LG Magna im Test

Peter MuĂźler 27. August 2015 0 Kommentar(e)
LG Magna im Test Androidmag.de 4 4 Sterne

LG ist für seine ­Kurven bekannt. Allen voran das Top-Modell G Flex2 mit Schwung sogar im Display. Aber auch  im Einsteigersegment propagiert das Unternehmen die runde Sache: Nach dem Spirit folgt nun im 5-Zoll-Segment das LG Magna.

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Ist das gĂĽnstige Magna

deinen Euro wert?

Schaut man sich populäre Smartphones an, scheint es allgemein eine Abneigung gegenüber Modellen zu geben, die nicht plan auf dem Tisch liegen. Zwar hat z.B. auch Motorola die Gehäuse zum Rand hin abgeflacht, zu einem echten Schwung über die Längsachse hat sich aber bis dato nur LG durchringen können. Nichtsdestotrotz ist diese sanfte Biegung aber nicht zu unterschätzen: Die Geräte liegen angenehmer in der Hand. Mit dem Magna gibt es nun auch eines mit fünf Zoll Display-Diagonale. Doch gehen wir tiefer und fühlen nicht nur, sondern schauen und messen wir vor allem.

Durch viel Kunststoffeinsatz ist das Magna mit 137 Gramm überraschend leicht. Besonders hochwertig wirkt es durch die ausschweifende Plastikverwendung natürlich nicht. Der rückseitige Trommeltest mit Fingernägeln erzeugt den Klang des kleinen Preises, eine Mulde für das Entfernen des Deckels sieht auch nicht gerade wie Luxus aus. Vorteil: Der Zugang zum Gerät ist vereinfacht, der Akku ist außerdem wechselbar.

 

Bei uns erhältlich sind nur zwei Farben: Grau und Weiß. Der Testrücken zeigt sich im schicken Look gebürsteten Metalls.

Bei uns erhältlich sind nur zwei Farben: Grau und Weiß. Der Testrücken zeigt sich im schicken Look gebürsteten Metalls.

Schwache Recheneinheit

Nicht ganz die Kurve kratzt das Magna beim Thema Geschwindigkeit, hier fällt es leider weit zurück. Im Antutu-Leistungstest kratzt das Ergebnis zwar am 3-Punkte-Bereich, die Grafikergebnisse sind allerdings so ausgefallen, dass wir eine Aufwertung nicht rechtfertigen können. Verantwortlich sind ein 1,3 GHz-Vierkerner von Mediatek mit Unterstützung von einem Gigabyte RAM und einer Mali-400MP2-GPU. Das sind eben keine Topkomponenten. Den Nicht-Spielern wird das egal sein, wenngleich so ein Smartphone im Laufe der Benutzung einfach schneller „altert“, also langsamer wird – die Softwareanforderungen steigen stetig. Schneller wird man aber die Grenzen des kleinen internen Speichers von nur 8 GB spüren. Bild- und Video-Orgien bringen diesen schnell an seine Kapazitätsgrenzen, zumal frisch ausgepackt nur noch ein bisschen mehr als 2 GB zur Verfügung stehen. Der Rest ist durch das Betriebs­system und vorinstallierte Apps bereits belegt. Die SD-Erweiterung auf maximal 32 GB ist nötig.

Ein zweifaches Tippen auf die Notification-­ ­Leiste oben versetzt das Display in den Ruhezustand. Zwei kurze Klopfer erwecken es wieder.

Ein zweifaches Tippen auf die Notification-­
­Leiste oben versetzt das Display in den Ruhezustand. Zwei kurze Klopfer erwecken es wieder.

Sprachauslöser

Kommen wir zur Optik – nicht des Gehäuses, sondern der Datenein- und -ausgabe, sprich zu Bildschirm und Kamera. Das HD-Display lässt bei fĂĽnf Zoll natĂĽrlich noch Pixel erkennen (Dichte: 294ppi), hat aber sehr angenehme Farben, die Helligkeit ist auch in Ordnung (unsere Testmessung ergab einen Durchschnitt von guten 424cd/m2).

In Ordnung war auch die Hauptkamera mit 8 Megapixeln, die natĂĽrlich schnell an das Limit ihrer Auflösung gerät – sehr weit kann man in kein Bild zoomen. DafĂĽr gefallen auch hier die Farben. Sie wirken satt, aber authentisch. FĂĽr die Selfiecam gibt es die aus den teureren LGs bekannte Stimmsteuerung – gewissen Wörter sollen auslösen und damit Fingerverrenkungen bei ausgestrecktem Arm verhindern. Einige haben funktioniert („Whiskey“, „Smile“), andere nicht. Egal, ein Wort reicht ja.

„Softly curved“. Der zarte Längsschwung bei den Modellen Magna und Spirit betrifft aller­dings nur den Rücken, nicht das Display.

„Softly curved“. Der zarte Längsschwung bei den Modellen Magna und Spirit betrifft aller­dings nur den Rücken, nicht das Display.

Die großen Stärken

Besonders gefällt am LG Magna – wie auch bei den Top-Modellen der Marke – das gute Verhältnis von Akku-Power zu Display-Größe. Die 2540 mAh verheiĂźen eine lange Standzeit, bei Nicht-Powerusern mit viel Offline-Zeit sogar bis zu mehreren Tagen.

Die Hauptqualität des Magna ist neben ­seiner Ergonomie sicher das Software-Erbstück der LG-Familie: Optimus UI, basierend auf Android 5.0.1, setzt Maßstäbe. Die Knock-On/Knock-Off-Funktion (doppelter Fingertipp aufs Glas) zum ­Displaystart bzw. dessen Deaktivierung macht vergessen, dass die Power-Taste ungünstig auf der Rückseite angebracht ist. Auch ansonsten gefällt die Oberfläche, sie ist hübsch und praktisch.

Fazit

Das LG Magna ist bei seinem aktuellen Preis schon fast in der Einsteigerliga und nicht in der Mittelklasse situiert. Dort könnte man es auch technisch ansiedeln. Dennoch bietet es viel Smartphone fĂĽrs Geld, wenn die Prioritäten auf Handlichkeit (sowohl was den physischen Umgang als auch die leichte Bedienung per Software-Helferlein betrifft) und Robustheit liegen – hier ist immerhin noch der Akku zu wechseln. Die Kamera – des Users liebstes Kind – ist auch akzeptabel und dank viel Batteriepower läuft das Magna lange.

daumen_hoch
Liegt sehr gut in der Hand
GroĂźer Akku, kleiner Preis

 

daumen_runter

Sehr schwache Rechenleistung
Geringer Speicherplatz

 

Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 99,00
 
Android
5.0.1
5"
1280x720
Gewicht
137 g
8 MP
5 MP
Kamera
8 GB
32 GB
Speicher
1 GB
RAM
4x
1,3 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK WLAN (a,b,g,n) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 139,8x69,9x10,1 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 4 Sterne
Speed: 2 Sterne
Akku: 5 Sterne
Verarbeitung: 4 Sterne
Ausstattung: 3 Sterne
Design: 4 Sterne
Haptik: 4 Sterne
Kamera: 4 Sterne
Leistung:
19878
 
Grafik:
227
 
Browser:
1651
 
Akku:
508
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 29/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter MuĂźler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.