Der wahre Traum vom ewigen Leben – Teil 2/3

26. Mai 2016 0 Kommentar(e)

Unsterblichkeit erlangen, das ist ein Ziel, das sich inzwischen viele seriöse Altersforscher setzen. Sie wollen uns beweisen, dass es möglich ist. Im ersten Teil durfte dazu Raymond Kurzweil Stellung nehmen. Nun kommen auch andere zu Wort.

W√ľrmer leben l√§nger

Kurzweil ist nat√ľrlich nicht der einzige Denker, der uns ewiges Leben prophezeit bzw. wissenschaftlich belegen m√∂chte, dass dies m√∂glich ist. So haben Wissenschaftler der ETH Z√ľrich bei drei Versuchstieren, unter anderem bei einem Fadenwurm, von zigtausend Genen jene isolieren k√∂nnen, die f√ľr das k√∂rperliche Altern verantwortlich sind. Und sie haben auch entdeckt, dass sich die¬† Lebensspanne von Versuchstieren verl√§ngert, wenn man nur eines dieser Gene ver√§ndert. Sie hatten beim Fadenwurm die Boten-RNS (Ribonukleins√§ure) der Altersgene blockiert und stellten fest, dass dies sein Leben um mindestens f√ľnf Prozent verl√§ngerte.

Auch de Grey weiß es

Ein weiterer Verfechter ewigen Lebens ist der britische Bioinformatiker Aubrey de Grey. Er stellte fest, dass das Altern und dessen Verlängerung kaum Gegenstand von Biologen und Medizinern ist. Er beschloss daher, sich das entsprechende Wissen autodidaktisch anzueignen.

Auch de Grey ist der Ansicht, dass ewiges Leben in rund 25 Jahren m√∂glich sein werde. Das Grundlagenwissen f√ľr die Entwicklung von Therapien zur Altersbek√§mpfung w√ľrden bereits existieren, sagt er.¬†Immerhin sei laut de Grey das Altern eine der h√§ufigsten Todesursachen. Und man k√∂nne es aufhalten. Man m√ľsse nur die Zellen isolieren, die daf√ľr verantwortlich sind. Am einfachsten, indem man k√∂rpereigene Killerzellen aktiviert.

Der britische Bioinformatiker de Grey studierte Informatik und konzentriert sich w√§hrend seiner Arbeit an der Universit√§t Cambridge auf die Entwicklung von k√ľnstlicher Intelligenz f√ľr Automatisierung. Sein Beweggrund? Er hielt k√∂rperliche Arbeit f√ľr menschenunw√ľrdig. Bildquelle: Sense Foundation// flickr.com

Der britische Bioinformatiker de Grey studierte Informatik und konzentriert sich w√§hrend seiner Arbeit an der Universit√§t Cambridge auf die Entwicklung von k√ľnstlicher Intelligenz f√ľr Automatisierung. Sein Beweggrund? Er hielt k√∂rperliche Arbeit f√ľr menschenunw√ľrdig. Bildquelle: Sense Foundation// flickr.com

De Grey befasst sich aber auch mit den moralischen und sozialen Aspekten des Ewig-Lebens. Ewiges Leben bedeutet f√ľr ihn nicht unendlich, sondern im Schnitt etwa 1.000 Jahre. Und da stellen wir uns nat√ľrlich die Frage, ob dies 940 Jahre Dahinsiechen bedeutet. De Grey glaubt, dass Altern als Krankheit aufzufassen ist ‚Äď und damit kuriert werden kann. Er ist sich bewusst, dass man bestimmte Risiken vermeiden muss, um 1.000 Jahre alt zu werden. Und wir werden uns laufend Kontrollen unterziehen m√ľssen. Doch dazu laufen wir nicht mehr zum Arzt. Wir sind ja digital mit den Gesundheitszentren vernetzt.

Der Jungbrunnen: Diese Gem√§lde von Lucas Cranach dem √Ąlteren stellt die Quelle des ewigen Lebens dar. Wer von diesem Jungbrunnen trinkt, dem verhei√üt der Mythos ewige Jugend oder ewiges Leben. Foto: Wikipedia Lucas Cranach - Der Jungbrunnen (Gem√§ldegalerie Berlin)

Der Jungbrunnen: Diese Gem√§lde von Lucas Cranach dem √Ąlteren stellt die Quelle des ewigen Lebens dar. Wer von diesem Jungbrunnen trinkt, dem verhei√üt der Mythos ewige Jugend oder ewiges Leben. Foto: Wikipedia Lucas Cranach – Der Jungbrunnen (Gem√§ldegalerie Berlin)

Wollen wir das?

Dass wir immer mehr zu Cyborgs mutieren werden, liegt auf der Hand. Ein Smartphone, das wir heute mit uns herumschleppen ist ja auch gewisserma√üen schon ein Teil von uns. Und es ist im Vergleich zu dem, was richtig gro√üe Computer zu leisten imstande sind, ein Rechenzwerg. Laut Mooreschem Gesetz von 1965 verdoppelt sich die Leistung von Computerchips alle ein bis zwei Jahre. Also werden die gro√üen Computer kleiner und leistungsf√§higer und in der Folge zum Teil in unseren K√∂rper transplantiert werden k√∂nnen. Die Frage, die sich uns aufdr√§ngt, ist: Wollen wir das √ľberhaupt? Dass uns etwa eine Maschine befiehlt, ob und wann wir Sex haben sollen. Die Experten sind sicher: Ja, wir werden es wollen m√ľssen, denn eine Alternative wird es nicht geben.

Im ersten der drei Teile befassten wir uns mit dem Zukunftsforscher Raymond Kurzweil. Dieser Teil erschien am 25. Mai.

Im dritten und letzten Teil geht es um die sozialen und moralischen Aspekte des ewigen Lebens. Dieser Teil erschien am 27. Mai.

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Harald Gutzelnig   Herausgeber

Harald hat eigentlich als Herausgeber und Gesch√§ftsf√ľhrer des hinter dem Portal stehenden Verlags gar nicht viel Zeit Artikel zu schreiben, aber es macht ihm so viel Spa√ü, dass er daf√ľr sogar ab und an aufs Schlafen verzichtet. Er hofft nat√ľrlich, dass dieser Schlafentzug seinen Artikeln nicht anzumerken ist.

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