Das Moto Z2 Play im androidmag-Test

Peter Mußler 13. August 2017 Kommentare deaktiviert für Das Moto Z2 Play im androidmag-Test Kommentar(e)

Die runderneuerte Top-Riege bei den Moto-Phones hat im letzten Jahr alle erstaunt: Das Design, die Power und nicht zuletzt die Modifizierbarkeit der Z-Serie waren beeindruckend. 2017 lautet die Devise statt Neuerfindung Qualitätssicherung. Den Anfang  macht das Z Play – Z im Quadrat.

Lenovo, die Konzernmutter hinter der 2014 von Google erworbenen ehemaligen Motorola-Smartphone-Sparte Moto, hat im letzten Jahr etwas Einzigartiges geschafft. Die Chinesen brachten gleich zwei Smartphones auf den Markt, die sich auf Hardware-Seite erweitern ließen und dabei nicht sogleich durch Design-Zugeständnisse an die Modifizierbarkeit alle Kunden vergraulten. Das Moto Z und das darunter rangierende Moto Z Play sahen anders aus als alle anderen bisherigen Smartphones, aber eben auch sehr gut – so zumindest die einhellige Meinung in unserer Redaktion. Ein schweres Erbe für die Nachfolger also. Bei der Play-Version legt Moto 2017 zuerst nach, und zwar mit dem Z2 Play.

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Titelverteidiger beim Akku?

Das Moto Z Play hat(te) ein ganz besondere Stärke, und das sind seine Laufzeiten. In unserem Akku-Ranking belegte es bis vor Kurzem den zweiten Platz. Abhängig vom Blickwinkel sogar den ersten. Denn in den gemessenen Zeiten musste es sich nur knapp geschlagen geben, lag allerdings bei den Ladezeiten deutlich an der Spitze (will sagen: am schnellsten). Das Z2 Play hat da gleich mit erheblichen Startwidrigkeiten zu kämpfen. Sein Akku wurde um 510 mAh beschnitten, fasst nun „nur“ noch 3.000 mAh. Das Ergebnis sind kürzere Standzeiten in allen Testkategorien. Das ist im Gesamtvergleich noch immer sehr gut, aber eben nicht mehr absolute Spitzenklasse. Wirklich wundern mussten wir uns aber über die gemessene Ladegeschwindigkeit. Die war trotz kleinerem Akku und „TurboPower“-Ladegerät eklatant niedriger als beim Vorgänger. Dass ein größerer Akku beim Laden besser startet, da der Widerstand geringer ist, wissen wir. Aber beim Durchladen müsste der kleinere Akku auch schneller sein. 2:15 Stunden statt 1:41 (Moto Z Play) sind ein Rückschritt bei der Nutzbarkeit.

Metall statt Glas

Prinzipiell blieb das Design des Gerätes mit planem Gehäuse und relativ harten Kanten unangetastet. Nachgeschärft hat man dennoch: Ein Millimeter wurde in der Stärke abgeknapst (jetzt weiß man, warum der üppige Akku auf Diät gesetzt wurde) und der Rücken ist nun aus Aluminium, nicht mehr aus fettfleckfreundlichem Glas. Ergebnis: Das Gesamtgewicht sank um ganze 20 Gramm auf nur noch 145 – für einen metallenen Fünf­einhalbzöller respektabel.

Die Kamerainsel ragt noch immer deutlich hervor. Das soll aber nicht weiter stören, da man dieses Smartphone sowieso mit einem individuellen Rückenteil benutzen soll. Das kann entweder aus Holz oder Stoff sein und wird über die Magnethalterung auf der Rückseite fixiert, die auch die sogenannten Mods hält (das sind u.a. ein Lautsprecher von JBL, ein Akkupack oder ein Spiel-Controller, genannt „GamePad“).

Plus 1 bei Prozessor und RAM

Das Moto Z Play war wie gesagt unter dem Moto Z angesiedelt. Beim Nachfolger ist das nicht anders vorgesehen, dennoch gab es ein Upgrade bei der Recheneinheit. Der sparsame und schnelle Snapdragon 625 wurde durch das noch einmal verbesserte Modell 626 ersetzt. Der taktet geringfügig höher, erzielte aber im Geek­Bench Multicore-Test deutlich bessere Werte. Gewachsen ist auch der Arbeitsspeicher, und zwar von 3 auf 4 GB. Keine Fortschritte verzeichneten wir bei der Grafikmessung. Kein Wunder, es ist die gleiche GPU verbaut wie beim Vorgänger.

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Doppelter Speicherplatz

Zugelangt hat man bei der Verbesserung des Speichervermögens. Statt bisher 32 stehen jetzt satte 64 GB zur Verfügung. Das hat einen echten praktischen Nutzwert. Die Kameraauflösung wurde im allgemeinen Abwärtstrend nach unten angepasst (12 statt 16 MP). Sie funktioniert bei wenig Licht sehr gut, hat aber Schwächen in den Details.

Kurz: Ups und Downs beim Nachfolger des Moto Z Play. Wie eben in jedem Spiel.

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.

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