Smartphone-Kauf: Darauf mĂŒssen Sie achten

Redaktion 2. Juli 2016 0 Kommentar(e)

Gigahertz, Megapixel, Milliampere – die QualitĂ€t eines Smartphones ist an vielen Werten und Fachbegriffen festzumachen. Hier das Wichtigste im Überblick.

 

 

1) Systemleistung

Viel Rechenleistung und RAM-Speicher sorgen dafĂŒr, dass die Bedienung des Smartphones  flĂŒssig bleibt, Apps schnell starten, und Spiele ohne Ruckeln laufen.

Prozessorleistung

Der Prozessor ist das HerzstĂŒck des Systems, er stellt die Rechenleistung bereit. Diese ist an der Taktfrequenz in Gigahertz (GHz) abzulesen – je höher desto besser. Moderne Prozessoren haben meist mehrere Rechenkerne – je mehr, desto besser. Die Angabe „4 x 1,7 GHz“ beschreibt einen Prozessor mit vier Kernen zu jeweils 1,7 GHz Taktfrequenz. Ein solcher wĂ€re etwa in der Mittelklasse einzuordnen, was die Leistung angeht.

RAM-Speicher

Der RAM-Speicher ist fĂŒr die Schnelligkeit des Smartphones ebenfalls von großer Bedeutung. Mehr Speicher erleichtert das parallele Laufen von Apps – so können Sie etwa schneller vom Lesen der Zeitung zum Telefonieren wechseln. Die gĂŒnstigsten GerĂ€te haben 512 MB RAM-Speicher, die Top-GerĂ€te 4 GB – also das 8-fache.

Leistung

Zu wenig Prozessorleistung und RAM-Speicher machen das Smartphone langsam – das nervt im Alltag. Achten Sie beim Kauf daher ganz besonders auf diesen Punkt.

qualcomm

 

2) GerÀtespeicher

Was beim PC auf der Festplatte landet – Programme, Fotos, ­Musik – kommt beim Smartphone auf den GerĂ€tespeicher. Viele große Dateien brauchen auch viel Platz.

Interner Speicher

In allen Smartphones ist eine gewisse Menge an internem Speicher fix ­verbaut. Dieser reicht von 4 GB bei den gĂŒnstigsten bis zu 128 GB bei den teuersten GerĂ€ten. Viele Nutzer kommen auch mit 4 GB gut aus – mit ­umfangreichen Musiksammlungen oder aufwendigen 3D-Spielen wird der Speicher jedoch schnell knapp.

Erweiterung

Bei vielen GerĂ€ten lĂ€sst sich der Speicher mittels einer nachgekauften microSD-Karte fĂŒr wenig Geld stark erweitern. Mit einem Kartenleser können Sie so auch Dateien vom PC aufs Smartphone bringen.

Cloud-Speicher

Bei einigen neuen Smartphones und Mobilfunkanbietern ist kostenloser Cloud-Speicher von Dropbox oder anderen Diensten mit dabei. So können Sie z.B. Fotos und Videos automatisch ĂŒbers Internet sichern und am PC ansehen.

gerÀtespeicher

 

3) Bildschirm

Der Bildschirm (das Display) eines Smartphones hat wesentlichen Einfluss auf den Charakter des GerĂ€ts. In letzter Zeit gab es einen starken Trend zu grĂ¶ĂŸeren Displays – das verbessert die Lesbarkeit, macht das GerĂ€t aber weniger handlich.

Pixeldichte

Die Auflösung ist nicht die einzige KenngrĂ¶ĂŸe, um die SchĂ€rfe eines Bildschirms zu beurteilen. Steigt die GrĂ¶ĂŸe des Bildschirms, wĂ€hrend die Auflösung gleich bleibt, wird das Bild weniger scharf – denn die sogenannte Pixeldichte – also die Anzahl der Bildpunkte pro Zoll (PPI), sinkt. Sie mĂŒssen daher sowohl auf den Wert der Auflösung als auch auf die BildschirmgrĂ¶ĂŸe achten.

pixeldichte

GrĂ¶ĂŸe

Wie auch bei TV-GerĂ€ten hat es sich bei Smartphones eingebĂŒrgert, die GrĂ¶ĂŸe des Bildschirms in Zoll der Displaydiagonale anzugeben. Beim Samsung Galaxy S5 beispielsweise misst der Bildschirm 5,1 Zoll. Ein Zoll entspricht bekanntlich 2,54 cm. Die kleinsten GerĂ€te in unserer Übersicht messen 3,5 Zoll, das grĂ¶ĂŸte 6,4 Zoll. Ab 7 Zoll spricht man ĂŒblicherweise schon von einem Tablet.

Auflösung

Die Bildschirmauflösung von Smartphones ist ĂŒber die letzten Jahre stetig gestiegen. Manche GerĂ€te haben zwar auch heute noch niedrige Werte von 800 x 480 Bildpunkten und weniger, aktuelle GerĂ€te lösen aber schon mit HD (1280 x 720) oder FullHD (1920 x 1080) auf. Das sind Werte, wie wir sie von TV-GerĂ€ten kennen – auf den vergleichsweise kleinen Smartphone-Bildschirmen wirkt das natĂŒrlich viel schĂ€rfer. Aber es geht noch höher: Top-Smartphones erreichen eine Auflösung von bis zu 3840 × 2160 Bildpunkten. Einzelne Pixel sind hier nicht mehr auszumachen.

