Im Test: Galaxy Tab S3

Peter Mußler 13. Juli 2017 Kommentare deaktiviert für Im Test: Galaxy Tab S3 Kommentar(e)

Frischer Wind in trägen Gewässern – so könnte man fast jede Neuerscheinung auf dem Tablet-Markt willkommen lobpreisen, denn dort tut sich nicht viel. Dennoch: Ein neues Tab S-Modell hat immer Umwälzungspotenzial.

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Die Aktualitätsspanne von Tablets ist in der Regel fast doppelt so lange wie die von Smartphones. Ein Gerät darf, ohne den Kannibalismus durch den eigenen Nachfolger fürchten zu müssen, gut und gerne zwei volle Jahre sein Segment des Herstellerunternehmens vertreten. Dieser Beobachtung widerspricht auch die Zyklusdauer bei Samsung nicht: Das Galaxy Tab S2 kam im Spätsommer 2015 auf den Markt, der Nachfolger im April diesen Jahres.

Einiges wurde beim Neuen beibehalten: Unberührt blieb die Display-Diagonale mit 9,7 Zoll, die Display-Auflösung mit 2.048 x 1.536 Bildpunkten und das Seitenverhältnis (lesefreundliches 4:3). Ausstattungspluspunkte wie schnelles WLAN ac gibt es ebenfalls, doch über die verfügte auch schon das Tab S2. Selbstverständlich gibt es aber auch Unterschiede zwischen dem 2015er und dem 2017er Modell, schließlich muss das neue Gerät ja auch schmackhaft gemacht werden – und die circa 300 Euro Aufpreis wollen gerechtfertigt sein.

Neue Gehäusematerialien

Verändert wurde augenscheinlich das Gehäuse. Materialseitig wechselte man von Kunststoff zu Glas und Metall. Dies geschah quasi im Sinne eines Corporate Design, denn alle höherwertigen Samsung-Mobilgeräte setzen mittlerweile auf diese Werkstoffkombination. Da darf das neue Spitzentablet natürlich nicht nachstehen. So bestehen nun also sowohl Vorder- und Rückseite aus Glas und der Rahmen aus Metall. Ob diese Neuerung einen Fortschritt darstellt, überlassen wir jedem potenziellen Käufer selbst. Klar, die Design-Herzen werden ein bisschen höher schlagen, einen höheren Ausschlag gibt es aber auch bei der Waage. Immerhin 40 Gramm bringt das Tab S3 nun mehr auf dieselbe. Die Zunahme von 0,4 Millimetern in der Dicke sind dagegen geschenkt – sie sind nicht zu bemerken. Trotz höherwertiger Materialien bekritteln wir aber die Verarbeitung: Der Rücken klang beim „Klopftest“ nicht gerade vertrauenerweckend solide.

Mehr Sound- und Rechenkraft

Was dagegen für guten Klang sorgt, sind die im Rahmen verbauten vier Lautsprecher, bei deren Entwicklung die Spezialisten von AKG ihre Finger im Spiel hatten. Vier Kanäle sind besser als zwei oder gar nur einer, und deshalb wurden nämlich genauso ebenso viele Lautsprecher (zwei auf jeder kurzen Rahmenseite) eingebaut. Für den Video- oder Filmgenuss ist das ideal. Uns ist jedenfalls noch nie ein Tablet untergekommen, das diese – zumindest theoretischen – Möglichkeiten bot.

Aufmunitioniert bis zum (Fast-)Gehtnichtmehr wurde auch bei der Rechenpower: Ein Snapdragon 820 mit maximal 2,15 GHz und ein Arbeitsspeicher mit 4 GB wurden als Triebwerksduo eingepflanzt. Dennoch konnte das Tab S3 keinen neuen Leistungsrekord aufstellen. Den hält noch immer das Mediapad M3 von Huawei mit einem noch höher getakteten Prozessor. Erstaunlich ist dennoch, dass das ­Huawei trotz höherer Auflösung (die saugt nämlich Rechenkapazität) noch deutlich schneller ist. Aber egal: Das S3 ist ausreichend gewappnet für alle modernen Tablet-Herausforderungen. Und zu denen zählen nicht nur das Browsen, das Streamen oder das Steuern des Smarthomes, sondern immer öfter auch der Ersatz eines Laptops.

PC-Ersatz mit passender Tastatur

Samsung bietet dazu ein Falt-Cover an, das sowohl Halterung als auch Tastatur ist. Über zwei Kontakte wird es mit dem Tablet verbunden und bezieht von diesem auch den Strom (muss also nicht extern geladen werden). Durch eine passende Falte und Magnete lässt sich das Tab S3 dann in (leider nur) einem Winkel aufstellen und eben wie ein Netbook verwenden. Probleme hatten wir nur bei der Einrichtung der Tastatur, die erst mit Hilfe von Gboard in den Einstellungen zum QWERTZ-System zu überreden war. Das Drückgefühl hingegen ist sehr gut. Gleiches gilt im Übrigen für den im Lieferumfang enthaltenen Eingabestift.

Deutlich bessere Laufzeiten

Weitere Hardware-Upgrades nun im Schnelldurchlauf: Es gibt eine neue Grafikeinheit, endlich eine USB-Buchse vom Typ C und bessere Kameras. Die Linse auf der Rückseite löst jetzt mit 13 MP deutlich höher auf als beim Vorgänger und ist sogar fast auf gutem Smartphone-Niveau! Trotz nur minimaler Kapazitätenerhöhung des Akkus (+130 mAh) konnte man die Laufzeiten deutlich verbessern – diese wurden beim Vorgänger stark kritisiert. Zum Schluss noch ein bisschen Software: Dank Android 7 und Splitscreen kann man jetzt auch Videos schauen und daneben mit dem mitgelieferten Pen Kunstwerke anfertigen.

Im Detail

Dünn wie eine starker Brief
Gerade einmal 6 mm ist das Tablet stark – der Finger wirkt dagegen wie eine Wurst. Gut zu sehen sind die Kontakte für die Verbindung mit der Tastatur.

Natürlich mit Fingerprintsensor
Gerade wer das Tab S3 auch wirklich unterwegs wie einen Laptop benutzt, der freut sich über die einfache Art des Entsperrens per Daumen oder Finger.

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Einer von vieren
Im Bild zu sehen ist einer der vier verbauten Lautsprecher. Mit Vier geht es auch weiter: Die Tastatur ist im Tastenbereich gerade einmal 4 mm dick.

 

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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