Huawei P8 lite im Test

Peter Mußler 23. August 2015 2 Kommentar(e)
Huawei P8 lite im Test Androidmag.de 4 4 Sterne

Im letzten Heft ­haben wir über Huaweis neue Flottenpracht, den iPhone-Heraus­forderer P8, ­berichtet. Dieses Mal ­widmen wir uns dessen Light-­Version und ­schauen, wo neben dem Preis am meisten ­abgespeckt wurde.

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Kann der günstige

Zwilling überzeugen?

Von anderen Herstellern kennen wir die Klein-Versionen ihrer Flaggschiffe: handlichere Abmessungen, oft schwächere Hardware und Namenszusätze wie „Compact“ (Sony) oder „Mini“ (Samsung). Huawei hat sich für „lite“ entschieden und denkt gar nicht daran, an Größe einzubüßen. An der Preisschraube wurde natürlich gedreht: Knapp 50 Prozent weniger als für das P8 muss für das P8 lite berappt werden. Um welchen Preis wird da gespart? Wir schauen, wo die Kostendiät von Huawei Wirkung zeigt.

Auf den ersten Blick sind P8 und lite klar verwandt, mehr noch: wie eineiige Zwillinge. Lediglich im direkten Vergleich fällt der Huawei-Schriftzug beim P8 lite auf der Frontseite unter dem Display auf. Bei genauerer Betrachtung werden kleine Unterschiede deutlich. Die Schirmdiagonale des lite beträgt nur 5 Zoll (5,2 beim P8), und hat eigentlich nur an Höhe verloren, nicht an Breite. Es gibt minimal mehr Rand, hauptsächlich hat man aber bei der Auflösung den Gürtel enger geschnallt.

Die Kunstoberfläche auf der Rückseite erinnert an lasiertes Holz. Optisch kann sie mit Alu mithalten, haptisch aber nicht.

Die Kunstoberfläche auf der Rückseite erinnert an lasiertes Holz. Optisch kann sie mit Alu mithalten, haptisch aber nicht.

 

Kunststoff-Offensive

1280 x 720 Pixel sind nicht schlecht, rangieren aber deutlich unter der FullHD-Marke des Vorbilds, die ­Helligkeit ist ausreichend, wenn auch hier ein wenig zurückgefahren wurde.

Wendet man sich dem etwas höher bauenden Gehäuse (es ist einen guten Millimeter dicker) zu, werden weitere Sparbereiche sichtbar. Sein ­Rücken ist aus Kunststoff gemacht, der im Klopftest ein wenig billig klingt und natürlich keine ganz so gute Figur macht wie ein Alu-Body. Der Rahmen wirkt zuerst wie Metall, bei genauerer Prüfung dann wie beschichteter Kunststoff, ist laut Huawei aber aus Metall. Er beherbergt ebenfalls zwei Lautsprecher auf der Unterseite. Urteil: hochwertig gespart.

Alu-Flanke oder nicht - das ist hier die Frage. Die Struktur erinnert an den Rücken im Holz-Look, laut Huawei ist sie aber aus Alu.

Alu-Flanke oder nicht – das ist hier die Frage. Die Struktur erinnert an den Rücken im Holz-Look, laut Huawei ist sie aber aus Alu.

Fast gleichwertige Kamera

Beim für viele Nutzer wichtigsten Bauteil hat ­Huawei das P8 lite ebenfalls nicht kaputtgespart: Die Kamera hat wie im fotostarken P8 auch 13 ­Megapixel und macht gute Bilder. Die Farben wirken beim P8 lite dennoch blasser und das Rauschen ist bei wenig Licht dort stärker. Das kann am eingesparten optischen Bildstabilisator liegen, möglicherweise auch an einer anderen Software. Brauchbar sind die Bildresultate aber auf jeden Fall.

Ein bisschen stärker auf die Kostenbremse wurde dort getreten, wo man es nicht gar so deutlich spürt. Die Grafikeinheit liefert keine berauschenden Ergebnisse (kein Problem, wenn nicht gespielt wird) und der 64bit-8-Kerner mit je 1,2 GHz kann mit dem Boost seines Pendants aus dem P8 naturgemäß nicht mithalten, wenngleich die Werte hier keinen Bremsklotz verheißen. ­Immerhin sind 2 GB Arbeitsspeicher zum Unterstützungsdienst eingeteilt.

Zur restlichen Ausstattung gehören ­akzeptable 16 GB Speicher, Dual-SIM, NFC- und 4G-Technologie, nur der magere Akku mit 2200 mAh kann einem den Smartphone-Spaß verderben, wenn er einmal vorzeitig die Party beendet.

Verschönerung eines Redakteurs mit der „Perfektes Selfie“-Funktion der Kamera-App. „Bart weg“ fehlt noch, „Nase kleiner“ auch.

Verschönerung eines Redakteurs mit der „Perfektes Selfie“-Funktion der Kamera-App. „Bart weg“ fehlt noch, „Nase kleiner“ auch.

Gesichts-Tuning

Software-seitig interessant ist die Erweiterung der Kamera-App um eine Verschönerungsfunktion wie beim P8. Die Bilder des 5-MP-Selbstschuss­kästchens können per „Perfektes Selfie“ automatisch bearbeitet werden. Dazu muss man sich aus drei Perspektiven fotografieren und kann dann ­anhand verschiedener Hebel „Verbesserungen“ vornehmen. Diese merkt sich die App, künftige ­Selfies können über diese festgelegten Einstellungen dann dem eigenen Ideal angepasst werden. Diese „Retusche für jeden“ (auch unmenschlich große Augen im Manga-Stil sind möglich) dürfte der Diskussion um fragwürdige Vorbilder für junge Menschen neuen Zündstoff geben.

Fazit

Das P8 lite ist nicht wirklich leichter als das P8 (es sind nur 13 Gramm Unterschied) und auch nicht kleiner. Trotzdem hat es abgespeckt, und zwar an Leistungsvermögen – jedoch, und das ist das Entscheidende, nicht in gleichem Maße wie der Preis. Wem Rechenpower also nicht so wichtig ist und wer den Kunststoffrücken sowieso im Case versteckt, der ist mit dem P8 lite sicher gut beraten. Es wirkt wie das „schwere“ P8, schießt ähnlich gute Fotos und bietet die gleichen Software-Features. Kein böser Zwilling also.

daumen_hoch
Erwachsenes, schlichtes Design
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

 

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Schwacher Akku

 

 

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EUR 145,50
 
Android
5.0
5,0"
1280x720
Gewicht
131 g
13 MP
5 MP
Kamera
16 GB
128 GB
Speicher
2 GB
RAM
8x
1,2 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 143x70,6x7,7 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 4 Sterne
Speed: 3 Sterne
Akku: 3 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
32036
 
Grafik:
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Browser:
1912
 
Akku:
440
 
Max. 80627
Max. 4942
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Gesamtwertung: 31/40
 

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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