Huawei Ascend P7

Martin Reitbauer 8. September 2014 0 Kommentar(e)
Huawei Ascend P7 Androidmag.de 4 4 Sterne

Ein „High-End-Smartphone mit fairem Preis-Leistungsverhältnis und Designanspruch“ versprach Huawei bei der Präsentation seines neuen Android-Spitzengeräts. Wir haben Nachschau gehalten.

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Zugreifen, wenn Sie ein kompaktes Gerät mit schönem Design suchen, und nicht zu viel bezahlen wollen.

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Das viele Glas ist Geschmackssache, und das Gerät liefert in puncto Hardware keine Top-Performance.

Den Namen Huawei brachten Konsumenten in unseren Breiten bis vor nicht allzu langer Zeit hauptsächlich mit 3G-Sticks im Netzbetreiber-Gewand in Verbindung. Eingeweihte kannten vielleicht Netzwerkkomponenten des 1987 im chinesischen Shenzen gegründeten Elektronikriesen, der mit 140.000 Mitarbeitern weltweit beinahe so viele Menschen beschäftigt wie Sony. 2009 erfolgte der Einstieg ins Smartphone-Geschäft. Vor Kurzem präsentierte der Hersteller nun sein neues Android-Flaggschiff – das P7 aus der Ascend-Reihe, mit dem die Tür zum europäische Markt weiter aufgestoßen werden soll.

Das 5-Zoll-Gerät ist mit 124 Gramm angenehm leicht und mit 6,5 mm auch sehr flach.

Das 5-Zoll-Gerät ist mit 124 Gramm angenehm leicht und mit 6,5 mm auch sehr flach.

Glaskanone

Äußerlich ist der größte Unterschied zum Vorgänger die Rückseite: Das gebürstete Aluminium ist Gorilla Glas gewichen. Dieses kommt – weniger überraschend – auch an der Vorderseite zum Einsatz. Aus irgendeinem Grund hält es der Hersteller trotzdem für nötig, ab Werk eine stark haftende Displayschutzfolie aufzukleben. Das viele Glas, der Alu-Rahmen und der runde Standby-Button erinnern sehr stark an die jüngeren Designs von Sony – und wie diese ist das Huawei Ascend P7 auch in drei Farben verfügbar. Die Displaydiagonale beträgt 5 Zoll, und damit 0,3 Zoll mehr als beim Vorgängermodell Ascend P6. Mit der physischen Dimension wurde dankenswerter Weise auch die Auflösung gesteigert – das IPS-Panel löst nun mit Full HD auf und bietet auch sonst keinen Grund zum Meckern. Mit nur 124 Gramm Gewicht und einer Dicke von nur 6,5 mm ist das P7 angenehm leicht und dünn ausgefallen.

„Die Kombination von vier Kernen à 1,8 GHz und 2 GB RAM sorgt für ausreichend Leistung – Bildschirmanimationen laufen ruckelfrei, Apps starten hurtig. “

Prozessorgeflüster

Die Rechenaufgaben löst ein HiSilicon Kirin 910T – eine Eigenproduktion von Huawei, der vier Cortex A9-Kerne mit einer Taktung von je 1,8 GHz enthält. Die Kombination mit 2 GB RAM  und einer Mali 450MP4 GPU sorgt für ausreichend Leistung – Animationen laufen ruckelfrei, Apps starten hurtig und das Wechseln zwischen verschiedenen Anwendungen geht schnell von der Hand. Auch aktuelle 3D-Spiele liefen im Test durchaus flüssig. Der „exotische“ Systemchip räumt dem Gerät in den Benchmarks allerdings keine Spitzenplätze ein – der von uns ermittelte AnTuTu-Wert reiht das Ascend P7 etwa im Bereich des Samsung Note 2 oder des Vorjahres-Flaggschiffs von HTC, dem One (M7) ein. Auch die Werte bei Grafik- und Browserperformance fallen gedämpft aus.

Der Rahmen ist aus Aluminium gefertigt, die Rückseite aus Gorilla Glas gefertigt. Die Optik (Fingerabdrücke!) ist wohl Geschmackssache.

Der Rahmen ist aus Aluminium gefertigt, die Rückseite aus Gorilla Glas gefertigt. Die Optik (Fingerabdrücke!) ist wohl Geschmackssache.

Ausstattung

Die Ausstattung des Geräts liegt im gehobenen Durchschnitt: LTE, NFC, Bluetooth 4.0 sowie GPS und GLONASS sind mit an Bord. Der interne Speicher von 16 GB kann mittels microSD-Karte auf bis zu 64 GB erweitert werden. Den Akku hat Huawei im Vergleich zum Vorgängermodell gleich um ein Viertel wachsen lassen – 2500 mAh sind bei einem Display dieser Größe ein angemessener Wert. Adäquate Ergbnisse liefert auch die verbaute 13 MP-Kamera: Sie schießt farbtreue Fotos und kommt auch mit ungleicher Ausleuchtung des Motivs gut zurecht. Die Schärfe lässt aber etwas zu wünschen übrig und die Auslöseverzögerung könnte etwas kürzer sein.

Oberfläche: iOS lässt grüßen

Wie schon der Metallrahmen des Ascend P7 etwas an das iPhone erinnert, so tut es auch die Oberfläche „Emotion UI“: Die abgerundeten Icons, die Farbwahl und Gestaltung der Bedienelemente in den Menüs und nicht zuletzt der fehlende App-Drawer sorgen dafür, dass sich etwaige iOS-Umsteiger gleich ganz zuhause fühlen. Mit Android 4.4.2 ist eine hinreichend aktuelle Version des Betriebssystems installiert – über ein Update auf 4.4.4 oder gar Android L war zu Redaktionsschluss nichts bekannt. Die Update-Erfahrungen beim Vorgängermodell lassen leider nichts Gutes erwarten: Geschlagene 7 Monate brauchte Huawei für ein Update auf das damals neu erschienene Android 4.4 Kitkat. Bei den vorinstallierten Apps beschränkt sich Huawei, abgesehen von einigen Spielen, Foto- und Musik-Apps, auf die Basics.

Die rundlichen Icons erinnern - wie auch andere Aspekte der „Emotion UI“-Oberfläche von Huawei - stark an iOS.

Die rundlichen Icons erinnern – wie auch andere Aspekte der „Emotion UI“-Oberfläche von Huawei – stark an iOS.

Fazit

Das Huawei Ascend P7 ist hübsch anzusehen, aus hochwertigen Materialien gefertigt und gut verarbeitet. Bildschirm und Kamera sind einwandfrei. Die Hardware sorgt für weitgehend ruckelfreie  Bedienung, absolute Top-Performance gibt‘s jedoch nicht. Dafür lockt ein vergleichsweise niedriger Verkaufspreis.

  • Edles Design
  • Gute Ausstattung
  • Keine Top-Performance
  • Glas-Rückseite ist Geschmackssache
Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 229,00
 
Android
4.4.2
5"
1920x1080
Gewicht
124 g
13 MP
8 MP
Kamera
16 GB
32 GB
Speicher
2 GB
RAM
4x
1,8 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 139,8x68,8x6,5 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 3 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
24582
 
Grafik:
660
 
Browser:
903
 
Akku:
500
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 35/40
 

Gerätevergleich Rang 15

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Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsächlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschäftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit für einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

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