Der weiße Hai wird 45 Jahre alt

12. Oktober 2020 Kommentare deaktiviert für Der weiße Hai wird 45 Jahre alt Kommentar(e)

Spätestens seit dem 1975er-Blockbuster „Der weiße Hai“ ist das Genre des „Haifischfilms“ weltweit etabliert. Und immer wieder tauchen neue Produktionen auf dem Markt auf, die an den Erfolg des großen Vorbilds anknüpfen wollen. Immerhin wird „Der weiße Hai“ im Jahr 2020 stolze 45 Jahre alt – Zeit für ein Resümee. Denn zusammen mit „Krieg der Sterne“ gilt „Der weiße Hai“ als Meilenstein der damaligen Filmgeschichte und als Begründer des Blockbuster-Kinos. 

Shutterstock: Tomas Kotouc

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Der weiße Hai – ein Meilenstein des Horror-Kinos

Als „Der weiße Hai“ 1975 in die Kinos kam, ahnte noch niemand, welchen Einfluss die Produktion auf die Film- und Kinowelt haben sollte. Wer auch nur annähernd das Feeling damaliger Zeiten miterleben möchte, macht dies am besten beim Razor Shark kostenlos spielen, ein Spielautomat, der in der Tradition des Kassenschlagers steht. Regisseur Steven Spielberg verstand es, mit einer einfach gestrickten Handlung, aber gewaltigen Bildern und einem einprägsamen Soundtrack einen Klassiker des Horror-Films zu schaffen. Die Rahmenhandlung ist bekannt: Nachdem eine Schwimmerin durch einen Haiangriff getötet wurde, wollen der Meeresbiologe Matt Hooper (Richard Dreyfuss), der Hai Jäger Sam Quint (Robert Shaw) und der Polizeichef Brody (Roy Scheider) dem Grauen ein Ende setzen. 

Der Erfolg blieb nicht aus: Insgesamt drei Oscars (Beste Filmmusik, beste Tonmischung, bester Schnitt) sowie einen Golden Globe und einen Grammy räumte der Kinofilm ab. Spielberg hatte mit „Der weiße Hai“ seinen ersten, großen Erfolg und gilt seitdem als einer der besten und erfolgreichsten Regisseure in Hollywood. Auf der vom American Film Institute erstellten Liste der 100 besten Filme aller Zeiten schaffte es die Produktion auf den 48. Platz. Insgesamt folgten drei Fortsetzungen:

  • Der weiße Hai 2 (1978)
  • Der weiße Hai 3-D (1983)
  • Der weiße Hai – Die Abrechnung (1987)

Allerdings schaffte es keiner der Nachfolger, an den Erfolg des Originals anzuknüpfen. 

Der weiße Hai 2

Bereits am zweiten Teil, der drei Jahre später in die Kinos kam, war Spielberg nicht mehr beteiligt. Roy Scheider übernahm wieder seine Rolle als Polizeichef Martin Brody. Im Fahrwasser des Erfolgs vom ersten Teil spielte der Film immerhin 188 Millionen Dollar ein und war damit ein kommerzieller Erfolg. Qualitativ jedoch konnte er nicht mithalten, lediglich der Soundtrack von John Williams, der bereits für die Musik im Vorgänger einen Oscar einheimsen konnte, überzeugte. 

Der weiße Hai 3-D

Im dritten Teil übernahm Dennis Quaid die Hauptrolle, der Erfolg ließ jedoch auf sich warten. Und das, obwohl der Film im damals eher ungewöhnlichen 3-D-Verfahren gedreht wurde. Statt positiver Auszeichnungen wurde er bei der Goldenen Himbeere 1984 in fünf Kategorien nominiert:

  • Schlechtester Film
  • Schlechtester Nebendarsteller (Louis Gossett junior)
  • Schlechteste Regie (Joe Alves)
  • Schlechtestes Drehbuch (Carl Gottlieb, Richard Matheson und Guerdon Trueblood)
  • Schlechteste Newcomer (Delfine Cindy und Sandy)

Bei der Preisverleihung konnte sich jedoch „Karriere durch alle Betten“ durchsetzen. 

Der weiße Hai – Die Abrechnung

Der Tiefpunkt der Filmreihe wurde 1987 endgültig erreicht. Selbst „Rotten Tomatoes“ vergab 0% an positiven Kritiken, was äußerst selten ist. Jede Menge logische Brüche, schlechte Spezialeffekte und eine überaus unzureichende Handlung versetzten der Serie den Todesstoß. Bei der Verleihung der Goldenen Himbeere sicherste sich Henry Millar den Negativpreis für die schlechtesten Spezialeffekte. Darüber hinaus war „Der weiße Hai – Die Abrechnung“ für folgende Kategorien nominiert:

  • Schlechteste Darstellerin
  • Schlechtester Nebendarsteller
  • Schlechtester Darsteller
  • Schlechtester Regisseur
  • Schlechtester Film
  • Schlechtestes Drehbuch

Weitere Haifilmproduktionen

Der Erfolg von „Der weiße Hai“ führte dazu, dass viele Filmstudios, Regisseure und Produzenten auf diesen Zug aufsprangen. Allerdings nicht mit sonderlich großem Erfolg. Lediglich der 1999 erschienene Film „Deep Blue Sea“ brachte es auf einen nennenswerten Erfolg. Aber nicht alle Produktionen wollten als Blockbuster oder Riesenproduktion verstanden werden. Studios wie „The Asylum“ und andere sorgten stattdessen dafür, dass der B- und C-Movie Bereich mit kultigen Produktionen überschwemmt wurden. Schon die Titel lassen erahnen, auf welche Zielgruppe diese Filme abzielten:

  • Hai-Alarm auf Mallorca
  • Der weiße Hai in Venedig
  • Mega Shark vs. Crocosaurus
  • 2-Headed Shark Attack
  • Bait 3D – Haie im Supermarkt
  • Hai-Alarm am Müggelsee
  • 3-Headed Shark Attack – Mehr Köpfe = mehr Tote!
  • Roboshark
  • Zombie Shark
  • 5-Headed Shark Attack

Für eine Billigproduktion hatte vor allem die Serie „Sharknado“ sehr großen Erfolg. Das Studio „The Asylum“ ist auf sogenannte „Mockbuster“ spezialisiert, also Produktionen, welche im Fahrwasser von großen und erfolgreichen Filmen schwimmen. Dabei erwecken die Titel den Eindruck, als handle es sich tatsächlich um offizielle Nachfolger oder Neuentwicklungen: Pirates of Treasure Island (Fluch der Karibik), Transmorphers (Transformers), 2012 Armageddon (2012), I Am Omega (I Am Legend), Titanic 2 (Titanic), Der Tag, an dem die Erde stillstand, Thor der allmächtige (Thor) oder Avengers Grimm (Avengers) sind nur einige Beispiele dafür, wie The Asylum Filme produziert. 

 

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