Wie geht das?: Staumelder in Google Maps

Christoph Lumetzberger 19. Januar 2020 Kommentare deaktiviert für Wie geht das?: Staumelder in Google Maps Kommentar(e)

Wie kommt die Stauinfo aufs Handy?

Sicherlich haben Sie sich auch schon einmal von Google Maps an einen bestimmten Ort navigieren lassen. Ziel eingegeben, auf „Route“ und „Start“ getippt und schon beginnt die intelligente Zielführung. Diese erkennt sogar Staus und Verkehrsbehinderungen, die auf dem Weg lauern. Doch wie funktioniert das? Warum ist die App in der Lage, solche Störungen zu erkennen und die daraus resultierende Verzögerung bis zur Ankunft sogar minutiös zu berechnen? Das alles wirkt sehr faszinierend auf den Nutzer, die Antwort auf das „Warum?“ ist dann jedoch nur allzu simpel und mit einfachen, technischen Prozessen zu erklären.

Bildquelle: TY Lim, Shutterstock.com

Wichtige Fragen geklärt!

1. Wie schafft es die Staumeldung aufs Handy?

Wer in diesem Zusammenhang denkt, dass die Staulänge und -dichte per Verkehrskamera in Google Maps gelangen, der ist leider auf dem Holzweg. Die Lösung liegt darin begründet, dass die Navigationsapp Daten von allen Nutzern sammelt, die die GPS-Funktion auf ihrem Smartphone aktiviert, die Übermittlung anonymer Standortdaten eingeschaltet und Google Maps oder den ebenfalls hauseigenen Dienst „Waze“ installiert haben. Dank dieser Daten kann ziemlich genau festgestellt werden, wieviele Verkehrsteilnehmer sich auf der Straße befinden und wie schnell diese unterwegs sind. Wenn sich auf einem begrenzten Straßenabschnitt die meisten Handybesitzer nicht fortbewegen, diagnostiziert Google Maps einen Stau. Komplexe Algorithmen errechnen aus dieser Datenflut sogar die etwaige Verzögerung auf der gewählten Route. Außerdem sind diese Berechnungsmodelle in der Lage, auf alternative Straßen zu verweisen, sollte eine Stauumfahrung sinnvoll und zeitsparend sein.

2. Was ist mit den Daten sonst noch möglich?

Anhand der zahlreich erhobenen Daten ist es Google nicht nur möglich, einen Verkehrsstau und deshalb eine verzögerte Ankunftszeit am Fahrziel zu erkennen. Es können genaue Verkehrsmuster für bestimmte Strecken erstellt werden. Damit lässt sich eine Wahrscheinlichkeit für stockenden Verkehr zur Stoßzeit oder eine Unfallhäufigkeit ermitteln. Und haben Sie die geplante Fahrt bereits im Vorfeld in Google Maps eingetippt, so informiert Sie die App rechtzeitig darüber, wann Sie spätestens abfahren sollten, damit Sie pünktlich das Ziel erreichen.

3. Welche Risiken birgt diese Technologie?

Google weiß bei aktivierter Standortdatenübermittlung permanent, wo Sie sich befinden und an welchen Orten Sie sich für gewöhnlich aufhalten. So kann ein genaues Bewegungsprofil von Ihnen ermittelt und Ihnen etwa passende Werbung zugespielt und in diversen (Google-)Apps angezeigt werden. Wenn Sie dies nicht wollen, sollten Sie in den Einstellungen des Telefons den „Google-Standortverlauf“ deaktivieren.

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