Frankreich: Protestierende Taxifahrer greifen UberPop-Fahrer an

Hartmut Schumacher 26. Juni 2015 1 Kommentar(e)

Der Fahrtenvermittlungsdienst UberPop erhitzt die Gem├╝ter. Vor allem die von Taxifahrern. In Paris und in anderen St├Ądten Frankreichs kam es zu gewaltsamen Protesten.
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Uber Paris

Nicht immer geht es beim Vermitteln von privaten Fahrern so friedlich zu wie auf diesem Werbefoto. In Frankreich haben knapp 3000 Taxifahrer Stra├čenblockaden errichtet, Autos umgest├╝rzt und Reifen in Brand gesetzt, um gegen den Dienst UberPop zu protestieren. (Foto: Uber)

Taxifahrer in Frankreich haben Stra├čenblockaden errichtet, um gegen den Dienst UberPop zu protestieren, der private Fahrer einschlie├člich ihrer Autos an Fahrg├Ąste vermittelt. In Paris blockierten die Taxifahrer die Stra├čen zu den Flugh├Ąfen der Hauptstadt. In Marseilles und in Aix-en-Provence errichteten sie Barrieren, die unter anderem die Ausfahrten der Autobahnen und die Zufahrten zu den Bahnh├Âfen blockierten. Landesweit beteiligten sich knapp 3000 Taxifahrer an diesen Protesten und sorgten dadurch f├╝r erhebliche Verkehrsbeeintr├Ąchtigungen.

Doch damit nicht genug: In Paris st├╝rzten Taxifahrer UberPop-Autos um und setzten Reifen in Brand. Zudem kam es zu t├Ątlichen Auseinandersetzungen zwischen Taxifahrern und UberPop-Fahrern. Berichten zufolge sollen die Taxifahrer sogar zwei UberPop-Fahrzeuge angez├╝ndet haben. Stellenweise mussten Polizisten in Kampfausr├╝stung mit Tr├Ąnengas eingreifen. Nach Informationen der Polizei wurden w├Ąhrend der Proteste 70 Autos besch├Ądigt und sieben Polizeibeamte verletzt. Zehn Menschen wurden festgenommen.

Gesetz des Dschungels?

Frankreichs Pr├Ąsident Fran├žois Hollande sagte am Rande des EU-Gipfels in Br├╝ssel: ÔÇ×UberPop sollte aufgel├Âst und f├╝r illegal erkl├Ąrt werden.ÔÇť Innenminister Bernard Cazeneuve hat UberPop-Vermittlungen im Gro├čraum Paris und in anderen Regionen Frankreichs bereits verboten. Cazeneuve teilte mit, Autos, deren Fahrer sich dem Verbot widersetzten, w├╝rden beschlagnahmt. ÔÇ×Die Regierung wird sich niemals dem Gesetz des Dschungels beugen.ÔÇť

UberPop-Fahrten (die sich ├╝ber eine Smartphone-App buchen lassen) sind oft billiger als Fahrten mit regul├Ąren Taxis. Das liegt unter anderem daran, dass UberPop-Fahrer keine Steuern und Sozialabgaben zahlen m├╝ssen und keine Ausbildung zu absolvieren haben. Daher sehen Taxifahrer in den UberPop-Fahrern eine unlautere Konkurrenz.

Uber Paris

Innenminister Bernard Cazeneuve hat UberPop-Vermittlungen im Gro├čraum Paris und in anderen Regionen Frankreichs verboten. Er sagte: ÔÇ×Die Regierung wird sich niemals dem Gesetz des Dschungels beugen.ÔÇť

Quellen: Reuters, Le Figaro, BFM TV

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Hartmut Schumacher   Redakteur

Hartmut ist ganz vernarrt in Smartphones und Tablets. Allerdings hielt er auch schon Digitaluhren f├╝r eine ziemlich tolle Erfindung. Er betrachtet Gedankenstriche als n├╝tzliche Strukturierungsmittel ÔÇô und schreibt nur gelegentlich in der dritten Person ├╝ber sich selbst.