Samsung, Huawei und Co.: Das Smartphone als PC-Ersatz

23. März 2019 Kommentare deaktiviert für Samsung, Huawei und Co.: Das Smartphone als PC-Ersatz Kommentar(e)

Starke Prozessoren, viel Arbeitsspeicher, durchdachte Lösungen: Smartphones lassen sich auch als mobile PCs verwenden. Wir zeigen, wie das geht.

Das Smartphone begleitet uns tagtäglich auf den meisten unserer Wege. Wer oft beruflich oder als Student unterwegs ist und zusätzlich zum Smartphone auch noch Notebook, eventuell ein Tablet und natürlich Kabeln und Akkupacks mitschleppen muss, weiß, wie mühsam das ab und an sein kann. Naheliegend ist daher, die Stärken der einzelnen elektronischen Begleiter in einem Gerät zusammenzufassen – oder es zumindest zu versuchen. Seit einiger Zeit basteln einige Hersteller an Lösungen, das Smartphone auch als eine Art mobilen PC nutzbar zu machen. Erwähnt werden müssen hier auf jeden Fall Samsung und Huawei, die bereits eine Lösung auf den Markt gebracht haben. Während Samsung auf eine „DeX“-Station setzt, bietet Huawei mittlerweile sogar kabellose Übertragungsmöglichkeiten.

Einstecken & loslegen

Ziel ist es, mithilfe eines Monitors ein vollwertiges PC-Erlebnis zu schaffen. Beide Hersteller haben dafür auch eine eigene Software entwickelt, die (wohl nicht unbeabsichtigt) Windows von Microsoft ähnelt. Wie das alles funktioniert, lesen Sie auf den nächsten Seiten.

Glossar

DeX: Samsung nennt die Dockingstation, die das Smartphone mit dem Monitor verbindet, „DeX-Station“. Praktisch: Die DeX verfügt über verschiedene Anschlüsse.

Screen Mirroring: Den Begriff verwendete Samsung lange Zeit, mittlerweile steht er für das Übertragen der Bildschirminhalte des Smartphones auf einen Monitor.

Hotspot: Das Smartphone kann als Router für den PC herhalten. In den Netzwerkeinstellungen aktivieren Sie dazu die „Hotspot“-Funktion.

Mails und Nachrichten auch am PC

Wer Gmail nutzt, hat bei der Synchronisierung zwischen Android-Phone (und auch iOS-Geräten) und dem PC keine Probleme. Ist die Funktion aktiviert, passiert das automatisch. In den Einstellungen, unter „Konten“ und „Google“ können Sie die die Auto-Sync-Funktion einschalten. Wer andere Mailingdienste nutzt, richtet diese ebenfalls im Menü „Konten“ ein.

Bei den Messaging-Diensten hat seit Jahren WhatsApp den Platz an der Sonne inne. Mit „WhatsApp Web“ bietet der Dienst auch die Möglichkeit, über den Browser am PC Nachrichten zu lesen und zu verfassen. Dazu öffnen Sie web.whatsapp.com und tippen am Smartphone auf den Menü-Button rechts oben. Danach wählen Sie „WhatsApp Web“ und scannen den QR-Code, der im PC-Browser gezeigt wird, ein.

MySMS

Sie installieren die App, erlauben die notwendigen Berechtigungen und verknüpfen ein Google-­Konto mit „MySMS“. Im Browser Ihres PCs öffnen Sie dann einfach die Seite app.mysms.com und melden sich hier mit dem gleichen Google-Account. Das war es auch schon, fortan werden Ihre SMS auch am PC angezeigt. Die kostenpflichtige Variante ist werbefrei und bietet einige zusätzliche Funktionen.



MightyText

MightyText funktioniert ähnlich wie MySMS, fordert aber etwas weniger Berechtigungen und erlaubt darüber hinaus auch das Synchronisieren von Bild- und Videodateien zwischen Smartphone und PC. Außerdem könne das Telefon über die Browser-Maske von MightyText klingeln lassen, Ihre Kontakte verwalten und Termine planen. Letzteres (und mehr) allerdings nur in der Pro-Version für 80 US-Dollar pro Jahr.



AirDroid

Diese App erfordert ebenfalls eine Registrierung. Erlauben Sie die Berechtigungen und geben Sie nach der Einrichtung am PC web.airdroid.com in den Browser ein. In der Smartphone-App tippen Sie auf „Transferieren“ und dann auf QR-Code scannen. Der wird am PC angezeigt. Nach dem Scan steht die Verbindung. Mit AirDroid übertragen Sie Daten, lesen Nachrichten am PC und spiegeln den Smartphone-Screen.


AirDroid: Fernzugriff & Daten
AirDroid: Fernzugriff & Daten
Entwickler:
SAND STUDIO
Preis:
Kostenlos+

  • AirDroid: Fernzugriff & Daten Screenshot
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Die Universal-Lösung: Samsung Dex Station

Samsung stellte mit dem Galaxy S8 die „DeX“-Station vor. Kompatibel sind aber auch die Note-Geräte (ab Modell 8) und das Galaxy S9 samt Ableger. Der Vorteil dieser Lösung: Sie schließen sämtliche Peripheriegeräte in wenigen Sekunden an und können danach direkt loslegen.

Dex: Desktop Experience

Falls sich jemand fragt, wofür die Abkürzung „DeX“ steht: Desktop Experience oder auf Deutsch „Desktop-Erfahrung“. In die DeX-Station eingelassen sind Slots für ein USB C-Kabel, Ethernet (LAN), HDMI und zwei klassische USB 2.0-Ports.

