Podcasts – Die Welt im Ohr

Podcasts bieten Unterhaltung in Serie und an jedem Ort. Die richtigen Apps bringen auch den richtigen Komfort.

Podcasts, also Serien einzelner Audiobeiträge in Episodenform, sind in, und das Angebot ist mittlerweile kaum noch zu überschauen. Da gibt es Nachrichten, Hörspiele, Satire, Sport, Wissenssendungen und vieles mehr, das auf dem Sofa, bei der Hausarbeit, in der U-Bahn oder wo auch immer entspannt gehört werden kann.

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Erfunden wurden Podcasts schon vor fast 20 Jahren, und sie waren recht früh populär durch Apples iPod. Durchschlagenden Erfolg brachte ihnen jedoch erst das Smartphone. Nach Bitcom-Umfragen ist allein zwischen 2016 und 2018 der Anteil der Deutschen, die Podcasts hören, von 14 auf 22 Prozent gestiegen. Dabei spielt sicherlich eine Rolle, dass die beliebten Audiobeiträge nicht einmal etwas kosten. Teilweise finanzieren sie sich auch durch Werbeeinblendungen.

Für das Abonnieren, Herunterladen und Anhören gibt es diverse Apps, die mehr oder weniger großen Komfort bieten. Wir haben sechs davon getestet. Zwei von ihnen gibt es nur für iOS, drei nur für Android, darunter auch Googles neue Podcast-App, die es erst seit Juni dieses Jahres gibt. Lediglich „Pocket Casts“ unterstützt beide Plattformen. Wer Android- und iOS-Geräte parallel nutzt, kann damit sogar mitten in den Beiträgen nahtlos wechseln.

Falls Sie Podcasts bisher noch nicht genutzt haben, können Sie mit diesen Apps leicht einsteigen. Sollten Sie bereits Spotify verwenden, können Sie aber auch ohne zusätzliche App auskommen, denn der Musikstreaming-Marktführer ist vor einiger Zeit ebenfalls auf den Zug aufgesprungen und bietet zahlreiche Podcasts auf seiner Plattform an. Herunterladen können Sie die Podcasts allerdings nur mit einem kostenpflichtigen Premium-Account.

Was genau ist ein Podcast?

Technisch gesehen handelt es sich bei Podcasts um Audio (streng genommen auch Video) on demand, also auf Abruf. Sie wurden ursprünglich stets als Mediendatei auf das Abspielgerät geladen, damit sie ohne Internetverbindung angehört werden konnten. Mittlerweile ist der Abruf in der Regel auch per Streaming möglich.

Bei ihrer Erfindung im Jahr 2000 hießen die heute so beliebten Beiträge noch „Audioblogs“. Erst 2004 entstand der Kunstbegriff Podcast, für dessen ersten Namensteil Apples seinerzeit so erfolgreicher iPod Pate stand. Der zweite Teil stammt aus „Broadcast“, welches für „Senden“ oder „Übertragen“ steht. Der Siegeszug der Podcasts begann, als Apple sie 2005 in iTunes aufnahm. Zu dieser Zeit kamen auch erste Videoformate auf. Richtig durchgesetzt haben sich allerdings nur die Audioversionen. Heute werden die Beiträge hauptsächlich auf Smartphones abgespielt.

Nicht zu verwechseln sind Podcasts mit Hörbüchern, denn es handelt sich dabei nicht nur um einzelne, abgeschlossene Geschichten, sondern um ganze Serien von meist auch weit kürzeren Beiträgen in Episodenform. Sie werden über sogenannte „Web-Feeds“ bezogen, lassen sich abonnieren und sind zudem kostenlos.

Podcast-Apps spielen die Dateien aber nicht nur ab, sondern suchen auch in regelmäßigen Abständen nach Aktualisierungen in den Abos. Gegebenenfalls, je nach App und Einstellung, wird die Datei auch gleich heruntergeladen, sofern eine passende Datenverbindung besteht.

Podcast & Radio Addict

Diese App bietet enorm viele Einstellmöglichkeiten und unterstützt auch Android Auto, Chromecast sowie Android Wear. Über das Dreipunktemenü lassen sich verschiedenste Quellen per Eingabe hinzufügen, auch YouTube-Kanäle.

Wer zwischen den Podcasts ein wenig Musik hören möchte, kann auch noch auf eine Vielzahl an Internetradiokanälen ausweichen.

AntennaPod

Als Open-Source-App ist AntennaPod komplett kostenlos und enthält auch keine Werbung. Inhalte können aus iTunes und weiteren Quellen bezogen werden. AntennaPod ist übersichtlich gestaltet, gut zu bedienen und lässt sich durch zahlreiche Einstellungen individuell anpassen. Außerdem gibt es diverse Export- und Importmöglichkeiten.

Overcast

Overcast ist übersichtlich und leicht zu bedienen. Praktisch ist die Funktion „Voice Boost“, welche die Laustärke leiser Sprecher automatisch anhebt. Leider lässt sich der Auto-Download neuer Episoden nicht auf manuell umschalten. Als einzige iOS-App im Test bietet Overcast eine kostenlose Version mit Werbung. Deren Abschaltung kostet dafür aber 10 Euro pro Jahr.

iCatcher

Eine kompakte Übersicht und viele Einstellungen bietet iCatcher. Abonnierte Podcasts lassen sich auf verschiedenste Weise sortieren, und neue Episoden können auf Wunsch auch manuell heruntergeladen werden. Die Datennutzung lässt sich auf bestimmte Zeiten und sogar auf spezielle WLANs eingrenzen. Die App unterstützt zudem neben AirPlay auch Chromecast.

Pocket Casts

Insbesondere durch Vielseitigkeit zeichnet sich Pocket Casts aus. Die App gibt es für Android und iOS, zusätzlich aber auch als Desktop-Apps für Windows 10 und MacOS. Android Auto, Chromecast und Android Wear sind ebenfalls im Programm. Sogar einen Webplayer gibt es, für den allerdings neun Dollar extra zu berappen sind.

Dank Synchronisation können Nutzer die Geräte wechseln und dabei mitten in ihren Episoden nahtlos weiterhören. Neben den üblichen Funktionen unterstützt Pocket Casts auch den Autodownload abonnierter Podcasts.

Google Podcasts

Seit Juni dieses Jahres ist nun auch Google mit einer Podcast-App im Play Store vertreten. Beim Öffnen erscheint gleich eine Vorschlagsliste mit beliebten Podcasts. Abonnierte Inhalte und eine Übersicht neuer Folgen erscheinen ebenfalls auf der Startseite. Ein besonderes Feature ist die Integration von Google Assistant. Damit können Podcasts beispielsweise auch auf einem Google-Home-Lautsprecher aufgerufen und gesteuert werden. Mit der „Cast“-Funktion ist es überdies möglich, die Inhalte über Chromecast oder Chromecast Audio abzuspielen. Leider gibt es aber sehr wenige Einstellungsmöglichkeiten.