HTC One (M8): Unser Hands-On zum neuen HTC-Flaggschiff

Martin Reitbauer 25. März 2014 5 Kommentar(e)

Das HTC One (M8) ist nach unzähligen Leaks und vorab aufgetauchten Infos endlich offiziell. Optisch gleicht das neue One seinem Vorgänger, das Innenleben wurde aber einem ordentlichen Update unterzogen. So schlummert im One (M8) ein schneller Snapdragon 801-Chip, der in Sachen Geschwindigkeit das Maß der Dinge darstellt und auch im Galaxy S5 und Xperia Z2 verbaut ist. Wir konnten auf das HTC-Flaggschiff bereits einen ausführlichen Blick werfen und zeigen euch hier alles Wissenswerte zum Gerät.

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Neuerungen im Detail

In Sachen Design unterscheidet sich das One (M8) nicht allzu stark vom Vorgänger – an sich kein Manko, denn der war designtechnisch ein Meisterstück. Erst auf den zweiten Blick fallen die Unterschiede auf: Die Form ist abgerundet, wirkt schlanker und im Profil fast stromlinienförmig. Beim Gehäuse kann man diesmal tatsächlich von einem Aluminium-Unibody sprechen, denn anders als beim Vorgänger wölbt sich das Aluminium vom Rücken über die Seiten, Display und Lautsprecherblenden sind wie in eine Wanne eingesetzt.

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Mit 160 g ist das One (M8) um einige Gramm schwerer geworden. Einerseits liegt das an der Unibody-Fertigung, die mehr Metall nötig macht. Andererseits ist das Gerät auch insgesamt leicht gewachsen – um 9 mm in der Länge und 2,5 mm in der Breite, nur die Dicke ist gleich geblieben. Das ergibt 146.4 x 70.6 x 9.4 mm, womit sich das HTC One zwischen dem Galaxy S5 (etwas kleiner) und dem Sony Xperia Z2 (etwas größer) einreiht. Der Bildschirm misst nun 5 Zoll, anstatt 4,7 beim Vorgänger.

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Der Unibody aus gebürstetem Aluminium liegt sehr angenehm in der Hand. Dadurch lässt sich das etwas höhere Gewicht des One (M8) leichter verschmerzen.

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Die Hardware des One (M8) steckt nun in einem echten, aus Alu gefrästen Unibody. Der Vorgänger hatte noch Kunststoff an den Seiten.

Display und Hardware

Die Auflösung des Super LCD3-Panels wurde bei Full HD belassen, die durch den größeren Bildschirm leicht gesunkene Pixeldichte von 441 ppi ist aber nach wie vor ein absoluter Spitzenwert. Auch sonst macht das Panel einen sehr guten Eindruck, vor allem Leuchtkraft und Schwarzwerte können sich sehen lassen.

Wie bei den Topmodellen von Samsung (S5) und Sony (Xperia Z2) verrichtet im neuen One ein Snapdragon 801 mit 4 x 2,3 GHz seinen Dienst. Von minimalen Unterschieden bei der Taktrate abgesehen, gleichen sich die aktuellen Flaggschiffe in Sachen Leistung also stark. An der Grafik rechnet ein Adreno 330 und 2 GB RAM stehen dem System zur Verfügung. Mit dieser Kombination schlägt sich das One in den Benchmarks ausgezeichnet und ließ in unserem Test sogar das Galaxy S5 hinter sich.

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Linker Screenshot: In Benchmarks wie hier bei AnTuTu macht das HTC One (M8) dank Snapdragon 801 eine sehr gute Figur. Rechter Screenshot: Wie beim Vorgänger kann die Akkulaufzeit dank integriertem Energiesparmodus verlängert werden.

Eine gute Nachricht für Freunde großer und vieler Dateien: Der Speicher des One lässt sich nun per microSD-Karte erweitern, um bis zu 128 GB kann der Nutzer das Gerät auf diese Weise aufstocken.

