Handy am Steuer: Unfallvideos zeigen das Risiko

Hartmut Schumacher 25. März 2015 0 Kommentar(e)

Das Verwenden von Mobiltelefonen während des Lenkens eines Fahrzeugs ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich. Unfallvideos aus den USA demonstrieren dies überdeutlich.
Auch interessant: Handy am Steuer: im Blindflug auf den Friedhof

Bei 12 Prozent der Autounfälle von Jugendlichen ist das Verwenden von Mobiltelefonen die Ursache. (Foto: AAA Foundation for Traffic Safety)

Bei 12 Prozent der Autounfälle von Jugendlichen ist das Verwenden von Mobiltelefonen die Ursache. (Foto: AAA Foundation for Traffic Safety)

Bei knapp 60 Prozent der Autounfälle von Jugendlichen ist Ablenkung die Ursache. Dies geht aus einer gemeinsamen Untersuchung der AAA Foundation for Traffic Safety und der Universität von Iowa hervor. Bisherige Schätzungen gingen davon aus, dass in „lediglich“ 14 Prozent der Unfälle Ablenkung ein entscheidender Faktor war.

FĂĽr die Untersuchung haben Wissenschaftler Kameras in den Autos der teilnehmenden Jugendlichen installiert. Diese Kameras lieferten sowohl Video- als auch Audioaufzeichnungen sowie Daten ĂĽber die Beschleunigung.

Die Wissenschaftler analysierten in 1.691 Videos jeweils die 6 Sekunden vor dem Unfall. In 58 Prozent der Fälle erwies sich Ablenkung als Ursache für den Unfall. Bei den Unfällen, die dazu führten, dass das Auto die Straße verließ, traf dies sogar auf 89 Prozent zu. Und bei Auffahrunfällen auf 76 Prozent.

Quatschen, singen, Haare kämmen

Die häufigsten Arten der Ablenkung waren die folgenden:
• Gespräche mit Beifahrern (15 Prozent der Unfälle)
• Verwenden von Mobiltelefonen (12 Prozent)
• Blicke auf Gegenstände innerhalb des Fahrzeugs (10 Prozent)
• Blicke auf Gegenstände außerhalb des Fahrzeugs (9 Prozent)
• Singen oder Schunkeln zu Musik (8 Prozent)
• Körperpflege (6 Prozent)
• Greifen nach einem Gegenstand (6 Prozent)

Telefonieren statt Bremsen

Die Wissenschaftler stellten fest, dass Fahrer, die ihre Mobiltelefone verwendeten (unter anderem, um Telefonate zu fĂĽhren oder um SMS-Nachrichten zu schreiben), ihre Augen fĂĽr durchschnittlich 4,1 Sekunden der letzten 6 Sekunden vor dem Unfall nicht auf die StraĂźe gerichtet hatten.

In mehr als der Hälfte der Auffahrunfälle waren die jugendlichen Fahrer sogar so sehr auf ihre Mobiltelefone konzentriert, dass sie nicht auf den drohenden Unfall reagierten, also weder die Bremse noch das Lenkrad verwendeten.

Warnung des ADAC

Der deutsche ADAC warnt ebenfalls eindringlich vor dem Verwenden von Mobiltelefonen während des Fahrens. Ulrich Klaus Becker, der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, erläutert: „Wer mit Tempo 100 auf der Landstraße unterwegs ist und nur eine Sekunde lang unachtsam ist, legt etwa 27 Meter im Blindflug zurück – lange genug, um gegen einen Baum zu fahren oder in den Gegenverkehr zu geraten.“ Und ein Fahrer, der lediglich fünf Sekunden bei Tempo 50 auf sein Handy starre, anstatt auf den Verkehr zu achten, sei immerhin 70 Meter im Blindflug unterwegs.

In folgendem Video kannst du einige der aufgezeichneten Unfälle hautnah miterleben:

Quellen: AAA Foundation for Traffic Safety, ADAC

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen
pic_HS

Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren für eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als nützliche Strukturierungsmittel – und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person über sich selbst.