Sprachsteuerung macht das Handy im Auto nicht sicherer: wir brauchen nach dem Sprechen 27 Sekunden um wieder aufmerksam zu sein

25. Oktober 2015 0 Kommentar(e)

Selbstverst├Ąndlich telefonieren wir im Auto nicht ohne Freisprecheinrichtung! Also kann auch nichts passieren! Weit gefehlt: Forscher der University of Utah haben herausgefunden, dass wir auch nach dem Freisprechen bis zu einer halben Minute ben├Âtigen, um wieder voll konzentriert zu sein.

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Foto: AAA Foundation for Traffic Safety

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Die Studie untersuchte in zehn Autos verschiedener Marken der Modellreihen 2015, wie sich deren Informations- und Infotainment-Systeme auf unsere Aufmerksamkeit im Stra├čenverkehr auswirken. Drei wurden als m├Ą├čig st├Ârend bewertet, sechs als sehr st├Ârend und ein System (Mazda 6) als stark st├Ârend.

Der Autor der Studie, Psychologieprofessor David Strayer, sagt: ÔÇ×Das Vorhandensein dieser Systeme im Auto bedeutet nicht, dass es ungef├Ąhrlich ist, sie w├Ąhrend der Fahrt zu benutzen. Sie sind sehr fehleranf├Ąllig und frustrierend in der Verwendung. Es ist besser, sie nicht zu verwenden, wenn man unterwegs ist.ÔÇť

Interessant auch: Solche Infotainment-Systeme werden h├Ąufig von ├Ąlteren Fahrern gekauft. Und genau diese werden durch die Systeme noch mehr abgelenkt, als j├╝ngere.

Foto: AAA Foundation for Traffic Safety

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Ganze 27 Sekunden unaufmerksam

Am ├╝berraschendsten war aber die Erkenntnis, dass wir nach dem Beenden einer Sprachanweisung ├╝ber das Infotainment-System 27 Sekunden ben├Âtigen, um unsere volle Aufmerksamkeit wieder auf die Stra├če lenken zu k├Ânnen. Selbst wenn wir nur mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h unterwegs sind, legen wir in dieser Zeit rund 400 Meter zur├╝ck. Da kann viel passieren.

Zu unausgereift

Die Sprachsteuerungssysteme sind noch nicht ausgereift ÔÇô zu diesem Urteil kommt die Studie. Und die Versuchung ist gro├č, die Systeme intensiv zu nutzen, wenn man sie denn schon mal hat. Und genau darin liegt die gro├če Gefahr: Facebook, Twitter, Youtube, E-Mail, SMS ÔÇô wir m├╝ssen st├Ąndig erreichbar sein und kommunizieren. Und so wird die Zahl der Personen im Stra├čenverkehr, die aufgrund von Ablenkung sterben, weiterhin ansteigen. Alleine in den USA waren es im Jahr 2013 ├╝ber 3.000. Und sage und schreibe 424.000 Verletzte gab es nach Unf├Ąllen wegen Unaufmerksamkeit.

Quelle: University of Utah

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Gesch├Ąftsf├╝hrer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spa├č, dass er daf├╝r sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft nat├╝rlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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