Bilderbuch des Lebens – Die besten Galerie Apps – Topliste

Peter Mußler 27. September 2015 0 Kommentar(e)

Fotografiert wird dank Handy-Kamera wie der Teufel – die neue Herausforderung heißt: verwalten. Denn der Foto-Schatz will ausgelagert, gesichert, aber auch gewartet und geteilt sein. Wir haben getestet, welche App sich fĂŒr welche Aufgabe am besten eignet.

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Dank der immer besseren Ausstattung unserer mobilen Begleiter mit ernstzunehmenden Kameramodulen ist die Zahl der Fotos in den letzten Jahren steil angestiegen. Die Smartphone-Speicher platzen bei vielen aus allen NĂ€hten, den Überblick ĂŒber die mehr als erkleckliche Zahl an selbstgemachten Aufnahmen – sei es in Form von statischen oder Bewegtbildern – können die Fotografen auch nicht mehr behalten. Abhilfe schaffen hier Apps, die das Bildarchiv in die Cloud spiegeln und so fĂŒr „Erinnerungs-Sicherheit“ sorgen (falls das GerĂ€t abhandenkommt) und eine Struktur in die Masse an Bilddaten bringt: Schließlich kommt der Mensch mit geordneten HĂ€ppchen besser zurecht als mit einer wilden Menge.

Aber nicht nur Speicherplatz und Ordnung sind wichtige Themen, auch die Darbietung fĂŒr den tatsĂ€chlichen Bildkonsum: Bilder werden nicht mehr ausgedruckt, Fotoalben gibt es fast nur noch digital, z.B. auf Facebook. ­Erstellt und befĂŒllt mĂŒssen sie trotzdem werden. Hier sind wir zwar wieder bei der Sortierung, aber bei einem besonderen ­Aspekt: Einige Apps bieten eine Komplettlösung (zu der aber nicht nur die Komposition, sondern auch die Nachbearbeitung zĂ€hlt) fĂŒr die ansprechende PrĂ€sentation eben dort, wo heute die Bilder zumeist geschaut werden – auf den Social Media-Plattformen.

Leider gibt es auch wenig sinnvolle Apps, die trotzdem weit vorne im Play Store platziert sind. Urteil: Nachbearbeitung erwĂŒnscht!

 

Google Fotos

 

Noch relativ jung ist dieses recht unscheinbare Produkt aus dem Hause Google (zumindest als eigenstĂ€ndige App) und hört auf den simplen wie logischen Namen „Fotos“.

 

Bilderfluten

Wir kennen es alle: Wenn es darum geht, besondere Augenblicke festzuhalten, dann sitzt uns unser Handy ziemlich locker. Wir knipsen alles, was uns vor die Linse kommt und schon bald sammelt sich eine erkleckliche Kollektion an Handy-Fotos an, die den internen Speicher nach einiger Zeit gehörig ins Schwitzen bringen. Hinzu kommt, dass einige der Fotos eher nicht vorzeigbar und deshalb auch nicht des Speicherns wert sind. Sie bedĂŒrfen ein wenig der strengen Hand. Rettung bringt „Fotos“.

Ab in die Wolken

Google stellt kostenlos einen Cloud-Speicher von satten 15 GB zur VerfĂŒgung. Speichert der Nutzer seine Bilder nicht in höchster QualitĂ€t, lĂ€sst Google gar die Speicherplatzbegrenzung fallen und es darf gesichert werden, bis die ­Server glĂŒhen. Theoretisch reicht bereits der begrenzte Speicherplatz, um das halbe Leben fotografisch zu fixieren (je nach Ereignisreichtum). Der Preis dafĂŒr: Wer seine Daten nur lokal nutzen möchte, dem steht „Fotos“ nur recht eingeschrĂ€nkt zur VerfĂŒgung.

