Android-App soll manipulierte Bilder und Tonaufnahmen erkennen

Redaktion 11. November 2011 0 Kommentar(e)

„Photoshop!“ Wer kennt das nicht, kaum stellt man mal ein etwas außergewöhnliches Bild ins Netz, schon kommt irgendein Schlaukopf daher und vermutet die große Verschwörung. Damit es in Zukunft keine Zweifel mehr gibt, haben Forscher an der Duke University nun eine App entwickelt, die gefakte Photos und Tonaufnahmen erkennen soll.

Echtheit zertifiziert

Die auf den Namen „Youprove“ getaufte Android-App soll in der Lage sein, nachträgliche Veränderungen an Bildern und Tonaufnahmen zu erkennen und zu markieren. Das Programm erkennt etwa, ob Teile des Bildes unscharf gemacht wurden, die Auflösung verändert wurde oder Dinge eingefügt wurden – und das mit einer Trefferquote von 99% (Nein, nicht DIE 99%).

Links das Original, rechts die markierten Veränderungen (Quelle: duke.edu)

Einen Haken hat die Sache jedoch: Damit Veränderungen erkannt werden können, muss der User mittels der App erst mal eine Kopie des Originals machen – diesen Backup vergleicht das Programm dann mit dem angezweifelten Bildmaterial und vergibt ein „Echtheitszertifikat“. Dies geht dann allerdings nur mit Bildern, die man ohnehin schon in Besitz hat, ein fremdes Bild ohne das Original zu überprüfen scheint nicht möglich zu sein. Ein zusätzliches Analysetool kann bei erkannten Bildern die Veränderungen visualisieren. Beide Apps sind noch nicht öffentlich verfügbar, laut dem Macher könnte sich dies aber bald ändern.

Begrenzte Anwendbarkeit

Die App könnte durchaus nützlich sein, etwa bei Bildmaterial aus Krisenregionen wie Syrien, Lybien, Yemen oder den Protesten der 99% in den USA. Allerdings stellt sich die Frage, wie man Bilder im Internet ohne das Original überprüfen soll. Im Prinzip kann also nur der Erzeuger der Bilder Manipulationen erkennen und aufzeigen, aber benötigte er dazu eine eigene App? Laut den Machern soll das Tool auch ins Android-Betriebssystem integrierbar sein und eine „Wassermarke“ automatisch für jedes Bild erzeugen können – Bilder könnten dann schon bei der Aufnahme als „echt“ gekennzeichnet werden.

(via duke.edu)

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen

Kennst du schon unsere Magazine?

Alle Magazine anzeigen