Im Test: Türsprechanlage DoorLine Slim Dect

Mit der steigenden Nachfrage nach vernetzten Türsprechanlagen steigt auch das Angebot der verschiedenen Hersteller. Die meisten Modelle sind jedoch aufs Smartphone beschränkt und nicht sonderlich zuverlässig. Und so bleibt die DoorLine DECT des deutschen Herstellers Telegärtner eine äußerst beliebte Lösung, da sie sich direkt an eine FRITZ!Box oder einen Speedport anschließen lässt und das Türgespräch zuverlässig an jedes Telefon weiterleitet.

Das Crailsheimer Unternehmen ­Telegärtner Elektronik bietet seit 1997 vernetzte Türsprechstellen an. Der Marktstart des neuesten Modells DoorLine Slim DECT ist mittlerweile vier Jahre her – und dennoch ist die einzigartige Türsprechstelle in vielen Punkten weiterhin unschlagbar. Per DECT-Funk lässt sich die DoorLine leicht und sicher an der multifunktionalen FRITZ!Box anschließen. Man braucht keine App herunterladen, kein Nutzerkonto anlegen, keine ungelesenen AGBs akzeptieren und auch kein Abo-Modell abschließen. Einstecken, anmelden, Zielrufnummern hinterlegen – fertig. Und mit der daraus resultierenden wachsenden Beliebtheit der DoorLine entwickeln sich auch die Einstellungen an der FRITZ!Box immer weiter.

Die DoorLine hat ein flaches und hochwertiges Design mit zwei Sensortasten auf der Vorderseite, denen jeweils zwei beliebige Rufnummern zugeordnet werden können. Neben der Gegensprechfunktion kann eine Taste allerdings auch als Türöffner oder als Lichtschalter verwendet werden. Ein integrierter Helligkeitssensor schaltet die Hintergrundbeleuchtung des Beschriftungsfeldes bzw. der Klingeltasten automatisch. Eine Gegensprechstelle im Haus ist nicht notwendig, weil das Türgespräch auf die im Haus vorhandenen Telefone oder Smartphones weitergeleitet wird. Ein mitgeliefertes Steckernetzteil versorgt die DoorLine mit 12V Gleichstrom.



Zwei Optionen für die Einrichtung an der FRITZ!Box

Die Anmeldung der DECT-Türsprechstelle an der DECT-Basis einer FRITZ!Box ist so einfach wie das Anmelden eines schnurlosen DECT-Telefons. Die FRITZ!Box erkennt automatisch, dass es sich um eine Türsprechstelle handelt. Nun gilt es lediglich die Klingeltasten zu belegen. In einem Drop-down-Menü lassen sich die Ziele des Türgesprächs auswählen, also interne oder externe Rufnummern. Mit Hilfe eines neuen Telefonbucheintrages in der FRITZ!Box kann auch eine Gruppe an Zielen erstellt werden. Für wahrscheinlich 90 Prozent aller DoorLine-Nutzer sind hier alle Funktionen bequem über die FRITZ!Box einstellbar. Wer die integrierte Apotheker-Schaltung der DoorLine nutzen oder einen Fernzugriff wünscht, kann sie aber auch manuell als normales DECT-Telefon an der FRITZ!Box anmelden und die DoorLine selbst per DTMF-Steuerung einrichten. Das ist zwar deutlich umständlicher als über die FRITZ!Box-Oberfläche, doch nur so lässt sich die intelligente Apotheker-Schaltung der DoorLine nutzen sowie zahlreiche andere Einstellungen vornehmen. Direkt hinterlegte Zielrufnummern können hintereinander angewählt werden, d.h.: Nimmt unter der ersten Zielrufnummer niemand ab, so versucht die DoorLine das Türgespräch an eine andere Rufnummer durchzustellen. Wie geduldig sie es klingeln lässt, kann individuell festgelegt werden, und auch viele andere Einstellungen sind so möglich. Man kann der DoorLine auch eine eigene Rufnummer zuweisen unter der man sie selbst von unterwegs aus erreichen kann – um zum Beispiel die Apothekerschaltung zu aktivieren oder Zielrufnummern zu ändern. Das ist etwas aufwändiger, aber wer diese besonderen Funktionen nutzen möchte, nimmt diesen einmaligen Extra-Aufwand wohl gerne in Kauf.

Viel Privatsphäre ohne App und ohne Cloud

Zu den größten Stärken der DoorLine gehört sicherlich der bewusste Verzicht auf eine App und eine Cloud. Die Türgespräche kommen in zuverlässiger und in einer deutlich besseren Qualität beim Nutzer an. Zudem braucht man kein Nutzerkonto und kein Abo-Modell, um die DoorLine zu nutzen. Besucher werden nicht automatisch in einer Cloud gespeichert und kein Unternehmen sammelt im Hintergrund Daten und Informationen. Niemand außer dem Anwender weiß also, wer wann vor der Tür stand. Der direkte Anschluss an die Telefonanlage ist flexibler bei der Rufweiterleitung und deutlich zuverlässiger als ein Türgespräch, das erst in die Cloud und dann auf eine App übertragen wird. Die Übermittlung über die Telefonleitung hat jedoch den Nachteil, dass kein Video-Bild vom Besucher übertragen werden kann. Sollte man den Besucher also nicht zweifelsfrei an seiner Stimme erkennen können, dem sei eine kleine WLAN-Kamera empfohlen, die er anlassbezogen auf dem Smartphone aufrufen kann. Diese anlassbezogene Video-Überwachung ist dann auch 100 Prozent datenschutzkonform.

Fazit

Wer eine gleichermaßen zuverlässige wie flexible Weiterleitung seiner Türgespräche sucht und Wert auf Datenschutz und zeitloses Design legt, hat mit der DoorLine nach wie vor das beste Produkt gefunden. Sie ist deutlich günstiger als eine konventionelle Gegensprechanlage. Und per DECT-Funk lässt sich die DoorLine schnell und einfach mit der FRITZ!Box verbinden. Wer die zahllosen Extra-Funktionen der DoorLine nutzen möchte, kommt allerdings an einer etwas aufwändigeren Einrichtung nicht vorbei.

Preis: EUR 349,- / Maße / Gewicht: 220 x 85 x 21 mm / 500 g / Konnektivität: DECT (Funk) / Features: energiesparende LED-Technik, pro Taste 2 Rufnummern programmierbar, IP54-Zertifizierung / bit.ly/sm_doorlinedect

Note: Hervorragend (96%)