ZTE Blade S6: Preiswerter Octa Core-Plastikbomber im Test

Der chinesische Hersteller ZTE ist in unseren Breitengraden noch recht unbekannt, in nächster Zeit soll sich das aber ändern – zumindest, wenn es nach den Plänen des Herstellers geht. Als Wegbereiter nach Europa soll unter anderem das Blade S6 dienen. Wir haben einige Tage mit dem Gerät verbracht und verraten nachfolgend unsere Testeindrücke – kann das Blade S6 auch hierzulande reüssieren?

Inspirationsquelle: Apple oder Samsung?

Die Antwort auf diese Frage: Auf jeden Fall, hinsichtlich Optik und Verarbeitung reiht sich ZTE nahtlos in die chinesische Riege der Top-Hersteller ein, vor Huawei oder Xiaomi muss man sich in puncto Verarbeitung nicht verstecken – wenngleich ZTE auf ein Polycarbonat-Gehäuse setzt. Interessanter ist aber ohnehin das Aussehen des Blade S6: Während der Name auf einen Samsung-Klon schließen lässt weist das Gehäuse deutlich Anleihen beim iPhone 6 auf. In China gilt eine Kopie allerdings als Form der Ehrerbietung, von einer dreisten Kopie kann man also nicht so einfach ausgehen. Außerdem findet der Nutzer bei näherer Betrachtung dann doch einige Unterschiede: Einen physischen Homebutton gibt es nicht, ZTE verbaut unterhalb des Displays drei kapazitive Tasten, wobei die mittlere auch als Notification-LED dient, bei vorhandenen Benachrichtigungen erstrahlt der Ring um den Button in verschiedenen Farben.

Tadellose Verarbeitung

Die Rückseite und der seitliche Rahmen bestehen aus Polycarbonat, vermitteln aber einen dennoch hochwertigen Eindruck – wenngleich hier Aluminium in puncto Exklusivität immer noch das Maß aller Dinge ist. Abnehmen lässt sich die Rückseite nicht, sämtliche Slots finden auf der Seite Platz: Geladen wird das Gerät an der Unterseite, links sitzt die Auslassung für die SIM-Karten – das Blade S6 kann gleichzeitig mit zwei SIM-Karten verwendet werden. Auf der gegenüberliegenden Seite kommen Lautstärkewippe und Powerbutton unter, und dank des microSD-Slots lässt sich der Speicher um bis zu 64 GB erweitern.

Apropos Festspeicher: Dieser fasst 16 GB an Daten und dient uns als perfekte Überleitung zu den unsichtbaren Bauteilen unter der Haube. Als Taktgeber fungiert ein Snapdragon 615-SoC (MSM8939), der insgesamt mit acht Kernen aufwarten kann: Viermal 1,7 GHz Cortex-A53 und viermal 1,0 GHz Cortex-A53 sorgen für ausreichend Power, der AnTuTu-Wert liegt bei 20.866 Punkten. Die 64 Bit-Architektur der CPU, 2 GB RAM und Android 5.0.1 tragen zur soliden Performance ebenfalls einen beträchtlichen Teil bei.

Praktische Extrafunktionen

Überzogen ist die androide Oberfläche übrigens mit der MiFavor 3.0-UI, einer Eigenproduktion aus dem Hause ZTE. Auch hier sind kleinere Inspirationsquellen nur schwer zu übersehen, das Endergebnis kann sich aber sehen lassen. In der von uns getesteten Version war werkseitig allerdings kein deutsches Tastaturlayout vorinstalliert, dank zahlreicher Keyboard-Alternativen im Play Store stellt das aber kein Problem dar. Dazu hat sich ZTE einige nette Extras einfallen lassen: Wer das Smartphone schüttelt, aktiviert die Taschenlampe, das Zeichnen eines „V“ in die Luft lässt den Musikplayer starten. Im Test klappten die Bewegungsfunktionen zwar nicht immer, softwareseitig gibt es aber auf jeden Fall genug zu entdecken. Lässt die Bewegungssteuerung aus, bleibt immer noch das Starten der Apps auf dem herkömmlichen Weg über das Display: Dieses misst fünf Zoll in der Diagonale und löst mit 1280 x 720 Pixeln, also in HD, auf. Das LCD-Panel stellt die Farben recht realistisch dar, allerdings weniger knackig als beispielsweise AMOLED-Displays. Schwarzwert, Helligkeit und Blickwinkelstabilität sind allesamt in Ordnung.











Standard-Ausstattung

Fehlen nur noch die restlichen technischen Daten: Die rückseitige Kamera knipst Fotos mit 13 MP, qualitativ ist das in Ordnung. Die Frontkamera liefert ebenfalls brauchbare Ergebnisse, 5 MP bietet sie auf dem Papier. Zusatzfunktionen wie ein Autofokus, Gesichtserkennung oder die Möglichkeit, Full HD-Videos drehen zu können, runden das Angebot an. Der Akku muss nicht zwingend jede Nacht an die Steckdose, 2.400 mAh reichen für längere Nutzungsspannen. Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0, A-GPS, LTE – das Blade S6 ist auch mit den gängigen Kommunikationsmodulen ausgestattet.

Fazit

Ein zweischneidiges Schwert: Das Display könnte etwas schärfer sein, HD ist nicht mehr topaktuell. Der Prozessor hingegen bringt ausreichend Leistung, und auch die weitere Ausstattung kann sich sehen lassen. Für 214 Euro auf jeden Fall empfehlenswert – ZTE wird seinen Weg auch hierzulande machen.

Herzlichen Dank für die Teststellung an gearbest.com!

ZTE Blade S6 bestellen