Was das Handy mit den Augen macht

4. August 2019 Kommentare deaktiviert für Was das Handy mit den Augen macht Kommentar(e)

Smartphones sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder also, dass Sehschädigungen durch den langen Aufenthalt im Netz zunehmen, denn tagtäglich ist ungefähr jeder zweite Deutsche auf seinem Smartphone oder Computer online. Dabei ist der durchschnittliche Aufenthalt im Netz um insgesamt 26 Minuten innerhalb der letzten drei Jahre auf fast fünf Stunden gestiegen. Besonders betroffen ist die jüngere Generation bis Anfang 30. Besonders auffallend: der Anstieg der Brillenträger um eine Million im selben Zeitraum.

Der Abstand vom Handy zum Auge ist zu gering

Durch den kürzeren Abstand zwischen Auge und Smartphone müssen sich die Augen eindrehen, damit ein Punkt richtig fixiert werden kann. Je geringer der Abstand, desto mehr müssen sich die Augen folglich eindrehen. Oft beträgt dieser Abstand nur 20 Zentimeter und ist damit viel zu klein. Allerdings ist es wichtig, regelmäßig mit den Augen in kurze und ferne Distanzen zu schauen. Dadurch werden Muskeln und Sehnen trainiert. Ist diese Übung nicht gegeben, fängt der Augapfel an, in die Länge zu wachsen und verursacht eine Kurzsichtigkeit.
Die Augen werden müde und trocken. Teilweise fühlt es sich an, als wäre ein Fremdkörper im Auge. Hält dieser Zustand länger an, verschwimmt die Sicht zusehends. Unbehandelt führt das zu Doppelbildern und einer gesteigerten Lichtempfindlichkeit.

Bild: Sutterstock (Marcos Mesa Sam Wordley)

Bild: Sutterstock (Marcos Mesa Sam Wordley)

Das Licht des Displays tritt ungehindert ins Auge

Ein zusätzlicher Schadfaktor ist das Licht, das mit einem hohen Blauanteil aus dem Handydisplay austritt. Durch unsere Netzhaut, das sogenannte Nervengewebe, welches sich hinter dem Augapfel befindet, leitet die Lichtreize weiter an unser Gehirn. Tritt dieses Licht mit erhöhten Blauanteil nun ungefiltert auf die Netzhaut, können dabei durch die Überreizung bleibende Schädigungen entstehen. Je länger auf das Display geschaut wird, desto eher werden die Augen müde und trocken. Zusätzlich wird die Produktion des Schlafhormons gehemmt, wodurch vermehrt Schlafstörungen auftreten. Gerade vor dem Schlafen gehen sollte das Handy ausbleiben und den Augen eine Pause gegönnt werden.

Wie können solche Probleme vermieden werden?

Für die ersten sechs Lebensjahre wird daher empfohlen, dass sie kleinen Kinder maximal eine halbe Stunde am Smartphone verbringen. Bis zum zehnten Lebensjahr ist bis zu einer Stunde tolerabel. Vor allem sollte darauf geachtet werden, den Abstand zu groß wie möglich zu halten. Da gerade kleine Kinder noch in der Entwicklung sind, sollten sie mindestens eine Stunde am Tag draußen mit Freunden verbringen. Damit wird ebenfalls für eine normale, soziale Entwicklung gefördert.
Wichtig ist außerdem, zwei Stunden vor dem Schlafen gehen das Smartphone zur Seite zu legen. Damit wird die Bildung des Schlafhormons nicht gehemmt und ein normales Einschlafen und Durchschlafen bleibt gewährleistet. Gerade wenn Schlafprobleme auftreten, sollte an das Handy als Übeltäter gedacht werden!
Ist eine längere Zeit am Handy unvermeidbar, sollte versucht werden, mindestens alle zwanzig Minuten den Blick für ungefähr zwanzig Sekunden schweifen zu lassen. Am besten aus dem Fenster, um zwanzig Meter in die Ferne schauen zu können.

Wieso eine Aufklärung über die Schule wichtig ist

Durch die steigende Wichtigkeit von Handys sind Kinder und Jugendliche immer davon umgeben. Gerade in der Schule ist der Einfluss auf den Konsum gering. Umso wichtiger ist es, dass auch von der Schule eine Aufklärung über die gesundheitlichen und psychischen Risiken stattfindet. Dadurch können weitere Kurzsichtigkeiten zumindest eingedämmt werden.
Neben der Kurzsichtigkeit besteht auch die Gefahr eines grünen Stars, in der Augenheilkunde auch als Glaukom bekannt. Das Glaukom entsteht durch die Zerstörung des Sehnervs, welche schleichend beginnt und deswegen oft erst zu spät bemerkt wird.

Shutterstock: Prostock-studio

Bild: Shutterstock (Prostock-studio)

Was kann getan werden, wenn Probleme auftreten?

Treten schleichend oder plötzlich Sehschwierigkeiten auf, sollten diese schnellstmöglich abgeklärt werden. Dafür ist eine kompetente Beratung bei einem Optiker der erste Schritt. Um den richtigen Optiker zu finden oder mehrere miteinander zu vergleichen, bietet sich die Seite DeutscheOptiker an. Vor Ort kann ein Sehtest erfolgen und so festgestellt werden, ob eine Kurzsichtigkeit vorliegt, und wenn ja, wie weit sie fortgeschritten ist. Zusätzlich haben die meisten Optiker inzwischen die Möglichkeit, mit einem speziellen Gerät die Augen genauer zu inspizieren. Mit den Testergebnissen kann dann eine Brille oder Kontaktlinsen angepasst werden. Sollte der Sehtest schlecht ausfallen, kann ein Gang zum Augenarzt empfehlenswert sein.

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