Werkzeugkasten

Die Tools zur Bearbeitung sind ĂŒbersichtlich aber leistungsstark. Sie ermöglichen eine Bildbearbeitung auf sehr hohem Niveau – meist nur mit einem Fingertipp und mit einem einzigen Regler. Wer mag, Â­ĂŒbertrĂ€gt die Ergebnisse gerne auch in ein ­soziales Netzwerk.

 

kostenlos | In App optional | Deutsch

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Carousel

 

Die Dropbox-VĂ€ter preisen ihre App Carousel als „ein Zuhause fĂŒr all deine Fotos und ­Videos“ an. Die Software verhĂ€lt sich auf den ersten Blick wie jeder andere halbwegs moderne Bildanzeiger: Sie stellt in einer Übersicht kleine Vorschaubilder der Fotos und Videos dar, die man antippen kann, um Bilder in ihrer OriginalgrĂ¶ĂŸe anzuzeigen oder um Videos abzuspielen.

Dropbox-VerknĂŒpfung

NatĂŒrlich kann man mit dieser Anwendung nicht nur Fotos und Videos anschauen, die sich auf der Speicherkarte des Smartphones befinden, sondern auch Bild- und Videodateien, die online bei Dropbox hinterlegt sind. Das Programm orientiert sich nicht an den Ordnern, in denen es die Fotos findet, sondern zeigt die Fotos sortiert nach dem Datum an (und, falls vorhanden, auch nach den gespeicherten Ortsangaben). Eine Zeitleiste am unteren Bildschirmrand erlaubt es,
schnell den gewĂŒnschten Tag zu finden. ­Andere Sortiermöglichkeiten sind aber nicht vorhanden.

Teilen und Hochladen

Mehrere Fotos oder Videos können ausgewÀhlt werden, um sie mit Freunden und Bekannten zu teilen. Das geschieht durch das Versenden einer E-Mail oder SMS, die einen Link zu den Bildern enthÀlt.
Nachvollziehbarerweise braucht es ein Dropbox-Konto, das aber nichts kostet. Die Software lĂ€dt dann alle Dateien des Kamera-ordners in die Dropbox hoch – jedoch ohne vorher nachzufragen. Wenn man dagegen auch nichts tun kann, so lĂ€sst sich wenigstens festlegen, dass Daten lediglich ĂŒber WLAN kopiert werden. Schade ist auch, dass man Bilder beispielsweise nicht drehen und aus der App von der Speicherkarte löschen kann.

 

kostenlos | In App keine | Deutsch

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Quickpic Galerie

 

Bilder anzeigen und sortieren, das kann natĂŒrliche jede Galerie-­App. so auch diese: Das Filtern nach Name, GrĂ¶ĂŸe und Aufnahmedatum ist kein Problem, genauso wie Feinein­stellungen bei der Diashow, bei der man zwischen verschiedenen BildĂŒbergĂ€ngen, Verweilzeiten und Reihenfolgen wĂ€hlen kann. DarĂŒber hinaus stehen eigene Bildbearbeitungstools, aber auch eingebettete externe zur VerfĂŒgung, um gewissen Ablichtungen den nötigen Feinschliff zu geben.
Aber auch die Sicherung der Bild- und Videodaten ĂŒber die Cloud ist einfach durchzufĂŒhren – bei dieser Anwendung jedoch noch vielfĂ€ltiger als bei anderen, da extrem viele Cloud-Speicherdienste unterstĂŒtzt werden.

Insgesamt sind es elf StĂŒck, von eher Unbekannten bis hin zu den ĂŒblichen VerdĂ€chtigen von Windows ĂŒber Amazon bis natĂŒrlich Google. Das Besondere an dieser Foto-App ist aber ganz sicher die Möglichkeit, innerhalb eines WLAN-Netzwerkes Bilder und Videos zu verschicken. Der EmpfĂ€nger braucht dazu aber auch die QuickPic Galerie-App – dann klappt das wunderbar.

