Ein Leben ohne elektronische Geräte – unvorstellbar?

Redaktion 4. Juni 2021 Kommentare deaktiviert für Ein Leben ohne elektronische Geräte – unvorstellbar? Kommentar(e)

Stellen Sie sich kurz einmal vor: Wie wäre es, keine elektronischen Gadgets zu besitzen? Hätten Sie heute früh vielleicht verschlafen, weil kein Telefonwecker Sie geweckt hätte? Müssten Sie selbst ewig im Radio am Rädchen drehen, bis Sie den richtigen Song finden, statt Alexa einfach zu befehlen, was gespielt werden soll? Fänden Sie den Weg zur neuen Arbeitsstelle auch mit einer herkömmlichen Karte, ohne Navi und Google-Maps? Wie würden Sie kostenlos Automatenspiele im Online Casino spielen, wenn Ihnen kein Computer zur Verfügung stünde? Müssten Sie jeden Kunden persönlich per Hand anschreiben, wenn auch das Telefon für die Arbeit wegfällt? Technologie hat unser Leben in mehr Bereichen übernommen, als uns klar ist.

Ein Leben ohne elektronische Geräte – unvorstellbar?

Bildquelle: Pexels

Ein Leben ohne Technik – kaum mehr möglich

Technologie hat in vielerlei Hinsicht unser Leben einfacher gemacht. Es gibt mehr Möglichkeiten, sich mit anderen zu vernetzen, neue Arten Geld zu verdienen und an Informationen zu gelangen. So wertvoll sind elektronische Errungenschaften auch geworden. Ihre Nutzung ist so alltäglich geworden, dass wir beginnen, Anzeichen von Abhängigkeit zu zeigen.

Ohne das Internet gibt es keine Hoffnung

Falls Sie im Web nach Daten suchen und Ihre Internetverbindung ausfällt, werden Sie dann Ihr Haus verlassen und zur nächsten Bibliothek fahren? Oder holen Sie Ihr altes Nachschlagewerk hervor? Selbst die Freizeitgestaltung ist heutzutage ohne Internet für einige schwierig. Wie erreicht man noch Freunde, um sich mit ihnen zu verabreden, wenn nicht per Messenger? Was tun, wenn der Streamingdienst nicht lädt? Viele Hobbys sind an das Funktionieren der Internetverbindung gekoppelt, und ohne kann es schwerfallen, sich plötzlich mit anderen Dingen zu beschäftigen.

Das Leben, gelebt durch das Display

Sie werden Teil eines außergewöhnlichen Momentes (z. B. den letzten Moment eines Sportereignisses, eine Hochzeit, etc.). Seien Sie ehrlich – zücken Sie die Kamera oder das Smartphone, um den Moment festzuhalten? Um den besten Blickwinkel einzufangen, starren wir dabei permanent auf den Bildschirm, statt mit unseren eigenen Augen den magischen Moment wahrzunehmen. Dadurch erlebt unser Gehirn den Moment jedoch nicht in dem Maße, wie er erlebt werden könnte. Stattdessen empfinden wir ihn nicht als besonderer, als jede andere Person, die dem Ereignis nicht bewohnte und sich das Video anguckt. Überlegen Sie in Zukunft, ob Sie Ereignisse nicht lieber in Ihrem Herzen festhalten wollen, statt auf einer Speicherkarte.

Die Menschheit und die verlorene Zeit

Für den Fall, dass Sie ins Internet gehen und beim Anschauen von YouTube-Aufnahmen oder beim Besuch von webbasierten Medien die Zeit vergessen und Stunden vergehen, ohne dass Sie es überhaupt bemerken, haben Sie möglicherweise ein Problem mit der Nutzung des Internets. Inhalte und besonders persönliche Feeds sind dazu konzipiert worden, den Nutzer süchtig zu machen. Denn mit jedem weiterscrollen, mit jedem angeschauten Video und mit jedem Like verdient eine Plattform, eine Webseite oder ein Influencer bares Geld. Wenn es nach den Betreibern geht, sollen Sie also so süchtig wie möglich werden. Leider kostet Sie dieses Verhalten Lebenszeit. Und die ist unwiederbringlich weg.

