Google Glass: Vom Erfolg zum Flop und wieder zurück?

Daniel Kuhn 8. Februar 2015 0 Kommentar(e)

Google Glass ist innerhalb kürzester Zeit von einem der heißesten Produkte der Technikbranche zu einem ganz großen Flop abgestiegen. Aber nun hat sich Nest-Chef Tony Fadell der Datenbrille angenommen und will diese komplett neu konzipieren – allerdings ohne öffentliche Tests.

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Die Geschichte von Google Glass ist von einem steilen Aufstieg über mehrere Jahre und einem gewaltigen Crash am Ende bestimmt. Das Konzept, ein Display direkt vor dem Auge zu tragen, auf dem einem die aktuellsten Benachrichtigungen präsentiert werden, ohne dass man ständig das Smartphone aus der Tasche ziehen muss, konnte sofort begeistern. Auch andere Informationen wie etwa für die Navigation kann man so direkt vor das Auge projizieren. Nach der ersten Vorstellung durch Google 2012 und der Einführung des Explorer-Programms, das letztendlich ein öffentlicher Betatest war, kannte die Begeisterung kaum Grenzen. Jeder wollte so ein Wearable Device haben.

Tas Time Magazine kürte Google Glass sogar zur besten Innovation des Jahres, in der Vogue bekam die Datenbrille ein 12 Seiten-Special und selbst Homer Simpson trug die Cyberbrille in einer Folge. Doch wenige Monate nachdem das Explorer-Programm für die breite Masse zugänglich gemacht wurde, kam die überraschende Ankündigung, dass Google Glass in dieser Form eingestellt wird. Die Hintergründe dazu hat die New York Times in einem ausführlichen Artikel beleuchtet, in dem es auch um die Zukunft der Datenbrille geht.

Das Projekt wurde nämlich nach der Einstellung des Explorer-Programms aus dem Google X-Labor dem aufgekauften Unternehmen Nest übertragen, das von Tony Fadell geleitet wird, der ja bekanntlich schon für Apples iPod mitverantworlich zeichnete. Mehrere Quellen, die Fadell nahestehen, dass dieser plant, Google Glass von Grund auf neu zu konzipieren. Damit kann man den öffentlichen Betatest wohl endgültig als gescheitertes Experiment ansehen. Fadell plant zudem, das Produkt nicht zu veröffentlichen, bevor es nicht fertig ist.

Ein Mitarbeiter Fadells sagte dazu:

Es wird keine öffentliche Experimentierphase geben. Tony ist ein Pruduct-Mensch und er wird nichts veröffentlichen, bevor es nicht perfekt ist.

Zwar gibt es durchaus ein bisschen Hoffnung, dass wir in nicht absehbarer Zeit eine komplett neugestaltete Datenbrille aus dem Hause Google/Nest aufs Auge gedrückt bekommen könnten, aber genauso besteht auch die Möglichkeit, dass das Produkt heimlich Still und Leise in der Versenkung verschwindet. Es wäre schade drum, findet ihr nicht auch?

Quelle: New York Times (via Mobile Geeks)

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