Tipp: Foto-Guide – Teil 5: Fotoschule

Die Digitalfotografie ist weit wie nie zuvor. Zeitgleich war es noch nie so angesagt wie heute, alles bildlich zu dokumentieren. Reicht deshalb ein Smartphone für den ­alltäglichen Fotobeweis? Und auf was sollte man bei der ­Anschaffung eines neuen Handys bezüglich der Kamera achten?

Bildquelle: Shutterstock [Maridav]

Fotoschule

Jetzt wird‘s richtig praktisch. Wir zeigen Ihnen paarweise Bilder, die veranschaulichen, auf was beim Fotografieren zu achten ist – die geringsten Handgriffe verändern schon sehr viel. Von Scharfstellen bis Filtern ist alles dabei.

Besser scharf als unscharf

FEHLER: Es kann passieren, dass der Autofokus nicht das Objekt im Vordergrund scharf stellt oder man etwas anderes als das vermeintlich Wichtige scharf abgebildet haben möchte. Hier ging auf jeden Fall etwas schief.

BESSER: Schärfepunkt prüfen bzw. durch Antippen des Displays auf die gewünschte Stelle legen. Das geht auch im Automatik-Modus. So werden unschöne Überraschungen beim Anschauen der Bilder vermieden.

Kein Gegenlicht, keine Zentrierung

FEHLER: Massives Gegenlicht und dazu ein Gesicht, das auf der Mittelachse des Bildes liegt. Man erkennt das Wichtige nicht, da sich die Kamera am hellen Hintergrund orientiert.

BESSER: Viel besser ist dagegen eine Aufnahme, die sich das Licht zunutze macht und nicht zum Feind. Das Bild ist in der Fläche heller und alleine dadurch ansprechender. Aber auch Anordnung und Ausschnitt sind geschickter gewählt. Die Person fungiert als Bildtrennlinie im Verhältnis 1:2.

Hier hilft der Blitz 

FEHLER: Auch hier herrschen wieder widrige Gegenlichtverhältnisse. Das Büroschild im Vordergrund ist nur schlecht erkennbar, da es zu wenig beleuchtet ist.

BESSER: Auch wenn zuvor von der Verwendung des

Blitzes abgeraten wurde: Es gibt doch Situationen, in denen selbst der kleine Smartphone-Flash einen nützlichen Dienst tun kann. Da der Abstand stimmt, vermag er den Lichtmangel beim Zielobjekt auszugleichen, das Bild gewinnt enorm.

Spannung im Bild erzeugen

FEHLER: Dieses Interview-Foto ist öde: Die Person wurde frontal und zentral aufgenommen, wenig Gegenstände lassen kaum einen Eindruck von Tiefe entstehen.

BESSER: Zuerst wurde ein anderer Winkel gewählt. Das veränderte in diesem Fall die Lichtverhältnisse, rückte aber auch das Subjekt leicht aus der Mitte. Die Flasche unscharf im Vordergund macht das Bild wesentlich lebendiger und lenkt den Fokus im Vorbeigehen auf die Person.

Interessante Verkaufsbilder

FEHLER: Allein auf weiter Flur. Diesen Eindruck vermittelt dieses Verkaufsfoto für einen Gebrauchtwagen. Wieder mittig, wieder frontal und dazu noch zu viel Rand.

BESSER: Es ist eigentlich egal, ob man ein Auto, einen Kicker-Tisch oder eine Trompete verkaufen möchte. Wichtig ist es, Emotionen zu wecken. Auch hierbei ist Tiefe Trumpf. Der BMW im Bild zeigt aus dieser Perspektive seine muskulöse Flanke und die aggressive Front. Ein tolles Vorschaubild!

Aus fad mach gefiltert

FEHLER: Dieses Bild ist nicht sonderlich spektakulär, obwohl die Person weit am Rand platziert ist und eine Raumflucht zu sehen ist. Manchmal geht‘s eben nicht aufregender.

BESSER: Um aus etwas Gewöhnlichen, das keine groben ­Regelverletzungen aufweist, etwas zu machen, das doch noch anspricht, bedarf es der Nachbearbeitung. Hier wurde ein Bleichfilter angewandt und ein „dreckiger“ Pinselstrichrahmen auf das Bild gelegt: Fertig ist der Hauch von Kunst.