LG G5: Das modulare Smartphone im ersten Hands-On

Peter Mußler 23. Februar 2016 0 Kommentar(e)

Das Beste beider Welten – so muss man das Innovative an LGs neuer Spitze der Modellpalette ankĂŒndigen. Denn bisher musste man sich entscheiden: Soll es ein GerĂ€t mit Wechselakku sein (dann war es in Plastik gehĂŒllt und wirkte nicht hochwertig) oder eines, das nach Designobjekt aussieht, wie aus einem Block Metall gefrĂ€st in der Hand liegt und dementsprechend eindrucksvoll auftritt. Vertreter der letzten Art waren bisher nĂ€mlich immer verschlossen, das GehĂ€use konnte nur von Spezialisten geöffnet werden, an einen schnellen Akkuwechsel war also nicht zu denken.

LG_G5_main

Akku im Einschubfach

LG kombiniert nun die Vorteile beider Typen in einer Schubladenlösung. Das G5 hat einen Aluminiumkorpus, ĂŒber einen Schalter auf der linken Seite unten lĂ€sst sich aber ein Schlitten aus dem GerĂ€tekörper herausziehen, der den Akku beherbergt. Die Oberklasse-Optik ist also gegeben, wer fĂŒr das lange Wochenende aber einen Zweitakku mitnehmen will, kann das auch tun.

Doch nicht nur der Akku, sondern auch das gesamte Unterteil mit Mikrofon und USB-Buchse (ĂŒbrigens vom Typ C) lĂ€sst sich tauschen. Was sich verrĂŒckt anhört (denn wer sollte schon ein wichtiges Bauteil seines Smartphones austauschen wollen), macht bei genauerem Hinsehen doch Sinn. Statt des werkseitigen Sockelteils bietet sich z.B. ein Digital-to-Analog-Converter vom Sound-Profi Bang & Olufsen an, der B&O Play, mit dem man MP3-Musikdateien einen volleren Klang verleihen kann. LG selbst liefert ­einen Kameragriff, der Vorteile beim Viel-Fotografieren oder -Filmen bringt. Das Bahnbrechende sind nicht diese konkreten Erweiterungen, sondern die abstrakte Möglichkeit die Hardware eines Smartphones zu erweitern – nicht ĂŒber externe oder ansteckbare Gadgets, sondern ĂŒber vollstĂ€ndig integrierte Bauteile. LG hat insofern die Basis fĂŒr eine neue Generation von Handy-Mutanten geschaffen.

Wie beim Magazin einer Pistole wird der Akku mit 2.800 mAh KapazitÀt in das GerÀteinnere geschoben. Per Knopf am linken unteren Rand wird das untere GehÀuseteil entriegelt, mit einem krÀftigen Zug am Schlitten wird das Innere des G5 zugÀnglich gemacht. Statt des Standard-Unterteils gibt es jetzt bereits einen speziellen Kameragriff und einen DAC-Aufsatz.

Wie beim Magazin einer Pistole wird der Akku mit 2.800 mAh KapazitÀt in das GerÀteinnere geschoben. Per Knopf am linken unteren Rand wird das untere GehÀuseteil entriegelt, mit einem krÀftigen Zug am Schlitten wird das Innere des G5 zugÀnglich gemacht. Statt des Standard-Unterteils gibt es jetzt bereits einen speziellen Kameragriff und einen DAC-Aufsatz.

 

Starkes Mutanten-Phone

Doch auch in Bezug auf die klassischen Komponenten hat LG natĂŒrliche Fortschritte gemacht. Statt des hitzeanfĂ€lligen Snapdragon 810-Prozessors wurde auf die neue 820er Generation gesetzt. Dem Chip zur Seite steht ein gewaltiger 4 GB-RAM.

VerstĂ€rkung gibt es beim Grafik-Chip, nun sorgt der statt einer Adreno 430 eine 530 fĂŒr flĂŒssige Bilder beim Spielen. Keiner Nachbesserung bedurfte das 5,3 Zoll große 2K-Display, seine Auflösung hat bereits bei der Vorstellung des G3 einen neuen Oberklasse-Standard gesetzt und ist auch heute noch ĂŒber jeden Zweifel erhaben. ZahlenmĂ€ĂŸig blieb auch die Kamera gleich (18 MP bei der Haupt- und 8 MP bei der Selfie-Cam gepaart mit hohen Blendenwerten sorgten auch schon beim VorgĂ€nger fĂŒr hervorragende Bildresultate), jedoch gibt es jetzt zwei Hauptaugen, eine davon fĂŒr extreme Weitwinkelaufnahmen.

Was an die Front einer Taucherbrille erinnert, ist die Konsole mit zwei Kameras (zwei Winkel: weit mit 135° und normal mit 78°), Sensoren und Blitz, die aus dem Korpus herausragen.

Was an die Front einer Taucherbrille erinnert, ist die Konsole mit zwei Kameras (zwei Winkel: weit mit 135° und normal mit 78°), Sensoren und Blitz, die aus dem Korpus herausragen.

Eine Neuerung gilt es bei der Ausstattung besonders hervorzuheben: den Fingerprint-Sensor auf der RĂŒckseite. Den hatte noch kein Flaggschiff aus dem Hause LG. Erst das jĂŒngst vorgestellte Riesen-GerĂ€t mit zwei Displays, das V10, wurde damit ausgestattet.

Ein Punkt, der vielleicht die Geister scheiden könnte, ist das Design. Die Kanten sind angenehm abgerundet, das Display-Glas aus. An der hervorstehenden Kamera-Insel kann man sich aber stoßen. Doch die technische Pionierleistung sollte auch Augen-Skeptiker ĂŒberzeugen.

LG_G5_front

Der ĂŒbliche Schwung auf der RĂŒckseite der bisherigen G-Reihe gibt es nicht mehr. Das GehĂ€use ist eher plan, die Kanten samt Display-Glas sind aber angenehm rund.

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschĂ€ftigt er sich gerne mit formschönen GerĂ€ten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes AlugehĂ€use. Als Redakteur fĂŒr die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.