Jelly Bean-Apps sind ab sofort auch unter Windows lauffähig

Tam Hanna 9. November 2013 1 Kommentar(e)

Die Architektur von Android (Stichwort Dalvik vs ART) hat den Vorteil, dass sich das Betriebssystem vergleichsweise einfach „emulieren“ lässt. Das amerikanische Unternehmen BlueStacks bietet seit einiger Zeit eine Runtime für Windows an.

Leider war das System bis jetzt nur mit Gingerbread kompatibel. Aufgrund der immer geringer werdenden Verbreitung dieses Betriebssystems hat BlueStacks den Player nun „rebased“ – in Zukunft dient die aktuellere Version Ice Cream Sandwich als Basis für die Emulation.

Die neue Baseline von BlueStacks hört auf den Namen Ice Cream Sandwich...

Die neue Baseline von BlueStacks hört auf den Namen Ice Cream Sandwich…

Trotz des großen Versionssprungs steht außer Frage, dass BlueStacks nach wie vor rund zwei Jahre hinter der technischen Entwicklung steht. Das ist allerdings nicht unbedingt kritisch: die wenigsten Nutzer dürften das Produkt zum Ersetzen der GUI ihres Windows-Betriebssystems verwenden.

Außerdem haben die neuen Versionen noch nicht ausreichend Verbreitung erreicht, um für den durchschnittlichen Entwickler attraktiv zu sein. Es steht z.B. außer Frage, dass Android 4.4 eine Vielzahl von höchst attraktiven neuen Features bringt – aufgrund der geringen Anzahl von unter KitKat laufenden Geräte ist es im Moment nur für Techdemos sinnvoll, die neuen Funktionen in den Kern der Applikation einzubinden.

Anfangs ging der Hersteller davon aus, dass sein Produkt auch für Endkunden attraktiv ist. Leider hat sich das nur sehr peripher bestätigt: neben einigen WhatsApp-Fanatikern fand BlueStacks insbesondere bei Hardwareherstellern Verwendung. Diese nutzen das Produkt zum Realisieren eines Android-Subsystems in Ultrabooks.

Insbesondere bei AMD erhofft man sich dadurch Vorteile im Massenmarkt. Der strauchelnde Chiphersteller hat mit dem Unternehmen schon vor einiger Zeit einen weitgehenden Kooperationsvertrag vereinbart, der dem Vernehmen nach auch die eine oder andere kleine Optimierung auf die Prozessoren des Herstellers beinhaltet.

Außerdem dürfte BlueStacks auch vereinzelt zum schnellen Portieren von Anwendungen in „vertical markets“ zum Einsatz kommen. Eine unter Android lauffähige Version lässt sich nicht ohne Weiteres auf Windows oder Linux bringen – das Zukaufen einer Bluestacks-Lizenz spart jede Menge Entwicklungsaufwand.

Habt ihr Bluestacks schon einmal verwendet? Oder haltet ihr die Idee für so sinnlos, dass ihr dem Produkt keinen zweiten Blick widmet? Eure Meinung interessiert uns – bitte hinterlasst uns einen Kommentar.

Quelle: AndroidPolice

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Tam Hanna   Redakteur

Tam Hanna entwickelt Software für verschiedene Plattformen, beschäftigt sich mit Mobilgeräten und Prozessrechnern und betreibt einen YouTube-Channel mit zehnminütigen Clips zu Interessantem und Lehrreichem aus der Welt der Elektronik.

 

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