ZTE, Huawei und Lenovo interessieren sich für Übernahme von HTC

Steht HTC vor dem Aus? Der strauchelnde Hersteller soll ein heißer Übernahmekandidat sein. Interesse am taiwanischen Unternehmen sollen ZTE, Huawei und Lenovo haben. 

China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und würde sich die kleine Insel lieber heute als morgen wieder einverleiben. Dem schieben die USA jedoch einen Riegel vor, die Taiwan militärischen Schutz gegenüber dem Reich der Mitte gewähren. In der Wirtschaft ist Taiwan hingegen auf sich allein gestellt und was die Volksrepublik selbst nicht schafft, schaffen ja vielleicht ihre Unternehmen: mit ZTE, Huawei und Lenovo interessieren sich gleich drei chinesische Firmen für die Übernahme von HTC.

Nirgends sonst liegen Aufstieg und Fall so nah beieinander wie im Mobilfunkmarkt. Von ehemaligen Branchengrößen wie Palm oder Blackberry ist heute nicht mehr viel übrig. Wird ihnen HTC bald folgen? Die Lage für den taiwanischen Hersteller sieht jedenfalls alles andere als rosig aus: seit dem Zenit im Jahre 2011 hat man 88 Prozent an Börsenwert verloren, Anfang des Jahres hat man mit einem Gewinnrückgang von unglaublichen 98 Prozent das schlechteste Quartal in der eigenen Börsengeschichte verkündet und intern verlassen immer mehr Führungskräfte das sinkende Schiff.

Wenig verwunderlich also, dass HTC als heißer Übernahmekandidat gehandelt wird.

Kleiner Lichtblick: Das HTC One schneidet sowohl in Tests als auch in Verkaufszahlen gut ab.

So hat ZTE bereits öffentlich bestätigt, Interesse an einer Übernahme von HTC zu haben. Allerdings erwartet das Unternehmen, das in westlichen Märkten bisher als Hersteller von günstigen Smartphones bekannt ist, keinen Verkauf mehr in diesem Jahr: “ZTE wird auch weiterhin die Situation von HTC beobachten und eine geeignete Strategie zur richtigen Zeit suchen”, erklärte Firmensprecher David Dai gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Auch Huawei und Lenovo werden Ambitionen nachgesagt, an einem Kauf von HTC interessiert zu sein. Mit seinen mehr als 15 Jahren Erfahrung könnte HTC, so Analyst Pierre Ferragu, ein “Übernahmeziel für ein Unternehmen mit mehr Umsatz, aber weniger Erfahrung bei der Produktentwicklung und schwächerer Marke sein.” Vor allem für Lenovo würde sich eine Übernahme lohnen, da der weltweit größte PC-Hersteller im wichtigen Mobilmarkt noch nicht wirklich Fuß fassen konnte.

Ob es am Ende wirklich zu einem Verkauf von HTC kommt, bleibt hingegen abzuwarten. Nach Willen der Vorstandsvorsitzenden Cher Wang, deren Familie Anteile an HTC hält, wird es zu keiner Übernahme kommen. Und auch wirtschaftlich scheint es für HTC zumindest langsam bergauf zu gehen: gegenüber dem katastrophalen ersten Quartal 2013 hat man etwas Boden wieder gut machen können, die Produktpalette um das erfolgreiche HTC One wird ausgebaut und um einen kleinen und größeren Bruder ergänzt und mit Robert Downey Jr. hat man Mister “Iron Man” höchstpersönlich als Werbefigur gewonnen. 

Mit ein wenig Glück schafft HTC es noch, das Ruder herumzureißen.

Wie würdet ihr denn eine mögliche Übernahme von HTC finden? 

Quelle: Bloomberg (via Android Next)