LG G Flex 2 im Test

Ein modernes Smartphone sollte eigentlich alles können: Schick sein, stabil, schnell, innovativ, zuverlässig, solide und obendrein noch günstig. Wir prüfen, inwiefern der neue Bogen von LG diesem Bündel an Anforderungen gerecht werden kann.

 

Die zweite Generation

der High Tech-Banane

Warum dieses gebogene Smartphone mit zweiten Namen „Flex“ heißt, ist unklar. „Bogen“, „Wippe“ oder unseretwegen auch „Banane“ (natürlich alles auf Englisch), das hätte man verstanden. „Flex“ (wenn es denn für flexibel stehen soll) aber ist irreführend, denn verwinden lässt sich das Gerät so wenig wie ein Kochlöffel. Vielleicht ist aber eine andere Flexibilität gemeint. Eine innere womöglich?

Das G Flex2 ist von Haus aus mit wenig internem Speicher ausgestattet, nämlich nur 16 GB. Dafür verfügt es über einen microSD-Slot, der eine Erweiterung auf 2 Terabyte, zum Genießen: 2.000 GB, ermöglicht. Da kann man viele Bilder machen und auch viele Filme auf dem Smartphone archivieren.

Hilft Strom sparen. Dank der Glance View-Funktion muss für die Uhrzeitanzeige nicht mehr der gesamte Display aktiviert werden. Ein Wisch von der Oberseite beleuchtet nur einen Bruchteil.

Display mit wenig Helligkeit

Es scheint ein System erkennbar zu sein: Viel Platz für Filme und ein gebogener Bildschirm mit viel Zentrum und wenig Rand? Ist das die heimliche Bestimmung des G Flex2, das Kino für die Hosentasche? Zwar sollen durch die Form Reflexionen aus der Umgebung vermindert werden, zum Spitzen-Display fehlen dann trotz Full-HD-Auflösung ein paar Bildpunkte auf dem 5,5 Zoll-Schirm („nur“ 403ppi) und auch die Helligkeit müsste bedeutend höher ausfallen. All das macht das G3 besser. Auch Bilder: Die Hauptkamera ist zwar nominell und ausstattungsmäßig (Laser-AF, optische Bildstabilisierung) auf gleicher Höhe mit der überragenden des flachen Bruders, die Qualität ist trotz alledem weniger berauschend. Bei der Selfiecam sollte man mit 2,1 MP nicht zu genau hinschauen. Das Auslösen per Sprachbefehl funktioniert aber auch beim G Flex 2 perfekt: „Whiskey!“

Der rückseitige Kunststoff wirkt nicht gerade edel, soll aber Kratzer wieder „auswachsen“ lassen. Im Test war der Erfolg nur mäßig.

Schnelle Grafik, schnelles Laden

Die Leistungszahlen der Recheneinheit verorten die smarte Banane allerdings ganz weit vorne. Im Antutu-Test bringt der Achtkern-Snapdragon 810 seit der Benchmarkerhöhung durch die neuen Flaggschiffe zwar keine Spitzenposition mehr (könnte auch am zu kleinen Arbeitsspeicher mit 2 GB liegen), aber Grafikergebnis und Browsergeschwindigkeit sind absolut top.

Für viele viel wichtiger: Wie schnell sich der Akku wieder auffüllen lässt. Das geht beim Speicher mit großzügigen 3.000 mAh dank Quickcharge-Funktion sehr zügig. Innerhalb von 30 Minuten verspricht LG einen Ladestand von 50%. Damit die Energiereserve möglichst lange erhalten wird, hat man sich bei diesem Modell des Hauptverbrauchers angenommen: Das ist der Display. Jedes Einschalten – oft nur, weil man als Nutzer die Uhrzeit oder den Status kontrollieren will – saugt am Akku, drum aktiviert die Glance View-Funktion per Fingerstreich nur noch das oberste Fünftel und alles Wichtige ist zu sehen.

Außerdem kann man per Dual Window zwei Apps auf einem Screen laufen lassen, per Klopfer aus dem schlafenden Display starten und per Touch an jeder beliebigen Stelle hinter den Vorhang des Sperrbildschirm schauen. Schön gemacht.

Macht auch zweckentfremdet eine gute Figur. Wer sich einmal nicht mit dem Gerät beschäftigen möchte, dem dient es als Serviertablett.

Spontanremission

Bei diesem Smartphone muss man natürlich das Design kommentieren. Die Biegung gefällt, weniger dagegen der für den Rücken verwendete Werkstoff. Er sieht aus wie grauer PVC-Boden mit weißen Wolkenschlieren. Der Clou: Angeblich verschwinden entstandene Kratzer – bis zu einer gewissen Schwere – wieder von selbst. Ein griffigeres Material wäre uns zumindest lieber gewesen. Genauso wie Schalter auf der Seite. Dank Knock-Entsperrung vermisst man sie dort aber kaum.

Fazit

Wer bereit ist, für ein Smartphone tief in die Tasche zu greifen, das starke Technik und viele smarte praktische Software-Helferlein mit ausgefallenem Design verbindet, der ist beim LG G Flex2 absolut richtig. Kleine Abstriche bei Kamera und Display kann sollte man allerdings verzeihen können. Dafür lässt einen das Alleinstellungsmerkmal der Wippenoptik aus der Masse der Nutzer schon tausend Mal gesehener planer Geräte herausstechen. Das hat eben seinen Preis.



Tolles, ergonomisches Design

Geniale Softwarelösungen

 

Sehr hoher Preis

Unangenehmes Material an der Rückseite

 

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