Google will Entwickler für Nest begeistern

Daniel Kuhn 24. Juni 2014 0 Kommentar(e)

Nest, der Hersteller von Thermostaten und Rauchmeldern öffnet sich Drittanbietern. Das zu Google gehörende Unternehmen entwickelt derzeit eine Plattform, auf der alle erdenklichen smarten Haushaltsgeräte miteinander kommunizieren können.
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nest

Nachdem Google das Unternehmen Nest übernommen hatte, ahnte man schon, dass es nicht bei der Herstellung von smarten Thermostaten und Rauchmeldern bleiben soll. Google hat andere Pläne mit Nest, die weit über die Herstellung smarter Haushaltsgeräte hinausgehen. Wie das Wall Street Journals berichtet, öffnen Nest und Google das “Works with Nest”-Programm, das eine universelle Plattform für Heimautomation und Konkurrent für Apples HomeKit werden soll, für alle Entwickler.

Nest hat zu diesem Zweck nicht nur das Entwicklerprogramm selber, sondern auch eine API vorgestellt, über die Software mit der Nest-Plattform interagieren kann. Dabei wird das Nest-Thermostat als Schaltzentrale agieren, über das alle Befehle für alle möglichen Connected Devices erteilt und Informationen von diesen erhalten werden können. So kann man künftig nicht nur die Temperatur im Eigenheim aus der Ferne steuern und die Heizung rechtzeitig hochdrehen, so dass es schön warm ist, wenn man von der Arbeit kommt – Nest kann zum Beispiel auch einen Befehl an Waschmaschine oder Trockner senden und diese auf ein anderen Programm zu wechseln um die Wäsche knitterfrei zu halten, sobald erkannt wird, dass der Nutzer das Haus verlassen hat. Es ist davon auszugehen, dass auf der morgen startenden Google I/O weitere Informationen über die neue Plattform bekanntgegeben werden.

Google und Nest arbeiten an diesem Projekt eng zusammen und tatsächlich werden auch Nutzerdaten zwischen den beiden Unternehmen ausgetauscht. Dies hatte Tony Fadell, Mitbegründer von Nest in der Vergangenheit immer wieder dementiert. Gegenüber dem Wall Street Journal erklärte der andere Nest-Mitbegründer Matt Rogers, dass dieser Datenaustausch allerdings nur nach Opt-In stattfindet – also nachdem der Nutzer dem explizit zugestimmt hat. Zudem soll Google auch nicht anders behandelt werden, als jeder andere Drittanbieter, der auf die Plattform zugreift. Außerdem müssen Entwickler bei der Verbindung zur Nest-Plattform den Nutzer innerhalb der App darüber informieren, welche Daten zu welchem Zweck gesammelt werden. Ob dies allerdings reicht, um die Skepsis vieler Nutzer in Zeiten von Big Data und Überwachungsskandalen zu überwinden, wird sich erst noch zeigen. Aber mit diesem Problem haben letztendlich alle Anbieter von Heimautomatisierungsplattformen zu kämpfen.

Quelle: WSJ 1 und 2 (via 9to5Google)

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