Display-Technologie

Bei Smartphone-Displays kommen einige verschiedene Technologien zum Einsatz, die jeweils ihre StĂ€rken und SchwĂ€chen haben: AMOLED-Displays sind besonders kontrastreich und haben krĂ€ftige Farben. Sie bieten auch einen sehr großen Blickwinkel, das Bild verblasst nicht, wenn Sie von der Seite darauf sehen. Auch bei IPS-Displays ist das so. LCD-Displays haben weniger grelle Farben und schlechtere Kontraste, brauchen dafĂŒr aber etwas weniger Strom.

Bildschirm-GLAS

Die eigentlichen Bildschirm-Paneele der Smartphones sind von einer durchsichtigen Schicht geschĂŒtzt. Bei teureren GerĂ€ten ist diese kratzfest ausgefĂŒhrt (Gorilla Glas oder Saphirglas). So bleibt das Bild lange ungetrĂŒbt.

displaygrĂ¶ĂŸe

 

4) Betriebssystem

Wie auch auf PCs lĂ€uft auf Smartphones ein Betriebssystem – die Software-Basis des GerĂ€ts, die vom Hersteller mitgeliefert wird. Im Groben gibt es drei verschiedene Systeme: Android (Google), iOS (Apple) und Windows Phone (Microsoft).

Android

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Android ist das am weitesten verbreitete Betriebssystem fĂŒr Smartphones. Es wird unter der FederfĂŒhrung des Suchmaschinen-Konzerns Google entwickelt. Allerdings verĂ€ndern die meisten Hersteller (wie Samsung, LG und HTC) die Bedienungs-OberflĂ€chen sehr stark,  so dass viele Nutzer gar nicht wissen, dass auf ihrem GerĂ€t Android lĂ€uft. Der große Vorteil von Android liegt in der Anpassbarkeit, der großen Auswahl an GerĂ€ten und der riesigen Menge von Gratis-Apps, die Sie ĂŒber den Google Play Store installieren können.

 

Apple iOS

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Das Betriebssystem der Apple iPhones trĂ€gt den Namen „iOS“. Es lĂ€uft ausschließlich auf Smartphones (iPhones) und Tablets (iPads) von Apple – KĂ€ufer erhalten also Hardware und Software aus einer Hand. Das hat den Vorteil, dass die beiden perfekt aufeinander abgestimmt sind und die Software sehr stabil lĂ€uft – Programmfehler und AbstĂŒrze sind hier die absolute Ausnahme. Im App-Store von Apple steht ungefĂ€hr dieselbe Anzahl an Anwendungen zur VerfĂŒgung wie bei Android – Sie können aus ca. 1,5 Millionen Apps wĂ€hlen.

 

Windows Phone

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Der Software-Riese Microsoft ist erst spĂ€t ins GeschĂ€ft mit Smartphones eingestiegen. Sein Betriebssystem fĂŒr mobile GerĂ€te, „Windows Phone“ lĂ€uft hauptsĂ€chlich auf GerĂ€ten von Nokia. Die OberflĂ€che mit ihren farbigen „Kacheln“ erinnert stark an Windows 8 am PC. Die Anbindung an den Computer (etwa bei Outlook und Office-Programmen) ist eine der StĂ€rken von Windows Phone. Ein Nachteil ist die geringe Zahl von Apps. 340.000 ist zwar eine stattliche Zahl von Anwendungen, die Konkurrenz bietet aber mehr als vier Mal so viel.

 

5) KonnektivitÀt

Hinter diesem Begriff verstecken sich die drahtlosen Verbindungen des GerĂ€ts nach außen: zu Netzen und Zubehör.

HSPA/HSPA+

HSPA und HSPA+ sind Protokolle zur DatenĂŒbertragung in 3G (= UMTS)Netzen. Praktisch alle Handys sind damit ausgestattet, bis zu 42 MBit pro Sekunde lassen sich so ĂŒber das Mobilfunknetz ĂŒbertragen.

LTE

LTE, auch bekannt unter dem Begriff „4G“, ist die neueste Generation der Mobilfunknetze. Bei einem GerĂ€t mit LTE laufen Downloads bis zu sechs Mal schneller als ohne LTE.

GPS

GerÀte mit GPS können Satelliten-Ortung nutzen. So sehen Sie in einem Karten- oder Navigationsprogramm auf etwa 20 Meter genau, wo Sie sich gerade befinden.

WLAN

WLAN ist das drahtlose Internet fĂŒr zu Hause. Es reicht zwar nur etwa 100 Meter weit, dafĂŒr verbrauchen Sie damit kein Daten-Guthaben aus Ihrem Handy-Tarif.

