Android wird sicherer: Einfacher Root-Zugriff könnte womöglich bald verschwinden

Redaktion 3. Juni 2014 0 Kommentar(e)

Google möchte sein mobiles Betriebssystem für die Anwendung in Firmen und Unternehmen vorbereiten. Dazu müssen allerdings einige Sicherheitsaspekte von Android verbessert werden. Im Rahmen einer neuen Iteration könnte es durchaus zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen kommen, mit negativen Folgen für Android-Fans. So könnte etwa das Rooten eines Geräts schon bald deutlich erschwert werden.

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android-root

Der Entwickler Chainfire hat im AOSP (Android Open Source Project) ein paar interessante Veränderungen entdeckt, was die Zukunft von Android stark verändern könnte. Im Quellcode ist nämlich ein Schreibschutz der Systempartition (/system) zu erkennen und folglich können Apps nur über den Recovery-Modus eingespeist werden. Normalerweise wird mit Hilfe des Modus immer ein Systemupdate eingespielt. Durch die Veränderung verlieren auch jene Apps, die bereits Root-Zugriff haben, ihre Power und können künftig Systemdateien nicht mehr verändern oder manipulieren. Ein Auslesen soll allerdings nach wie vor möglich sein.

Die Auswirkungen

Wie ihr euch sicherlich schon vorstellen könnt, wird sich das vor allem auf die Nutzer von gerooteten Geräten auswirken. Jeder, der sein Smartphone nicht gerootet hat, wird vorerst überhaupt keine Änderung verspüren, da das System ja nichts in den Systemdateien verändert. Allerdings muss man sagen, dass das Betriebssystem auf diese Weise um ein gehöriges Stück sicherer werden könnte, da zum Beispiel Schadsoftware nicht unwissentlich ins System eindringen kann und unbeschränkten Zugriff hat.

Anwendungen, die auf gerooteten Geräten zum Auslesen oder Verändern von App-Daten verwendet werden, sind nach wie vor vollkommen einsatzfähig, da diese meist auf der Datenpartition (/data) arbeiten. Lediglich die Anwendungen, die auf der Systempartition ihre Arbeit verrichten, werden unbrauchbar. So kann zum Beispiel Titanium-Backup nicht mehr System-Apps wiederherstellen oder normale Apps in Systemanwendungen umwandeln.

Lösungen

Im Prinzip gibt es nur eine Möglichkeit diese Restriktion zu umgehen: den Recovery-Modus. Zuerst muss eine flashbare ZIP-Datei mit den gewünschten Änderungen an der Systempartition erstellt werden. Anschließend wird das Gerät im Recovery-Modus gestartet und die ZIP-Datei wird installiert. Nach einem Neustart sollten dann die Änderungen übernommen worden sein.

Natürlich ist das Ganze im Vergleich zur vorherigen einfachen Installation von neuen Systemanwendungen weitaus aufwendiger. Zusätzlich wird auch noch ein anderer Bootloader wie TWRP oder ClockworkMod benötigt.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit einen Mod zu flashen, der noch ohne diesen Restriktionen daherkommt. Das Google aber diese Option lange offen lässt, wagen wir zu bezweifeln.

Freunde des gepflegten Roots brauchen sich derzeit noch keine Sorgen machen, dass die Änderungen schon in nächster Zeit kommen werden. Allerdings könnte es mit der nächsten Iteration von Android (5.0?) schon bald so weit sein.

Was haltet ihr von der Vorgehensweise? Wird es endlich Zeit, dass sich Google um die Sicherheit des Betriebssystems kümmert oder verärgert euch das Ganze? Teilt uns eure Meinung in den Kommentaren mit.

Quelle: AndroidPolice

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