Studie beweist: Smartphone und TV stumpfen unsere Kinder sozial ab

26. August 2014 0 Kommentar(e)

Was wir schon längst wussten, ist nun amtlich. Zumindest habe es Forscher der University of California (UCLA) nachgewiesen: Kinder verlieren zunehmend ihre sozialen Kompetenzen, weil sie kaum noch face-to-face interagieren.

Um das herauszufinden, haben die Forscher Schüler der sechsten Klasse in zwei Versuchsgruppen geteilt. Die eine Gruppe verbrachte fünf Tage ununterbrochen in einem Camp, ohne die Möglichkeit zu haben, elektronische Geräte und Medien zu nutzen. Eine zweite Gruppe blieb elektronisch voll ausgestattet.

Du bist traurig? Was schert es mich?

Sowohl am Beginn der Studie, als auch an deren Ende wurden bei den Teilnehmern beider Gruppe die Fähigkeiten ausgewertet, Emotionen von anderen Menschen in Fotos und Videos zu erkennen. Dabei wurden den Schülern 48 Bilder von Gesichtern gezeigt. Sie sollten diesen Gesichtern Gefühle wie glücklich, traurig, wütend oder ängstlich zuordnen.

Emotionen zu deuten, fällt unseren Kindern immer schwerer, weil sie kaum mehr von Angesicht zu Angesicht kommunizieren. Mach einfach mal den Selbstversuch und versuche die 15 Gefühlregungen im gezeigten Bild zu deuten. (Foto: shutterstock[AlexSutula])

Emotionen zu deuten, fällt unseren Kindern immer schwerer, weil sie kaum mehr von Angesicht zu Angesicht kommunizieren. Mach einfach mal den Selbstversuch und versuche die 15 Gefühlregungen im gezeigten Bild zu deuten. (Foto: shutterstock[AlexSutula])

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Das überraschende Ergebnis: Bei den Kindern, die ohne elektronische Begleiter auskommen mussten, verbesserte sich die Fähigkeit Emotionen zu lesen deutlich innerhalb dieser fünf Tage. Die andere Gruppe zeigte auch nachher kaum soziales Deutungsvermögen. Überraschend ist dies insofern, als bereits ein kurzer Zeitraum von fünf Tagen genügt, um die verlorengegangenen emotionalen Skills wieder zu erlernen.

E-Mails zeigen keine Gefühle

„Die Mimik ist der wichtigste Übermittler von Emotionen, deshalb scannt das menschliche Gehirn seine Umgebung auch ständig nach Gesichtern ab. In einer nonverbalen Kommunikation, wie etwa per E-Mail, aber auch in Videospielen, fehlt diese Auskunft. Sogenannte ‚Emoticons‘ sind nur ein schwacher Ersatz für sichtbare Gefühlsregungen, da sie die Vielfalt der Mimik nicht abbilden können“, meint Dirk W. Eilert, Leiter der Eilert-Akademie für emotionale Intelligenz.

Das Gehirn lernt ein Leben lang und baut ständig neue Nervenverbindungen auf – aber auch ab. „Deshalb kann ein Mensch soziale Fähigkeiten, wie etwa das richtige Deuten von visuellen emotionalen Reaktionen, verlernen“, unterstreicht Eilert.

Alles in allem eine Erkenntnis, die uns nicht aufregt, weil wir ja wussten, dass wir sozial ein wenig verkümmern, wenn wir und nur noch mit digitalen Kommunikationsmitteln mit unseren Mitmenschen unterhalten. Andererseits sollte sie uns aufregen, weil wir nur dann gegensteuern können. „Alles mit Maß und Ziel“, ist unser Schlusswort.

Quelle: UCLA via Pressetext

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Geschäftsführer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spaß, dass er dafür sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft natürlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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