MindRDR: Gedankensteuerung als Killer-App für Google Glass?

Redaktion 11. Juli 2014 0 Kommentar(e)

Denken statt sprechen: Das britische Startup This Place hat mit MindRDR eine Gedankensteuerung für Googles Glass entwickelt. Die Killer-App für die umstrittene Datenbrille? 

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„Google will eure Gedanken“ – nachdem der Internetkonzern zum neuen Lieblings-Feindbild der Old Econoy avanciert ist, würde es wirklich nicht verwundern, wenn die ein oder andere Zeitung mit solchen oder ähnlichen reißerischen Aufmachen auf Leser-Fang geht. Doch in diesem Fall ist es gar nicht der Suchmaschine-Primus selbst, der eine Gedankensteuerung für Google Glass entwickelt hat, sondern das Londoner Startup This Place.

Google Glass verbunden mit NeuroSky

Um die Gedankensteuerung überhaupt möglich zu machen, wird die Google Glass mit dem EEG-Biosensor NeuroSky verbunden. Über einen Kontaktpunkt an der Stirn misst der Sensor die Gehirnwellen des Trägers und setzt mit Hilfe der MindRDR-Software diese in Signale für die Datenbrille um. Normalerweise lässt sich Google Glass ausschließlich über Sprache oder die Touch-Fläche am Bügel der Brille steuern, mit dem Gehirnwellenmonitor reichen dazu auch Gedanken. Per Gedanken können Fotos gemacht und anschließend auf Facebook oder Twitter geteilt werden. Hier ist die Umsetzung noch recht rudimentär, doch in Zukunft wird der Funktionsumfang mit Sicherheit auch größer werden.

Durch einen Kontaktpunkt an der Stirn werden die Gehirnwellen gemessen. (Bild: This Place/Youtube Screenshot)

Durch einen Kontaktpunkt an der Stirn werden die Gehirnwellen gemessen. (Bild: This Place/Youtube Screenshot)

Durch Konzentration wandert die Linie nach oben

Aber wie genau funktioniert das Ganze jetzt überhaupt? Um die Gedankensteuerung zu aktivieren, bekommt der Nutzer ein visuelles Feedback in Form einer beweglichen horizontalen Linie in das Prisma der Glass projiziert. Steigt die Konzentration an, wandert die Linie langsam nach oben. Hat sie den oberen Rand erreicht, schießt die Datenbrille ein Foto. In einem weiteren Schritt, auch hier muss die Linie an per Konzentration an den oberen Rand gebracht werden, werden die geschossenen Fotos in sozialen Netzwerken geteilt. Entspannt sich der Nutzer hingegen, lässt also die Konzentration nach, wandert die Linie an den unteren Rand und die Bilder werden gelöscht.

Menschen mit Behinderungen helfen

Entwickelt wurde die Software, deren Open Source Coude auch auf Github einzusehen ist, von Dusan Hamlin und Chloe Kirton. Der Gründer von This Place und seine Kreativ-Direktorin haben rund 1000 Stunden Entwicklungszeit in ihr Projekt gesteckt. Ihre Motivation ist, auch Menschen mit Behinderungen oder anderen Einschränkungen den Zugang zu neuen Technologien zu ermöglichen: „Als eine Firma im Bereich User Experience versuchen wir immer, die Interaktion von Menschen und Technologie zu verbessern. MindRDR könnte zum Beispiel für Menschen mit dem Locked-in-Syndrom enorme Möglichkeiten bieten.“, so Hamlin.

Interessante Technologie: Was meint ihr, werden wir naher Zukunft all unsere Gadgets per Gedanken steuern? 

Quelle: TechCrunch (via Elektronik Praxis)

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