Der wahre Traum vom ewigen Leben – Teil 3/3

27. Mai 2016 0 Kommentar(e)

In den ersten beiden┬áTeilen zeigten die Altersforscher Kurzweil und de Gray auf, dass ewiges Leben prinzipiell bald m├Âglich ist.┬áIm letzten Teil stellen wir uns die Frage, ob wir ├╝berhaupt unsterblich sein wollen und was die Nachteile w├Ąren.

Halb Mensch, halb Maschine: Als Cyborgs bezeichnet man Menschen, deren K├Ârper dauerhaft durch k├╝nstliche Bauteile erg├Ąnzt werden. Ein ganzer Unterarm als Maschine ist eher einem Roboter zuzuordnen, aber wir werden uns in wenigen Jahren Chips implementieren lassen, die unsere Lebenserwartung drastisch erh├Âhen. Aber ein wenig grsuelig ist das schon (Foto: Shutterstock[fotoslaz])

Halb Mensch, halb Maschine: Als Cyborgs bezeichnet man Menschen, deren K├Ârper dauerhaft durch k├╝nstliche Bauteile erg├Ąnzt werden. Ein ganzer Unterarm als Maschine ist eher einem Roboter zuzuordnen, aber wir werden uns in wenigen Jahren Chips implementieren lassen, die unsere Lebenserwartung drastisch erh├Âhen. Aber ein wenig gruselig ist das schon (Foto: Shutterstock[fotoslaz])

Moralische und soziale Aspekte des ewigen Lebens

Neben der Angst des ewigen Lebens in einem alternden K├Ârper schrecken uns auch noch andere Visionen vor dem Nicht-sterben-k├Ânnen ab. Wenn wir zehn Mal so lange leben wie bisher, dann wird die Erde bald ├╝berv├Âlkert sein. Es sei denn, wir verzichten auf Nachwuchs. Das aber stellt die ganze Evolution auf den Kopf. Sind wir nicht genau deshalb hier auf Erden, um f├╝r Nachwuchs zu sorgen, ├á la longue die Erde mit j├╝ngeren und widerstandsf├Ąhigeren Individuen zu bev├Âlkern als wir es sind? Kann eine Gesellschaft ├╝berhaupt mit der Auflage, keine Kinder bekommen zu d├╝rfen, leben? Es macht einen gro├čen Unterschied, ob ich der Bev├Âlkerung eines Landes vorschreibe, statt zwei Kinder nur mehr eines bekommen zu d├╝rfen, oder statt einem keines mehr.

In nicht einmal 30 Jahren werden wir unser Bewusstsein und unser Wissen in die Cloud auslagern. Wir werden auch andere Clouds anzapfen k├Ânnen. Dann sind wir ÔÇ×allwissendÔÇť. Aber wollen wir das ├╝berhaupt sein? (Bildquelle: shutterstock [Sergey Nivens])

In nicht einmal 30 Jahren werden wir unser Bewusstsein und unser Wissen in die Cloud auslagern. Wir werden auch andere Clouds anzapfen k├Ânnen. Dann sind wir ÔÇ×allwissendÔÇť. Aber wollen wir das ├╝berhaupt sein? (Bildquelle: shutterstock [Sergey Nivens])

Ist das ├╝berhaupt leistbar?

Und ist ein Gesundheitssystem, das 1.000 Jahre alte Leute versorgen muss, ├╝berhaupt leistbar? Es ist ja nicht so, dass der Prozess der Lebensverl├Ąngerung dann weiterhin langsam stattfindet, sondern relativ schnell und er betrifft ja auch nicht einige wenige, sondern fast alle Menschen ÔÇô zumindest jene in den Industrienationen. Da sind wir auch schon beim n├Ąchsten Problem: Was ist dann mit den Bewohnern der Schwellenl├Ąnder? Werden sich diese mit ihrer Situation zufriedengeben? Werden Sie akzeptieren, dass man sich ewiges Leben erkaufen kann ÔÇô wenn man gen├╝gend Geld verf├╝gbar hat?

Und was sagt unser Lebenspartner?

Wie w├╝rde sich so ein langes Leben auf unsere Beziehungen auswirken? Fast 1.000 Jahre mit ein und demselben Lebenspartner zu leben, ist in unserem Gesellschaftssystem unvorstellbar. Wie viele Scheidungen w├╝rde es pro Leben geben? Und wie w├╝rden wir ├╝berhaupt gegen die Langeweile ank├Ąmpfen? Wann w├╝rden wir in den Ruhestand gehen? Und wenn jemand doch Kinder zeugt bzw. zeugen darf, w├╝rde er dann irgendwann einmal Ururururururururenkel haben?

Und w├╝rden wir nicht um vieles ├Ąngstlicher werden als bisher? Mit dem Wissen, 1.000 Jahre oder ├Ąlter werden zu k├Ânnen, w├╝rden wir wohl jede Art von gef├Ąhrlichen Aktionen vermeiden. Denn es ist ja nicht so, dass man nicht doch fr├╝her sterben k├Ânnte. Naturkatastrophen wird es nach wie vor geben und auch gegen Unf├Ąlle sind wird dann zwar sicher besser aber immer noch nicht ganz gefeit. Wer wird sich mit 100 Jahren trauen, auf einen Berg zu klettern? Er k├Ânnte dabei in sehr jungen Jahren durch Leichtsinn ums Leben kommen. Was n├╝tzen ihm dann noch die tr├Âstenden Worte des Pfarrers bei der Beerdigung ÔÇ×Er h├Ątte das ganze Leben noch vor sich gehabt ÔÇŽÔÇť

Hier geht es zu den ersten beiden Teilen:

Der wahre Traum vom ewigen Leben – Teil 1

Der wahre Traum vom ewigen Leben – Teil 2

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Gesch├Ąftsf├╝hrer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spa├č, dass er daf├╝r sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft nat├╝rlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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