Preis: 46,99 Euro / Abmessungen / Gewicht: 105,2 x 105,2 x 47.5 mm / 231g /Konnektivität: HDMI, USB Typ C, 2x USB, LAN / bit.ly/sm_dex

1. Telefon als Maus

Steckt das Samsung-Smartphone im der DeX-Station, verwandelt sich das Display in ein Touchpad. Das ist allerdings etwas ungewöhnlich zu bedienen, steht das Smartphone doch in der DeX. Wir empfehlen also den Kauf einer Bluetooth-Tastatur samt Maus.

2. Desktop

Samsung entscheidet sich – wie Huawei – für eine sehr klassische Aufmachung. Bunte Icons repräsentieren die einzelnen Programme, unten links gibt es wie bei Windows den Menü-Button zu allen Apps.

3. Benachrichtigungen

Auf der gegenüberliegenden Seite – also rechts unten – finden Sie alle Benachrichtigungen. Auch Samsung unterteilt diesen Bereich in einzelne Abschnitte. Hier regeln Sie auch die Lautstärke, den Akkuverbrauch und weitere Einstellungen.

4. Verbindung

Die Dex-Station ist vor allem dann praktisch, wenn Sie Tastatur und Maus verwenden möchten. Sie schließen einfach alles am Dock an und stecken das Smartphone einfach oben in die Auslassung. Die Verbindung wird umgehend automatisch hergestellt.

5. Tastatur & Maus

Selbstverständlich können Sie die Eingabegeräte auch einfach per Bluetooth mit Ihrem Smartphone koppeln. Dank zweier USB-Slots ist auch noch Platz für einen Speicherstick oder sonstiges Zubehör. Auch ein LAN-Slot ist verbaut.

6. Menü

Das Pendant zum Windows-Button. Ein Tipp auf diese Schaltfläche und Sie gelangen in das App-Menü. Hier finden Sie beispielsweise die ­Office-Programme.

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Mit oder ohne Kabel? – Huawei Easy Projection

Bei Huawei hat man sich für einen anderen Weg entschieden: Mit der Mate 10-Serie wurde eine kabelgebundene Lösung präsentiert, für die aber keine Dockingstation notwendig ist. Das Mate 20 überträgt die Inhalte auf Wunsch sogar kabellos.

Ein handelsübliches USB-C-auf-HDMI-Kabel reicht, um die Verbindung zwischen Smartphone und Monitor herzustellen. Wer sich für einen entsprechenden Adapter entscheidet, kann zusätzlich auch Peripheriegeräte dort anschließen. Mit dem Mate20 hat Huawei außerdem die kabellose „Easy Projection“-Funktion vorgestellt.

Preis: 39,99,- Euro / Länge: 1,5 Meter / bit.ly/sm_kabel_huawei

1. Steuerung

Ist das Smartphone mit dem Monitor verbunden, können Sie in der Benachrichtigungsleiste auswählen, ob es als Touchpad fungieren soll oder ob Sie das Telefon ganz normal weiterverwenden möchten.

2. Desktop

EMUI (die Huawei-Oberfläche) besitzt eine gewisse Ähnlichkeit mit Windows. Über die einzelnen Icons starten Sie das jeweilige Programm, links unten gelangen Sie zur Übersicht aller Programme. Rechts unten finden Sie die Desktop-Variante der Benachrichtigungsleiste – ein Tipp auf den Abschnitt mit der Akkustandsanzeige öffnet eine größere Übersicht.

3. Maus & Tastatur

Erhältlich sind auch HDMI-Adapter, die neben dem notwendigen Typ C-Anschluss auch noch Slots für USB-Geräte haben. Darüber können Sie auch eine Tastatur und eine Maus in wenigen Sekunden anschließen. Selbstverständlich lassen sich diese Peripheriegeräte auch einfach über Bluetooth mit dem Smartphone koppeln.

Belkin Adapter

Das Besondere an diesem Adapter von Belkin: Er erlaubt auch das Übertragen von 4K-Videos mit 60 Hertz. In unserem Test klappte alles wunderbar. Der Belkin-Adapter ist hervorragend verarbeitet, erfüllt seine Aufgaben zuverlässig und kostet auch nicht viel.

Preis: 49 Euro / Größe: 14 cm / Formate: bis zu 4K, 60 Hz / bit.ly/belkin_adapter

Drahtlose Übertragung

Wer eines der neuesten Huawei-Modelle (Mate 20) besitzt, kann die Verbindung zwischen PC und Smartphone auch kabellos herstellen. In der Benachrichtigungsleiste finden Sie den Eintrag „Drahtlosprojektion“. Tippen Sie darauf und suchen Sie nach kompatiblen Bildschirmen. Ihren Bildschirm wählen Sie dann mit einem abermaligen Tipp. Die Funktion klappt noch nicht mit allen TVs, wie unser Test zeigte.

Fazit

Smartphones bieten mittlerweile auf jeden Fall genügend Rechenleistung, um auch Aufgaben, die lange Zeit Computern vorbehalten waren, zu erledigen. Gerade Office-Tätigkeiten lassen sich, sofern Tastatur und Maus angeschlossen sind, problemlos auch auf dem Smartphone erledigen. Auch Videos und Fotos konnten wir im Test deutlich angenehmer – weil erheblich größer – auf dem TV-Gerät ansehen. Einziger Haken: Sie müssen immer einen Adapter beziehungsweise die Dex-Station und im Optimalfall auch Maus und Tastatur dabeihaben. Dennoch: Die Funktion ist durchaus praktisch – und auf jeden Fall einen Selbsttest wert.

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oliver

Oliver Janko   Chefredakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews für die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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