Die Panik, wenn das Handy unauffindbar ist

Wie oft würden Sie sagen, dass Sie Ihr Mobiltelefon in die Hand nehmen und auf Nachrichten oder Neuigkeiten überprüfen? Wenn Sie Ihr Handy ständig nutzen, um Ihre Online-Accounts, Apps und Feeds im Blick zu behalten, Ihre Anwendungen zu nutzen, um lediglich damit herumzualbern, im Internet zu surfen, und stundenlang durch Social Media scrollen, dann sind Sie abhängig.

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie den Ton von eingehenden Nachrichten auf dem Telefon hören? Greifen Sie sofort danach oder können Sie es auch einen Moment lang liegen lassen? Viele Menschen sind von elektronischen Geräten mittlerweile so konditioniert worden, dass sie ein Gefühl der Freude erleben, wenn das Telefon klingelt. Jemand denkt an sie, sie sind wichtig, vielleicht ist es ein weiterer Like auf dem mit Filtern überladenen Foto? Es ist der gleiche Energieschub, den die Glückspieler verspüren, wenn sie ein Roulette-Rad drehen, einen Casino Bonus erhalten oder ein paar Würfel auf einen Tisch werfen. Es ist die Erwartung und Vorfreude, Ihr Telefon zu überprüfen, die diesen Anstieg verursacht – ein sicheres Zeichen dafür, dass Sie von Ihrem Mobiltelefon abhängig sind.

Ein Telefon für alles

Wenn das Handy selbst die einfachsten Dinge übernimmt, dann wird es zum Problem. Zumindest, wenn wir es lassen. Leider ist der Vorgang so subtil, dass uns nicht einmal auffällt, dass wir unsere eigenen Leistungen mit der Benutzung des Smartphones schmälern. 73-15 soll berechnet werden. Theoretisch kennen wir die Antwort seit der Grundschule und dem einfachen Rechnen im Hunderterbereich. Nur zur Sicherheit zieht man das Telefon hervor und tippt die Nummern ein, man könnte sich ja verrechnet haben. Misstrauen gegenüber den eigenen Fähigkeiten und das Vernachlässigen der eigenen kognitiven Leistung sind leider ebenfalls Folgen zunehmender Nutzung von elektronischen Geräten. Oder wie viele Telefonnummern kennen Sie im Gegensatz zu früher, vor dem Smartphone, noch auswendig?

Geht es denn auch ohne?

Technologie hat unser Leben in vielerlei Hinsicht einfacher, schneller und teilweise auch lebenswerter gemacht und auf nicht jedes elektronische Gadget ist schlecht. Dennoch ist der Gesellschaft bewusst, dass dieser Wandel nicht unaufhaltsam und unreflektiert vonstattengehen sollte. Deswegen haben sich einige Unternehmen der Analyse von Display-Zeit, Arbeitseffizienz und technologiefreier Zeit gewidmet. Mit ihren Apps soll es für den Verbraucher wieder einfacher werden, sich für einen Moment von Smartphone, Laptop und Co. abzuwenden.

  • Viele Smartphone Hersteller ermöglichen in ihren Systemeinstellungen, dass während der Selbstbestimmten Arbeitszeit, ausgewählte Apps blockiert werden. So bekommt man nur neue Nachrichten, wenn diese App während der Arbeitszeit freigegeben wurde. Andere wiederum sind gar nicht erst aufrufbar. Dies soll dem Nutzer bei jedem in-die-Hand-nehmen des Telefons helfen, sich daran zu erinnern, dass diese Apps momentan nicht aufgerufen werden sollten.
  • Einige Apps analysieren die effektive Display-Zeit, mit der gemessen werden kann, wie viel Zeit auf sozialen Medien, Nachrichten- und Streamingdiensten verwendet wurde. Zu sehen, dass man 6 oder mehr Stunden des Tages mit dem Scrollen durch Feeds verbracht hat, ohne Produktives zu leisten, soll Bewusstsein für das eigene Nutzungsverhalten schaffen.
  • Andere Apps erinnern den Nutzer per Push-Nachrichten daran, dass er die elektronischen Gadgets beiseite legen und sich eine Auszeit von der elektronischen Dauerbeschallung nehmen wollte.

Je nachdem, was dem persönlichen Gusto entspricht, können diese Programme und Einstellungen helfen, sich zumindest für den Moment der digitalen Welt zu entziehen und die reale Welt, schärfer als UHD+, klangvoller als Dolby Digital und ereignisreicher als jedes Computerspiel, zu genießen.

auf Facebook teilen auf Google+ teilen auf Twitter teilen

Kennst du schon unsere Magazine?

Alle Magazine anzeigen