 

kostenlos | In App keine | Deutsch

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Gallery lock

 

Jeder kennt das Problem: Auf einer Party sitzt man mit Freunden und Bekannten zusammen, kommt auf ein bestimmtes Thema zu sprechen und möchte ein Bild aus dem privaten Fundus dazu beisteuern. Sofort macht das Handy die Runde und ehe man sich‘s versieht, hat man die Kontrolle ĂŒber Zuseher und Bildmaterial verloren. Denn vor allem wenn man eine ganze Foto-Serie zeigt, wischen sich die „Schaulustigen“ durch die Archive – und sehen vielleicht Dinge, die sie gar nicht sehen sollten.

Mit dieser App schiebt man fremden Einblicken einen Riegel vor. Über einen Code kontrolliert man die Sperranwendung, mit ihr können Bilder aus dem Speicher markiert und verborgen werden. Es geht sogar noch einen Schritt weiter: Man kann nĂ€mlich sogar den App-Icon selbst verstecken. Durch eine spezielle Code-Eingabe in der Anruf-App wird sie aber wieder sichtbar. Dazu gibt‘s viele Features (Galerie, Musikplayer u.a.) und auch einen sogenannten Wachhund, der registriert, wenn jemand versucht, den Code zu erraten. Nervig ist allerdings die massive Werbeeinblendung in der kostenlosen Version.

 

kostenlos | In App werbefrei | Deutsch

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Foto-galerie & Album

 

Im App-Store finden sich auf den vorderen Anzeige-PlĂ€tzen bei der Eingabe des Suchbegriffs „Galerie“ einige Apps, die vielversprechend wirkend, ein schönes Icon verwenden und auch oft heruntergeladen wurden – aber leider nicht annĂ€hernd das halten, was Download-Zahl und Verkaufsdesign versprechen.

Obendrein gleichen sich diese Apps vom Namen und der Hintergrundfarbe abgesehen bis aufs Haar: Das MenĂŒ ist auf Englisch (keine Übersetzungsarbeit fĂŒr die „Entwickler“), das tatsĂ€chliche App-Design komplett veraltet, die Funktionen eingeschrĂ€nkt und wenig innovativ und außerdem blitzen derart viele Werbebanner auf, das man sich beim Bilderschauen beinahe fĂŒhlt wie in einer Disco aus den 90er Jahren.

Die Funktionen beschrĂ€nken sich auf das Betrachten der Bilder und Videos, die Sortierung nur nach Name oder Aufnahmedatum, das Teilen auf verschiedenen Plattformen und das gemĂ€ĂŸigte Anpassen der Darstellung. Wir sprechen dezidiert keine Empfehlung aus. Sie mĂŒssen sich also nicht vom Schein trĂŒgen lassen.

 

 

kostenlos | In App keine | Englisch

 

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Flickr

 

Mit der Bilder-App von Flickr ­können Sie den gleichnamigen Online-Fotodienst nutzen, der bereits seit 2004 existiert und mittlerweile etwa 90 Millionen registrierte Anwender hat. Das Programm erlaubt es, Fotos zu schießen, hochzuladen, in Alben zu organisieren und mit anderen Flickr-Anwendern zu teilen. Nutzen kann man den Dienst leider nur mit einer Email-Adresse von Yahoo und der Eingabe der Telefonnummer – das ist natĂŒrlich ein wenig Ă€rgerlich. Noch bis Juni letzten Jahres war eine sehr praktische Anmeldung via Facebook- oder Google-­Account möglich. Nichtsdestotrotz ist Flickr eine wichtige Bilder-Plattform mit Userzahlen im hohen zweistelligen Bereich und momentan um die zehn Milliarden Bildern. Flickr ist demnach eine Galerie-App im besten Sinne – ­Bildern sollen auch der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Reichlich Platz fĂŒr Fotos

An Online-Speicherplatz stehen bei Flickr ­gewaltige 1.000 GB zur VerfĂŒgung, die je nach Auflösung der Kamera fĂŒr etwa eine halbe Million Fotos ausreichen. Die Fotos und Alben, die der Nutzer ĂŒber die Flickr-Website hochlĂ€dt, sind mit denen des Smartphones synchron. Wer also seine mit der Spiegel­reflexkamera geschossenen Urlaubsbilder ĂŒber das Web-Interface von Flickr ­hochlĂ€dt, kann sie hinterher am Bildschirm des Smartphones oder Tablets dem staunenden Freundeskreis prĂ€sentieren.