Dual-Kamera

Eine der meistbeachteten Neuerungen am One (M8) ist sicher das doppelte Kamera-Modul. HTC hat eine sekundäre Kamera verbaut, die nur Tiefen-Informationen aufzeichnet. So werden spezielle Schärfe-Effekte möglich. Die Informationen (vereinfacht: Welches Objekt im Bild ist wie weit entfernt?) werden mit in die JPEGs gepackt und sollen die Dateien nur unwesentlich größer machen – anders als in den Bildformaten des großen Bruders, der Lichtfeldkamera (wie etwa der 2012 erschienenen Lytro), bei der ganze Serien von Bildern gespeichert werden. Im Ergebnis lässt sich mit der Kamera im One (M8) zwar nicht wirklich der Fokus nachträglich verstellen, die aufgezeichneten Informationen erlauben es aber z.B., nachträglich Motive freizustellen – etwa indem man das Objekt in der Fokusebene auswählt und den Hintergrund verschwimmen lässt. Nebenbei werden mit dieser Technik allerhand Faxen möglich: Objekte im Fokus lassen sich z.B. ausschneiden und in ein anderes Bild einsetzen, Comic-Elemente können in verschiedenen Tiefenebenen eingefügt werden und ähnliches mehr.

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Die sekundäre Kamera ganz oben misst die räumliche Tiefe. So lassen sich im Nachhinein Schärfe-Effekte erzielen. Die Auflösung bleibt bei 4 MP („Ultrapixel“).

Der optische Bildstabilisator wurde leider aus dem Modul genommen und durch einen digitalen ersetzt. Optimierte Verschlusszeiten und ein schnellerer Autofokus sollen den Verlust aber kompensieren. Links neben dem doppelten Kameramodul sind zwei LEDs in unterschiedlichen Farbqualitäten angeordnet. Je nach Lichtsituation wird der Farbton abgemischt, so sollen die Farben in Fotos mit Blitz natürlicher werden.

Sense 6 mit Detailänderungen

Das HTC One (M8) kommt mit Version 6 der HTC-Oberfläche Sense. Die große Revolution bringt das neue Interface nicht, der Hersteller hat aber eine Anzahl von Details verändert. So wurden im Blinkfeed – der informationsgeladenen Homescreen-Alternative von HTC – die Animationen zurückgenommen, um weniger Ablenkung zu schaffen. Ein neues thematisches Farbschema führt durch alle Bereiche – Blau für Office, Rot für Medien. Von diesen Details abgesehen wartet die Software mit einigen sehr interessanten Neuerungen auf. “Motion Launch Gesten” sind wohl die Interessanteste davon: Wer das Smartphone vom Tisch nimmt und über den Bildschirm streicht, entsperrt es und führt gleichzeitig eine Aktion aus: Nach rechts streichen startet z.B. den Blinkfeed, nach unten die Sprachwahl.

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Linker Screenshot: HTC folgt dem von Google vorgegebenen Trend hin zu On-Screen-Buttons. Leider kostet das Platz am Bildschirm, die Flächen neben dem Logo bleiben ungenutzt. Rechter Screenshot: Die Quick-Settings, die sich von der Statusleiste am oberen Bildschirmrand herunterziehen lassen, geben Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen.

Der Akku soll im neuen HTC One um 40% länger durchhalten als im alten Modell, obwohl die Kapazität nur um 13% erhöht wurde. Möglich wird dies durch Software-Features wie einen Extrem-Energiespar-Modus, der die Leistung des Geräts auf das Essentielle herunterschraubt und so bei schwindendem Akku die Standby-Zeit wesentlich verlängert. Nur die wichtigsten Funktionen des Smartphones bleiben in diesem Modus verfügbar. Ist die Zelle einmal ganz leer, soll sie per „Quick Charge” innerhalb einer Stunde wieder auf 80% geladen werden können.

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Linker Screenshot: Der „Blinkfeed“ wurde überarbeitet und enthält nun weniger Animationen, die den Nutzer beim Lesen stören. Rechter Screenshot: Im App-Drawer gefällt vor allem die Sortierfunktion. Bei den Anwendungen findet sich angenehm wenig „Bloatware“

Das HTC One (M8) ist ab 4. April 2014 im Handel erhältlich.

Was denkt ihr? Habt ihr euch mehr erwartet oder seid ihr zufrieden und werdet euch das HTC One (M8)? Packt eure Meinung in die Kommentare!

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Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsächlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschäftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit für einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

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