Aufgedeckt: 9 Android-Mythen

Peter Mußler 22. Mai 2016 4 Kommentar(e)

Es ist mit jedem Mythos gleich: Er kommt (fast) aus dem Nichts und behauptet sich dann hartnÀckig im Paralleluniversum der Fakten. Das Thema Android macht da keine Ausnahme. Wir gehen hier mit Vor- und Falschurteilen ins Gericht.

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1) Android ist weniger performant als iOS

Kurz: GerĂ€te mit iOS sollen schneller laufen als vergleichbare mit Android. Das stimmt so nicht, kann aber weder so noch so verallgemeinert werden. Android wird von verschiedenen Herstellern verwendet, die die eigene Hardware unterschiedlich auf das Betriebssystem anpassen. Außerdem wird das Performance-Konto durch unterschiedliche OberflĂ€chen und vorinstallierte Anwendungen belastet. GrundsĂ€tzlich aber ist Android nicht weniger leistungsfĂ€hig als iOS.

2) Android ist auf jedem Telefon gleich

Diese Behauptung ist mit einem knallharten „Nein!“ in die Flucht zu schlagen. Android existiert mittlerweile in der sechsten Generation, und auch innerhalb dieser gab es auch immer wieder Verbesserungen, die das Design betreffen. Da Android ein Open Scource-Betriebssystem ist, sind auch unendlich viele Anpassungen durch Drittanbieter möglich. DarĂŒber hinaus kleiden viele Hersteller das Betriebssystem in ihre eigene OberflĂ€che. Kurz: Es gibt sehr, sehr viele verschiedene Androids.

3) Android ist zu kompliziert

Der ehemalige Microsoft-CEO Steve Ballmer hat einmal gesagt, dass man Informatiker sein muss, um ein Android-Telefon zu bedienen. Das ist natĂŒrlich ĂŒble Nachrede, da Blödsinn. Es bieten sich mit zunehmender Entwicklung des Betriebssystems immer mehr Verstellmöglichkeiten, das ist richtig und freut diejenigen, die sich gerne mit Ihrem Smartphone beschĂ€ftigen und manuelle Eingriffsmöglichkeiten wĂŒnschen. Gleichzeitig wird die Bedienung aber auch immer intuitiver: Mythos!

4) Android verbraucht mehr Strom

Wieder das Thema Vielfalt: Es gibt unzĂ€hlige Modelle, auf denen Android lĂ€uft. Manche davon brauchen mehr Strom (ineffiziente Verwendung der Hardware, großes, hochauflösendes Display, starker Prozessor etc.), manche weniger. Die Erfindung des Energiespar-Modus geht eindeutig auf Android zurĂŒck, die Sparabsicht wurde bei Android 6 auf eine weitere Spitze getrieben. Vielleicht ist es auch nur Psychologie – und iPhone-Nutzer sind es schlicht gewohnt, jeden Abend aufzutanken…

5) Das Handy rooten ist illegal

Diese Ansicht scheint gar nicht so weit hergeholt, da vor allem frĂŒher in Betriebsanleitungen Warnhinweise zu finden waren, die auf das Erlöschen der Garantie hinweisen, wenn das Smartphone gerootet wird. Illegal ist der Vorgang jedoch nicht, höchstens schĂ€dlich. Denn neben den potenziellen Vorteilen (mehr Leistung, Beseitigen vorinstallierter Apps) birgt der Vorgang auch Risiken die bis zum Totalschaden reichen können. Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei um einen Mythos.

6) Task-Killer fĂŒr bessere Leistung

Eigentlich logisch: Wenn Tasks, also AblĂ€ufe, beendet werden, die sowieso nur im Hintergrund vonstattengehen, dann muss das der Leistung und dem Akkustandzeit zugutekommen. Ergo zahlt sich ein sogenannter Task-Killer doch aus, oder? Download-Zahlen bei App-Stores sprechen dafĂŒr, dass diese Ansicht weit verbreitet ist. Leider schadet so eine App mehr als sie nutzt. Denn das Betriebssystem sorgt bereits mit den eigenen Mitteln dafĂŒr, dass ruhende Apps keinen Arbeitsspeicher beanspruchen.

7) Gute Apps erscheinen erst fĂŒr iOS

In aller Regel erscheinen Apps populĂ€rer Anbieter und Rising Stars zeitgleich fĂŒr die beiden dominanten Betriebssysteme iOS und Android. Manchmal gibt es unterschiedliche EntwicklerprĂ€ferenzen, manche Apps erscheinen zunĂ€chst nur in einer Android-Version. Selbst wenn eine erfolgversprechende App zuerst auf iOS-GerĂ€ten lĂ€uft, lĂ€sst eine Android-Ausgabe nicht lange auf sich warten – schließlich liegt der Marktanteil bei rund 80 Prozent. Dieser Feld lĂ€sst niemand unbestellt.

8) Google-Konto fĂŒr Android notwendig

Zwei klare Antworten zu dieser hier implizierten Frage: Nein, denn der regulÀre Betrieb eines Android-Smartphones (Telefonieren, Surfen) ist nach wie vor auch ohne Google-Konto möglich. Wer aber mehr als die vorinstallierten Apps benutzen möchte, sucht in aller Regel zuerst im Play Store nach geeigneten Anwendungen. Um dort shoppen zu gehen, bedarf es aber eines Google-Accounts, auch wenn die Programme kostenlos sind. Also: Ja. Einigen wir uns auf deshalb auf ein klares Jein.

9) Android ist virenanfÀlliger als iOS

Beim Computer galt lange die Regel: Kauf dir einen Apple und Malware ist kein Thema. NatĂŒrlich wurde diese Ansicht auch auf das Smartphone ĂŒbertragen: Android als Vertreter der Masse gilt deshalb als Hauptziel fĂŒr Angriffe von Hackern und Datendieben. TatsĂ€chlich ist auch auf dem MobilgerĂ€t ein vorsichtiger Umgang mit Software aus dem Internet geboten. Doch wer in seriösen App Stores einkauft, riskiert nicht mehr als Apple-User. Trotzdem: App-Berechtigen vor der Installation checken!

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschĂ€ftigt er sich gerne mit formschönen GerĂ€ten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes AlugehĂ€use. Als Redakteur fĂŒr die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.