Aber auch das Bearbeiten von Fotos kommt nicht zu kurz: Die App bietet einerseits Funktionen zum VerĂ€ndern der SĂ€ttigung, der Helligkeit, des Kontrasts und Ă€hnlichem. Andererseits kommt sie mit den beliebten Farbfiltern, mit denen Sie Fotos beispielsweise kĂŒnstlich altern lassen können.

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Neue Version: Autosync

Die „Auto-Sync“-Funktion sorgt dafĂŒr, dass das Smartphone alle neu hergestellten Fotos automatisch in ein spezielles Flickr-Fotoalbum hochlĂ€dt, sodass Sicherungskopien der Fotos entstehen, ohne dass man sich selbst darum kĂŒmmern muss. Außerdem lassen sich HD-Videos bis zu einer LĂ€nge von drei Minuten aufnehmen und hochladen.
Flickr (auf Deutsch: „durchblĂ€ttern“) ist einer der großen und frĂŒhen Bilddienste im Netz, dessen App mit guter FunktionalitĂ€t punktet, aber durch die rigide Zugangspolitik AbzĂŒge erhĂ€lt.

 

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Piktures

 

Piktures ist eine Galerie-App, die zunĂ€chst durch ihre besondere OberflĂ€che besticht. Die Bilder sind entweder als Vorschaukacheln in drei bis fĂŒnf Spalten darstellbar oder aber in der Kalenderansicht, die MonatsĂŒbersichten wie noch in der papiernen Zeit simuliert und so einen guten Überblick zu Bildgruppen gibt. NatĂŒrlich bekommt man die Fotos auch nach Quellen getrennt (Kamera, Instagram, WhatsApp usw.) serviert. Praktisch ist die Anbindung an den Fernseher ĂŒber Chrome Cast: Dia-Show fĂŒr den großen Schirm.

 

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Cyanogen Gallery

 

Die Galerie-App  vom Produzent der bekannten After Market-Firmware CyanogenMod besticht vor allem durch eines, nĂ€mlich Schlichtheit. Im Grunde kann man nicht viel mehr machen als die bestehenden Bilder nach Medientyp (Bild oder Video), Datum (hier werden die Bilder unter dem Stichwort „Augenblicke“ geclustert prĂ€sentiert) und den sowieso bestehenden Alben sortieren lassen. Weitere Bildquellen aus dem Netz kann man aber hinzufĂŒgen, so z.B. Facebook, Dropbox oder Flickr. Das war‘s aber auch schon. Funktioniert nicht auf allen GerĂ€ten!

 

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MyRoll

 

Wer automatisiert ein Album vor allem fĂŒr die Publikation ĂŒber soziale Medien erstellen möchte, ist mit MyRoll gut beraten. Anhand des Aufnahmedatums sortiert die Anwendung das Foto-Archiv zu sogenannten „Momenten“. Die kann man natĂŒrlich noch im Detail bearbeiten – also unschöne Aufnahme herausnehmen und das Titelbild bestimmen – und mit Titel und Beschreibung versehen. Dann geht‘s auch schon los mit dem Weg zu Facebook und Co. oder aber ins digitale Postamt – denn als Mail kann man seine Momente verschicken.

 

kostenlos | In App werbefrei | Deutsch

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschĂ€ftigt er sich gerne mit formschönen GerĂ€ten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes AlugehĂ€use. Als Redakteur fĂŒr die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.