BLUETOOTH

Mit Bluetooth können Sie Zubehör wie Kopfhörer, Headsets, Lautsprecher, Fitness-ArmbĂ€nder oder etwa eine externe Tastatur ohne lĂ€stige Kabel an Ihr Smartphone anschließen.

NFC

Mit NFC können Sie Daten (wie etwa Kontakte) zwischen zwei GerĂ€ten ĂŒbertragen, wenn Sie sie dicht aneinander halten.

 

6) Akku

Smartphones brauchen wegen ihrer großen Bildschirme jede Menge Strom. Diesen liefern Lithium-Ionen-Akkus.

Anders als bei gewöhnlichen Handys gehört das ­tĂ€gliche ­Laden bei fast allen Smartphones zur Pflicht, will man nicht zur Unzeit mit einem „toten“ GerĂ€t ­dastehen. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den GerĂ€ten. Das Fassungsvermögen des Akkus wird in mAh (Milliampere-Stunden) angegeben. So lassen sich die GerĂ€te vergleichen. Achtung: Große Smartphones haben zwar große Akkus, brauchen mit ihren großen Bildschirmen aber auch mehr Strom. Bei manchen Smartphones können Sie den Akku tauschen – so können Sie einen zweiten, geladenen Akku mitfĂŒhren und bei Bedarf einsetzen.

AKKU-PFLEGE

Akkus ganz entleeren, bevor man sie wieder lĂ€dt – so lautet eine alte Weisheit. Bei modernen Lithium-Ionen-Akkus ist das jedoch FALSCH: Wenn Sie den Akku immer völlig entladen, bevor Sie das GerĂ€t wieder anstecken, verkĂŒrzt sich die Lebensdauer des Akkus. Laden Sie also immer möglichst bald nach.

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7) Kamera

Praktisch alle erhĂ€ltlichen Smartphones haben eine Kamera im GehĂ€use, viele sogar zwei: Eine Hauptkamera und eine Frontkamera fĂŒr Video-Chat und SelbstportrĂ€ts.

Die QualitĂ€tsunterschiede bei Smartphone-Kameras sind gewaltig. Mit den besten Modellen lassen sich Aufnahmen machen, die an die QualitĂ€t von Kompaktkameras heranreichen, bei den schlechtesten sind die Motive durch Bildrauschen und andere MĂ€ngel oft kaum noch zu erkennen. Die Auflösung (der Wert in „MP“ – Megapixel) gibt keinen vollstĂ€ndigen Aufschluss ĂŒber die GĂŒte der Kamera. Besonders bei schlechten LichtverhĂ€ltnissen – bei SchnappschĂŒssen auf Partys etwa – trennt sich die Spreu vom ­Weizen.

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Kameras mit niedriger Auflösung stellen weniger Bilddetails dar.

Kameras mit niedriger Auflösung stellen weniger Bilddetails dar.

 

Bei schlechtem Licht werden die Fotos körnig (Bildrauschen)

Bei schlechtem Licht werden die Fotos körnig (Bildrauschen)

 

Bei Gegenlicht neigen schlechte Kameras zum „Überstrahlen“

Bei Gegenlicht neigen schlechte Kameras zum „Überstrahlen“

 

8) Verarbeitung, Wasser- und Staubdichtheit

Bislang war vor allem von den inneren Werten der Smartphones die Rede – die Verarbeitung des GehĂ€uses, dessen Haptik und WiderstandsfĂ€higkeit sind aber ebenfalls wichtige Kriterien bei der Wahl des richtigen GerĂ€ts.

Verarbeitung

Schlecht verarbeitete GerĂ€te haben oftmals scharfen Kanten am GehĂ€use, sie knarzen, wenn Sie fester zugreifen oder klappern, wenn Sie sie schĂŒtteln. Außerdem sind Spalten im GehĂ€use oft ungleichmĂ€ĂŸig ausgefĂŒhrt – das sieht unschön aus.

Materialien

Die meisten Smartphone-GehĂ€use sind aus Kunststoff gefertigt. Oft sind die OberflĂ€chen auch gummiert – so werden die GerĂ€te griffig und rutschen nicht so leicht aus der Hand. Immer öfter kommt auch Aluminium zum Einsatz. Das sieht zwar hĂŒbsch aus, erhöht aber auch das Gewicht.

Wasser- und Staubdichtheit

Immer mehr Smartphones haben wasser- und staubdichte GehĂ€use. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen: Diese GerĂ€te können Sie – wenn alle Abdeckungen geschlossen sind – durchaus fĂŒr einige Minuten in der Badewanne oder dem Swimmingpool versenken, ohne dass die Elektronik Schaden nimmt. Achten Sie dabei aber genau auf die Angaben des Herstellers – hier ist nachzulesen, wie viel Sie dem GerĂ€t zumuten können.

Gewicht

Achten Sie auf das Gewicht, wenn Sie ein GerĂ€t fĂŒr die Hemdtasche suchen. Aktuelle Smartphones wiegen von 110 bis 170 Gramm, großformatige GerĂ€te (“Phablets”) oft auch 200g und mehr. Große, robuste Outdoor-­GerĂ€te wiegen bis zu 250g.

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