Project Wing: Google testet Drohnen-Lieferservice und macht damit Amazon Konkurrenz

Daniel Kuhn 29. August 2014 0 Kommentar(e)

Google hat einen neuen potenziellen Moonshot vorgestellt, an dem im Google X-Forschungslabor fleißig gearbeitet wird: Project Wing. Der Dienst soll Amazon und DHL Konkurrenz machen und Güter und Sendungen per Drohne ausliefern.
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Google kopiert Amazon und DHL und forscht ebenfalls an einem Drohnen-basierten Lieferservice. So zumindest jagt es einem zunächst durch den Kopf, wenn man über Project Wing aus dem Google X-Labor liest. Während die Projekte von Amazon und DHL aber eher medienwirksame Marketing-Projekte sind, steckt bei Google, wie zu erwarten, doch etwas mehr dahinter.

Zunächst arbeitet Google bereits über zwei Jahre an Project Wing, so dass es sich nicht bloß um eine Kopie handelt, mit der man den bereits bekannten Projekten einen auswischen will. Außerdem ist das Ziel von Google etwas weiter gefasst. Zwar gibt man bei Google zu, dass man nicht ausschließt, Project Wing irgendwann auch als Liefersystem für Endkunden einzusetzen, der eigentliche Zweck ist aber ein anderer. Mit Project Wing sollen Hilfsgüter wie Medikamente und ähnliches in Krisengebiete geliefert werden, die nach Unwettern oder Naturkatastrophen auf herkömmlichem Weg nur schwer oder gar nicht erreicht werden können. Google will also, so abgedroschen das inzwischen auch klingt, einmal mehr versuchen, die Welt ein Stück besser zu machen.

Bei der Drohne hat Google sich für ein etwas ungewöhnliches „tail sitter“-Design entschieden, ein Hybrid aus Flugzeug und Helikopter. Dadurch kann die Drohne schnell fliegen, aber auch senkrecht starten und in der Luft schweben. Dies ist nötig, da die Fracht an einer Leine zu Boden gelassen wird. Dieses Konzept ist aus dem Problem entstanden, dass die Empfänger bei ersten Tests den Rotorblättern der Drohne gefährlich nah gekommen sind.

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Die Drohne selber wiegt rund 8 Kilo und ist mit GPS, Kameras, diversen Funkmodulen und Sensoren ausgestattet, die es dem Gerät ermöglichen autonom zum Zielort zu fliegen. Die „selbst fliegenden Vehikel“, wie Google die Drohnen nennt, können dabei Güter mit einem Gewicht von 2 Kilo transportieren. Das klingt nicht viel für Warenlieferungen, für dringende Hilfsgüter und Medikamente aber durchaus ausreichend.

Momentan testet Google das Project Wing in Australien, aufgrund der dortigen progressiven (sprich laxen) Bestimmung was ferngesteuerte Flugobjekte betrifft. Wann genau das Projekt ausgereift und bereit für den Einsatz ist, steht noch nicht fest. Derzeit versuchen ein paar Dutzend Mitarbeiter, die verbleibenden Probleme zu beseitigen und es sollen noch weitere Mitarbeiter für das Projekt rekrutiert werden. Spannend ist das Projekt allemal und es scheint uns auf Anhieb auch realistischer und sinnvoller als die Projekte von DHL und Amazon.

Quellen: The Atlantic und BBC (via Mobile Geeks)

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