HTC Desire Eye

Martin Reitbauer 4. Februar 2015 0 Kommentar(e)
HTC Desire Eye Androidmag.de 4 4 Sterne

13 Megapixel an der Vorderseite: HTC stattet das Desire Eye mit einer wuchtigen Selfie-Kanone aus. Das GerĂ€t taugt aber mehr als nur zu selbstverliebten SchnappschĂŒssen.

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Der Selfie-Shoooter

aus dem Hause HTC.

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Gelungenes Design, tolle Ausstattung und eine konkurrenzlose Frontkamera sprechen fĂŒr das Desire Eye.

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Die Buttons sind mangelhaft verarbeitet – bei dem gehobenen Preisniveau kaum zu verzeihen.

Obwohl die Front-Kamera seit Jahren zur Smartphone-Standardausstattung gehört, fristet sie bei den meisten GerĂ€ten ein Schattendasein. Mit dem letzthin gestiegenen Interesse am digitalen Selbstportrait (das laut „Google Trends“ nach einem Peak im MĂ€rz 2014 allerdings schon wieder am Abflauen ist) scheinen die Hersteller die Vorder-knipse neu zu entdecken. Da aktuelle Smartphones bei Display, Verarbeitung und Alltagsperformance immer nĂ€her zusammenrĂŒcken, bietet die Kamera eine willkommene Gelegenheit, sich von der Konkurrenz abzusetzen. HTC nutzt diese Möglichkeit mit dem Desire Eye, das der taiwanische Konzern bei einem groß angelegten Launch-Event in New York zusammen mit seiner „RE“ genannten Action-Cam (siehe Kurztest auf Seite 83) vorstellte.

Mit 152x74 mm und einem 5,2-Zoll-Bildschirm ist das Desire Eye deutlich grĂ¶ĂŸer als HTCs Alu-Flaggschiff One (M8), fĂ€llt aber dĂŒnner und, Kunststoff sei dank, einige Gramm leichter aus.

Mit 152×74 mm und einem 5,2-Zoll-Bildschirm ist das Desire Eye deutlich grĂ¶ĂŸer als HTCs Alu-Flaggschiff One (M8), fĂ€llt aber dĂŒnner und, Kunststoff sei dank, einige Gramm leichter aus.

An der Phablet-Grenze

Das Desire Eye ist ein großes Smartphone geworden. Nur wenige Millimeter trennen es in Breite und LĂ€nge von Samsungs neuem Phablet Note 4. Das Gewicht ist mit 154 g freilich deutlich geringer ausgefallen – HTC verzichtet schließlich auf Riesen-Akku und Metallrahmen.

So geht Plastik.

Das GehĂ€use des Desire Eye zeigt auf beeindruckende Weise, dass auch Plastik schön sein kann. Ein je nach Variante roter oder hellblauer Rahmen mit mattem Finish wird bei der Produktion mit einer ebenfalls matten weißen bzw. blauen Kunststoff-RĂŒckseite vergossen. Das Resultat ist nicht nur schön anzusehen sondern auch sehr stabil und verwindungssteif. Auch HTCs neues Mittelklasse-GerĂ€t Desire 820 wird ĂŒbrigens auf diese Weise produziert und eliminiert damit einen Schwachpunkt seines unfreiwillig biegsamen VorgĂ€ngermodells 816. Ein weiterer Vorteil des Guss-Verfahrens ist die Vermeidung von Spalten – dadurch wird das Desire Eye wasserdicht nach IPX7 und ĂŒbersteht mindestens 30 Minuten in 1 m tiefem Wasser. Gepatzt hat HTC dafĂŒr in der Verarbeitung der seitlichen Buttons und der LautstĂ€rke-Wippe. Diese sind schwer zu ertasten, sitzen wackelig im GehĂ€use und haben unklare Druckpunkte.

Die Selfie-Knipse an der Front beherbergt ein 13-MP- Kameramodul mit 22mm-Weitwinkel-Objektiv. Die Kamera auf der RĂŒckseite ist lichtstĂ€rker.

