Google plant Erweiterung von Glücksspiel-Apps: Entwickler sollen „non-native“ bleiben ‘Non-Native’

30. Dezember 2019 Kommentare deaktiviert für Google plant Erweiterung von Glücksspiel-Apps: Entwickler sollen „non-native“ bleiben ‘Non-Native’ Kommentar(e)

Viele dürften Google als sympathische Suchmaschine im World Wide Web von Nebenan kennen. Doch das Unternehmen hat noch in weit mehr Branchen die Finger im Spiel. Unter anderem betreibt Google Online Glücksspiel Apps in der EU und Großbritannien und bietet Kunden zahlreiche Casino Erfahrungen im Bereich von Slots, Blackjack oder Roulette Live – und das direkt vom Smartphone aus. Doch daran könnte sich schon bald einiges ändern. Der Branchenreise plant eine Erweiterung der hauseigenen Glücksspiel-Apps, verzichtet jedoch auf die Unterstützung von „nativen“ Apps, die ausschließlich auf der Google Plattform genutzt werden können. Damit setzt sich das Unternehmen klar vom größten Konkurrenten Apple ab, der Programm-Entwickler zuletzt Restriktionen auferlegte, die das Erschaffen von Apps über den Apple-Kosmos hinaus verhinderten. Medienberichte sprechen stattdessen davon, dass die Google Mutterfirma Alphabet Inc, unter anderem verantwortlich für das Android Betriebssystem, derartige Beschränkungen mit der kommenden Erweiterung nicht verfolgen will.

Casino Apps

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Google plant Expansion – jedoch ohne Eile

Wie viele andere „Big Player“ im Glücksspiel-Sektor, versucht auch Google derzeit, in breiteren Märkten Fuß zu fassen. Wie das britische Nachrichtenportal für Glücksspiel-Inhalte EGR kürzlich berichtete, lässt sich Google mit der Expansion abseits von Großbritannien und Frankreich jedoch gehörig Zeit. Außerdem beteuert das Magazin, dass Google seine Lieferanten von Apps nicht beschränken möchte. Stattdessen sollen potenzielle Entwickler ihre Apps auf einer deutlich offeneren Systemarchitektur programmieren können. Kaum verwunderlich, denn das Unternehmen will schließlich keine kleineren oder sogar größere Kunden wie Winner Casino im Regen stehen lassen. Dementsprechend weigert sich der Branchenriese, in die Fußstapfen vom ewigen Konkurrenten Apple zu treten und wird non-native Glücksspiel Applikationen im Mobile-Bereich nicht verbieten. Erst kürzlich enthüllte der Rivale Beschränkungen, die dafür sorgen, dass Entwickler ihre Apps ausschließlich für die firmeneigene iOS Plattform programmieren, anstatt auf das offen zugängliche HTML5 zugreifen zu können – zumindest, wenn sie ihre Apps im Apple Store vertreiben wollen. Sogenannte native Apps sind so programmiert, dass sie ausschließlich für ein einziges Smartphone Betriebssystem nutzbar. Das ermöglicht zwar schnelleren Zugriff auf andere Funktionen des Smartphones und generell besser Geschwindigkeit, geht aber auch mit mehr Abhängigkeiten einher.

Apple: Weg von HTML5 – hin zu nativen Lösungen

In einer Erklärung machte Apple jüngst klar, dass Glücksspiel Applikationen, die auf HTML5 basieren, in der eigenen Architektur keine Bargeld-Auszahlungen, Lotterien oder wohltätige Spenden ermöglichen – eine Katastrophe für Glücksspiel-Anbieter. Das Unternehmen verkündete eine Deadline bis zum 03. September, bis zu der sich Entwickler an die neuen Regularien angepasst haben müssen. Damit tritt der US-Konzern jedoch besonders kleineren Unternehmen auf die Füße, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, in kurzer Zeit von HTML5 auf die eine native Lösung umzustellen.

Die Apple Regularien gelten für alle, die Mobile Poker, Casino Spiele oder Sportwetten anbieten – sofern diese Apps ihre Preise in Bargeld auszahlen. Erst kürzlich ging Apple hart gegen Entwickler vor, die das umstrittene Enterprise Certificate program nutzten, um herkömmliche Sicherheitsbestimmungen des Unternehmens zu umgehen. Viele Anbieter machten sich ein Schlupfloch in den lockeren Standards dieses Zertitikats zunutze, um Gaming- und Pornographie-Apps zu veröffentlichen, die Apple im Normalfall ablehnen würde. Das von Steve Jobs gegründete Unternehmen reagierte allergisch und verkündete, dass Apple im letzten Jahr 25.000 Glücksspiel Apps aus China gelöscht habe, die den eigenen Richtlinien widersprachen. Paradox, denn im Reich der Mitte sind per Gesetz ausschließlich staatliche geregelte Lotterien als Glücksspiel anerkannt. Alle anderen Arten des Spiels um Geld sind strikt verboten. Einzige Ausnahme ist die Sonderverwaltungszone Macau. Die Glücksspiel-Metropole ist der einzige Ort in China, wo Glücksspiel legal angeboten werden darf.

Neuer Feind: Lootboxen

Wo Apple beim klassischen Glücksspiel hart durchgreift, zeigt sich Google hingegen in einem anderen Bereich sehr engagiert. Sie folgen zwar nicht Apples Beispiel bei den Voraussetzungen für native Gaming-Apps, haben dafür aber besonders die Gaming-Community im Visier. Der große Gegner: Lootboxen. Dabei handelt es sich um virtuelle Belohnungen, die Gamer in Videospielen wie bspw. Fortnite oder Overwatch freischalten können – und das sowohl mit investierter Spielzeit als auch Echtgeld. Vor allem in den USA stößt diese neue Form der Belohnung jedoch auf harrsche Kritik. Erst jüngst hat die US-Glücksspielbehörde ihr Misstrauen gegenüber In-App-Käufen ausgesprochen, mit denen Unternehmen ihrer Spielerschaft ausbeuten sollen. Gegenstände im Spiel zu kaufen, die keinerlei Gegenwert im echten Leben haben, sei hart an der Grenze zum Glücksspiel, sagt die Behörde. Spieler selbst stellen sich häufig die Frage: Lassen sich mit Echtgeld spielerische Vorteile erschleichen oder geht es bei den Lootboxen lediglich um kosmetische Items, die keinen Einfluss auf das Spiel nehmen?

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