Huawei MediaPad

Überraschend gute Tablet Premiere

 

Das erste Tablet des chinesischen Herstellers Huawei überraschte uns trotz des sehr günstigen Verkaufspreises mit toller Verarbeitung, flotter Performance und einem guten Bildschirm. Auch die Ausstattung überzeugte: Micros SD-Slot, HDMI-Anschluss und sogar ein 3G-Modul sind mit an Bord.

Den chinesischen Hersteller Huawei verfolgt der Ruf eines Billiggeräte-Produzenten, was aufgrund einiger sehr günstiger und qualitativ entsprechend bescheidener Smartphones auch durchaus sein Richtigkeit hat – oder besser gesagt, hatte. Denn das erste Tablet der Chinesen hat uns im Test positiv überrascht.

Das MediaPad ist etwas für Sie, wenn Sie …

… ein kompaktes, günstiges und sehr gut verarbeitetes Tablet suchen, auf dem „pures“ Android 3.2 ohne Herstelleranpassungen läuft.

Das MediaPad ist nichts für Sie, wenn Sie …

… ein größeres Tablet mit einem ausdauernderen Akku suchen und Sie nicht auf die Oberflächen-Anpassungen von Samsung und Co. verzichten möchten.

Viel Leistung für wenig Geld

Auf dem Papier klingt das MediaPad von Huawei sehr vielversprechend, so bietet es ein aus Aluminium gefertigtes Uni-Body-Gehäuse, ein IPS-Display mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixel, viele Anschlüsse, ein integriertes 3G-Modul und Android 3.2 ohne jegliche Anpassungen seitens des Herstellers – ein paar vorinstallierte Apps, die sich aber problemlos löschen lassen, ausgenommen. Doch was taugt das Gerät, das im Handel schon für 350 Euro zu haben ist?

Gute Verarbeitung und Performance

Beim Erstkontakt mit dem 7 Zoll-Tablet fällt sofort das hochwertig verarbeitete Gehäuse aus Aluminium auf. Das Gerät ist dadurch sehr robust, liegt aber weniger gut in der Hand als vergleichbare Tablets von Samsung. Das liegt vor allem am Gewicht, denn das MediaPad bringt stolze 390 Gramm auf die Waage, außerdem ist das Gerät etwas dick ausgefallen. In Sachen Performance hält das Huawei-Tablet locker mit hochpreisigen Konkurrenten mit, das vorinstallierte Android 3.2-Betriebssystem läuft unserer Meinung sogar flüssiger als dies etwa beim Galaxy Tab 8.9 der Fall ist. Mit aufwändigen Spielen kommt das Tablet ebenfalls zurecht, wobei für Tegra-CPUs optimierte Spiele natürlich hier nicht ihre volle Pracht entfalten können. Beim  Antutu-Benchmark schaffte das MediaPad satte 5551 Punkte, außerdem fuhr es ebenfalls ganz ordentliche 2295 Frames (20.3 FPS) bei GL Bench (Egypt Standard) ein.

Das MediaPad bietet auch für aufwändige Spiele genug Power.

Ein Bildschirm, zwei Auflösungen

Das Display des MediaPads gefiel uns im Test sehr gut, es bietet satte Farben und eine geringe Blickwinkelabhängigkeit. Wie bei vielen anderen aktuellen Tablets, spiegelt aber auch hier der Bildschirm recht stark. Ein Novum ist eine Option, die sich in den Display-Einstellungen finden lässt. Denn hier können Sie im Menüpunkt „Displayauflösung” eben diese mit den beiden Optionen „Standard” und „Hoch” umstellen. Bei ersterer Einstellung löst der Bildschirm mit 1076 x 600 Pixel auf, dadurch erscheinen Schriften und Icons größer, die Pixeldichte lässt aber zu wünschen übrig. Die native Auflösung ist in der Einstellung “Hoch” zu finden und beträgt 1280 x 800 Pixel, also abzüglich der Honeycomb-Navigationsleiste am unteren Bildschirmrand etwa 720p HD. Hier wird der Bildschirm knackscharf, einzelne Bedienelemente könnten für so manchen Anwender aber schon zu klein sein.

Umfangreiche Ausstattung

Nachdem Verarbeitung, Performance und Display bereits überzeugen konnten, punktet das MediaPad auch mit seiner Ausstattung. Vor allem in Anbetracht des günstigen Preises, sind die gebotenen Extras beachtlich: 3G-Modul mit SIM-Kartenslot, Micro SD-Schacht für eine bis zu 32 GB große Speicherkarte und ein Micro HDMI-Port nach 1.4-Standard sind mit an Bord. Ein entsprechendes HDMI-Kabel befindet sich nicht im Lieferumfang, was sich aber verschmerzen lässt.

Software und Sense UI-Oberfläche

Auf dem One X ist Android 4.0 vorinstalliert, das um die HTC-eigene Oberfläche Sense UI 4.0 erweitert wurde. Laut HTC ist die neue Sense-Version „aufgeräumter, flacher und erwachsener“ als bisherige Versionen. Und tatsächlich: Die System-Schriftart ist neu und auf die höhere Displayauflösung abgestimmt. Das Lesen von längeren Texten, zum Beispiel bei unformatierten E-Mails, fällt dadurch leichter. Auch Menüs und Schaltflächen wirken moderner, dezenter und nicht mehr so überladen. Das Multitasking-Menü, das bereits verwendete oder noch laufende Apps zeigt, hat HTC zu einem hübschen 3D-Karusell umgestaltet. Im Hauptmenü, dem App-Drawer, werden Apps nach wie vor in die Kategorien „Alle Apps“, „Häufig verwendete“ und „Heruntergeladene“ unterteilt.

Fazit

Das MediaPad beweist, dass Huawei durchaus in der Lage ist, mit Topmodellen anderer Hersteller zu konkurrieren und dabei trotzdem ein relativ niedriges Preisniveau halten kann. Zwar ist das MediaPad kein Meilenstein und im Grunde in keiner Hinsicht herausragend, als Gesamtpaket kann es aber überzeugen. Für rund 350 Euro bekommen Sie unserer Meinung nach bei keinem anderen Hersteller ein so gut ausgestattetes, hochwertiges und performantes 7 Zoll-Tablet wie dieses. Auf alle Fälle eine positive Überraschung und ein richtiger Geheimtipp, der bereits jetzt Lust auf weitere Tablets des bislang noch eher unbekannten Herstellers aus China macht.

Für rund 350 Euro bekommen Sie ein gut ausgestattetes,

hochwertiges und performantes 7 Zoll-Tablet