 3) wird nun ein Magnet platziert. Doch Achtung: Der Bestimmungsort ist jetzt der Türrahmen und nicht die Tür! In unserem Fall haben wir mit der Glastür Einschränkungen, in der Regel ist dieser Schritt sehr einfach.

 

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Schritt 10: Die mechanische Installation ist jetzt abgeschlossen – Zeit für die Software. Suchen Sie im Android bzw. iOS App Store einfach nach „entr“. Wichtig bei der Ersteinstellung ist, die Lieferschachtel des Schlosses griffbereit zu haben. Der aufgedruckte QR-Code kürzt den Prozess ab.

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