Sony Xperia Z5 Premium: Das Flaggschiff mit 4K-Display im Test

Peter Mußler 31. Januar 2016 0 Kommentar(e)
Sony Xperia Z5 Premium: Das Flaggschiff mit 4K-Display im Test Androidmag.de 5 5 Sterne

Scharf, schärfer, die Augen geblendet – die Maxi-Version des ­Sony-Flaggschiffs Z5 will mit dem höchstauflösenden Display punkten, das es bis dato in einem Smartphone gab. Wir haben den 4K-Schirm kritisch beäugt und berichten.

Z5_Premium_main

Das Auge telefoniert mit. Das war schon in der Prä-Smartphone-Ära so. Hier ergab sich der optische Wert eines Handys jedoch rein aus der Wirkung seines Gehäuses. Seit die Geräte aber smart geworden sind und obendrein unverzichtbar, muss nicht nur das Design etwas darstellen, sondern in erster Linie das Display. Wir alle lesen auf unseren Telefonen, vertreiben uns die Zeit mit Spielen und schauen Videos. Die Qualität des Bildschirms spielt da eine ganz entscheidende Rolle. Das hat die Hersteller dazu verleitet, ihren Kunden immer schärfere, also höher auflösende Anzeige-Panels anzubieten – paradoxerweise sogar mit oft deutlich mehr Bildpunkten als der sehr viel größere Fernseher im heimischen Wohnzimmer. Ist diese Entwicklung ­gerechtfertigt? Schauen wir doch einfach auf das Z5 Premium von Sony – das erste Smartphone der Welt mit Ultra HD-Display.

Nicht enttäuscht sein: Die Icons mancher Apps sind nicht für die ultrahohe Auflösung gemacht. Das kann einen erschrecken.

Nicht enttäuscht sein: Die Icons mancher Apps sind nicht für die ultrahohe Auflösung gemacht. Das kann einen erschrecken.

Zu scharf fürs Auge?

Beginnen wir also gleich mit diesem Filetstück des Telefons: 3.480 x 2.160 Pixel verteilen sich auf eine rechteckige Fläche mit einer Diagonale von 5,5 Zoll. Das ergibt eine geradezu fantastische Punktdichte von 806 ppi. Zum Vergleich: Ein S6 von Samsung kommt auf 577 (bisheriger Spitzenwert), ein gewöhnlicher Full HD-Fernseher mittlerer Größe nicht einmal auf 100 ppi. Hier sitzt man aber auch ­weiter weg. Bei 320 Points per inch kann das normale menschliche Auge keinen einzelnen Punkt mehr­ erkennen, eine höhere Dichte ist dennoch bemerkbar, und zwar in Form von mehr Schärfe. Da sieht man z.B. an einem sehr detailreichen hochauflösenden Bildschirm-Hintergrund. Probleme beim Pixel-­Giganten Sony: Erstens bewegt man sich irgendwann jenseits der menschlichen Wahrnehmung (gleich um 40% gesteigerte Bilddichte gegenüber dem bisherigen Spitzenreiter). Zweitens schneidet die verwendete IPS-Display-Technologie nicht so gut bei den Punkten Helligkeit und Farbqualität ab wie die teureren AMOLED-Schirme. Drittens mangelt es an Videomaterial, mit dem man diese Auflösung ausreizen kann. Viertens kostet die Befeuerung des Super-Bildschirms extrem viel Rechen-Power und damit Geschwindigkeit und Strom. QHD wie bei vergleichbaren Top-Geräten von Samsung oder LG hätte es auch und vermutlich gar besser getan.

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Eine Seite beherbergt alle Knöpfe (Fingerprint/Power-, Volumen- und Kamerataste), die andere den Slot für SIM- und SD-Karte.

4K-Videos anfertigen

Ein Weg zu 4K-Videomaterial führt über die geräte­eigene Kamera. Sie arbeitet im Foto-Modus (die ­maximale Auflösung beträgt 23 MP im 4:3- und
20 MP im 16:9-Format) solide, die App kämpft aber auch schon beim Standbild mit dem Pixel-­Krösus, der die Bilder anzeigen muss: Der ­Wechsel von Schuss auf Ansicht in der Galerie ­dauert vergleichs­weise lange, die Darstellung in voller ­Auflösung ­benötigt ­weitere Sekunden. Beim Aufnehmen ­bewegter Bilder mit maximaler Auflösung kam es – trotz Warnanzeige im Vorfeld – nicht zu ­Abstürzen, das Smartphone aber heftig ins Schwitzen. ­Problem war wiederum die Wiedergabe: Ganz flüssig verlief das Abspielen nicht. Full HD mit 60 Frames pro Sekunde (einstellbar) erscheint da als bessere ­Lösung. Das für die schnellen Rechenprozesse verantwortliche Herz des Z5 Premium ist übrigens das ­gleiche wie im Z5: der Snapdragon 810 mit 4 x 2 und 4 x 1,5 GHz, 3 Giga­byte RAM und einer Adreno 430 GPU. Dass dessen Ausgangsleistung hinter der des ­kleineren Gerätes ­zurückhängt, liegt sicher nur am 4K-Display.

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Spieglein, Spieglein in der Hand! Die Rückseite des großen Smartphones reflektiert sehr gut und in der Silbervariante sicher noch besser.

Veränderung an der Spitze

Auch ansonsten blieben große Veränderungen aus. Das Premium-Gerät verfügt ebenso über den neu eingeführten Fingerprint-Scanner in der Power-­Taste, Alurahmen und Glasrücken (alles tadellos verarbeitet!), einen physischen Knopf für die Auslösung der Kamera im Querformat und ist wasser- und staubdicht was im Phablet-Segment wirklich ein Alleinstellungsmerkmal bildet. Der Akku wurde ­jedoch an den größeren Verbraucher mit Namen Display angepasst. Großzügige 3.430 mAh sorgen für brauchbare Laufzeiten.

Fazit

Keine Frage, das Z5 Premium ist ein starkes Phablet, das sich mit den Konkurrenten Samsung S6 edge+ und Nexus 6P messen kann. Haptik und Verarbeitung sind toll, das Design ist geprägt von schlichter Eleganz. Der Hauptkaufgrund sollte aber nicht das Ultra HD-Display sein. Zumindest nicht, wenn Sie nicht in 4K-Qualität streamen – und keine Adleraugen ­haben!

daumen_hoch
Schicke Materialien, tolles Design
Guter integrierter Fingerprint-Scanner

 

daumen_runter


Hoher Preis
Die Schärfe kostet Geschwindigkeit

 

Sony Xperia Z5 Premium Smartphone (5,5 Zoll (13,8 cm) Touch-Display, Android 5.1) schwarz

Price: EUR 454,90

3.9 von 5 Sternen (63 customer reviews)

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Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 450,00
 
Android
5.1.1
5,5"
3480x2160
Gewicht
181 g
23 MP
5,1 MP
Kamera
32 GB
200 GB
Speicher
3 GB
RAM
8x
2,0/1,5 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n,ac) OK Bluetooth 4.1
Abmessungen: : 154,4x76x7,8 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 4 Sterne
Akku: 5 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 5 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
3700
 
Grafik:
3165
 
Browser:
4176
 
Akku:
624
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 37/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.