Die Selfie-Knipse an der Front beherbergt ein 13-MP-
Kameramodul mit 22mm-Weitwinkel-Objektiv. Die Kamera auf der RĂŒckseite ist lichtstĂ€rker.

Hochauflösende Selfies

Nun aber zu den „PiĂšces de rĂ©sistance“ – den Kameras. Die Module an der Front und auf der RĂŒckseite verwenden den gleichen 13-MP BSI-Sensor. Auch der Dual-LED-Blitz, der mit verschiedenen Lichttemperaturen fĂŒr (marginal) natĂŒrlichere Farben sorgt, ist vorne und hinten gleich. Allerdings ist das Objektiv auf der RĂŒckseite mit einer Blende von f/2.0 etwas lichtstĂ€rker. Auf der Vorderseite (Blende f/2.2) ist mit 22 mm Brennweite dafĂŒr ein stĂ€rkerer Weitwinkel verbaut – so passen mehr Leute aufs Gruppen-Selfie. Die QualitĂ€t der Aufnahmen mit der Frontkamera ist tatsĂ€chlich hervorragend und lĂ€sst jene unserer VergleichsgerĂ€te (Sony Xperia Z3, Samsung Galaxy S5, Google Nexus 5) deutlich hinter sich. Lediglich LG G3 und iPhone 5S konnten mithalten und lieferten dabei natĂŒrlichere Farben – bei Detailreichtum und Auflösung mussten allerdings auch sie sich geschlagen geben.

Selfies sind allerdings nicht der einzige Zweck der aufgewerteten Frontkamera. Eine Zwischenschaltung auf Treiberebene ermöglicht es HTC, in Video-Chat-Anwendungen wie Skype oder Hangouts mehrere Gesichter im Bild zu erkennen und diese als „Split-Screen“ darzustellen. Bewegt sich ein einzelner Nutzer im Bereich der Weitwinkellinse hin- und her, „folgt“ ihm die Kamera und zeigt ein beschnittenes Bild.

Durch das matte Finish vermitteln der seitliche Rahmen und die RĂŒckseite einen hochwertigen Eindruck.

Durch das matte Finish vermitteln der seitliche Rahmen und die RĂŒckseite einen hochwertigen Eindruck.

Hardware und Ausstattung

Neben der dominanten Kamera soll auch die ĂŒbrige Ausstattung des Desire Eye nicht zu kurz kommen. Ein Snapdragon 801 versorgt das GerĂ€t ĂŒber vier 2,3 GHz-Kerne mit reichlich Rechenleistung, auch die 2 GB RAM sind genug.

Die  Ausstattung lÀsst nur einen tauschbaren Akku vermissen, praktisch alles andere ist da. An der Vorderseite sind, auf Bildern kaum erkennbar, sogar die vom Flaggschiff One (M8) bekannten, klangstarken Stereo-Lautsprecher untergebracht.

Fazit

Das Desire Eye hat mehr zu bieten als nur eine außergewöhnliche Frontkamera. Das Design gefĂ€llt, der Bildschirm und die Leistungswerte passen. Mit einem Preis von 499 Euro (UVP) platziert sich das Desire Eye allerdings weit nördlich der Mittelklasse – und hier weht ein rauer Wind.

daumen_hoch
Gute Frontkamera
Schickes Design
daumen_runter

MĂ€ngel bei der Verarbeitung (Buttons)
Sehr groß, relativ teuer

Aktueller Preis auf Amazon:
Price Not Found
 
Android
4.4
5,2"
1920x1080
Gewicht
154 g
13 MP
13 MP
Kamera
16 GB
128 GB
Speicher
2 GB
RAM
4x
2,3 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n,ac) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 151,7x73,8x8,5 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 4 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 5 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
41311
 
Grafik:
1302
 
Browser:
2452
 
Akku:
462
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 35/40
 

GerÀtevergleich Rang 12

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Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und ANDROID APPS sowie als Redakteur der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsĂ€chlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschĂ€ftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit fĂŒr einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

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