Samsung Galaxy S6 edge+ im Test: Gib dir die Kante!

Martin Reitbauer 1. September 2015 0 Kommentar(e)
Samsung Galaxy S6 edge+ im Test: Gib dir die Kante! Androidmag.de 5 5 Sterne

Zur großen Überraschung  von Presse und Konsumenten bringt Samsung den neuesten Vertreter seiner Phablet-Serie „Note“ nicht nach Europa. Kann das 5,7 Zoll große Galaxy S6 edge+ den Thron des Phablet-Königs erben?

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Ist es das Ende von Samsungs Note-Reihe in Europa? Fans des stiftbewehrten Leistungsprotzes schluckten schwer, als im Zuge von Samsungs letztem Unpacked-Event klar wurde, dass die eben vorgestellte fĂŒnfte Version nicht fĂŒr europĂ€ische KonsumentenhĂ€nde gedacht ist. Die wĂŒrden, so Samsung, den Eingabestift nĂ€mlich kaum nutzen und seien folglich mit einem großformatigen GerĂ€t der S-Serie besser bedient. Dazu kommt, dass die Edge-Variante des Samsung-Flaggschiffs vom letzten Herbst die vom Hersteller erwarteten Absatzzahlen deutlich ĂŒbertroffen hat. Die EuropĂ€er sind offenbar ganz große Fans von geschwungenem Glas. Samsung kombiniert und bringt – nicht ZufĂ€llig noch vor der PrĂ€sentation des neuen iPhones – einen Note-Ersatz mit Kurvendisplay.

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Überraschend leicht und kompakt: Das S6 edge+ ist schmaler, dĂŒnner und leichter als die GerĂ€te der Note-Serie.

Kurvige Schönheit – extralight

Nimmt man das S6 edge+ zur Hand, ĂŒberrascht zunĂ€chst das geringe Gewicht. FĂŒr ein GerĂ€t dieser GrĂ¶ĂŸe (Bildschirm: 5,7 Zoll) sind 153 Gramm sehr leicht – der indirekte VorgĂ€nger Note 4 wiegt 176 Gramm, Erzrivale iPhone 6 Plus immerhin 171 Gramm, obwohl dessen Bildschirm nur 5,5 Zoll groß ist. Das edge+ ist auch kompakter als die Konkurrenten mit gleich großem Bildschirm – auffĂ€llig sind die schmalen RĂ€nder hin zu den seitlichen GehĂ€usekante. Da kommt es schon vor, dass die Finger der haltenden Hand in den ausgeleuchteten Bereich des Displays ragen. Fehleingaben sind aber kein Problem, das edge+ erkennt und ignoriert unabsichtliche BerĂŒhrungen des seitlichen Bildschirmteile sehr zuverlĂ€ssig.

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Darum dreht sich hier alles: der beidseits gebogene Bildschirm. Sieht gut aus und liefert als Draufgabe einige Zusatzfunktionen.

Wozu die Kurven?

Ist der gebogene Bildschirm mehr als ein Design-Element? Samsung beharrt auf der Antwort: Ja. Unter dem Namen „Apps Edge“ hat der Hersteller den seitlichen Bildschirm mit neuen Funktionen versehen. Neben dem Schnellzugriff auf „VIP-Kontakte“ bringt ein gezielter Wisch vom rechten (oder wahlweise auch linken) Bildschirmrand eine frei belegbare Schnellstartleiste fĂŒr Apps zum Vorschein. Außerdem lĂ€sst sich der gebogene Teil des Bildschirms als gedimmte Nachtuhr einsetzten und zeigt Benachrichtigungen, Wetter und News-Feeds an, wenn man lĂ€ngs darĂŒberstreicht (obwohl sich unser TestgerĂ€t beim Erkennen dieser Geste sehr zickig zeigte). Der Rest des Bildschirms ist ĂŒber jede Kritik erhaben: Er ist AMOLED-typisch farbkrĂ€ftig und auch recht hell. Die QHD-Auflösung (2560 x 1440) sorgt fĂŒr eine Pixeldichte von 518ppi, einzelne Pixel lassen sich im Gebrauch höchstens mit den Lupenlinsen einer VR-Halterung Ă  la Google Cardboard wahrnehmen.

Was die Rechner-Hardware angeht, sind zwei Dinge vor allen anderen bemerkenswert: Der herstellereigene Prozessor vom Typ Exynos 7420 und die 4 GB Arbeitsspeicher in der besonders ĂŒbertragungsschnellen LPDDR4-Technik. Die Kombination sorgt fĂŒr Spitzenwerte in den Leistungs-Benchmarks, die bei der Grafik- und Browser Performance höher ausfallen als die des regulĂ€ren Galaxy S6, das „nur“ 3 GB Speicher an Bord hat.

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Das Kameramodul erhebt sich ĂŒber den flachen GlasrĂŒcken. Daneben ist ein (verzichtbarer) Pulsoxymeter platziert.

Ausstattung: Etliche Highlights

Das S6 edge+ kommt mit etlichen Ausstattungshighlights. Dazu zĂ€hlt erstens die lichtstarke 16 MP-Kamera mit optischem Bildstabilisator, die detailreiche Bilder in Kompaktkamera-QualitĂ€t produziert. Zweitens ist da der in den Home-Button integrierte (und schon vom S6 bekannte) Fingerabdrucksensor, der sehr verlĂ€sslich arbeitet und den Bildschirm ohne spĂŒrbare Verzögerung entsperrt. Neu ist die drahtlose Schnellladefunktion, die den 3000mAh großen Akku des edge+ mithilfe eines passenden Ladeadapters in zwei Stunden kontaktlos lĂ€dt. Auf ein weiteres berĂŒhrungsloses Feature des GerĂ€ts, die Mobile Payment-Lösung „Samsung Pay“ mĂŒssen Kunden im deutschsprachigen Raum indes noch warten – die funktioniert vorerst nur nur in den USA, Korea, Spanien und Großbritannien.

Fazit

Das S6 edge+ ist als iPhone 6 Plus – Killer angelegt und wird diesem Anspruch auf der QualitĂ€tsebene auch gerecht. Der beidseits abgerundete Bildschirm ist ein gelungener Design-Akzent, der praktische Nutzen von „Apps Edge“ und Co. hĂ€lt sich aber in Grenzen. Die Tugenden der Samsung S-Serie – brillanter Bildschirm, exzellente Kamera, gute Ausstattung, hochwertige Materialien – werden dennoch mit Sicherheit  viele KĂ€ufer anlocken. Zumindest jene, die sich nicht vom heftigen Verkaufspreis abschrecken lassen.

daumen_hoch
Heller, großer, scharfer Bildschirm
Ausgezeichnete Kamera

 

daumen_runter

Kein SD-Karten-Slot
Sehr teuer

 

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Android
5.1.1
5,7"
2560x1440
Gewicht
153 g
16 MP
5 MP
Kamera
32 GB
GB
Speicher
4 GB
RAM
8x
2,1/1,5 GHz
CPU



OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n,ac) OK Bluetooth 4.2
Abmessungen: : 154.4x75.8x6.9 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 5 Sterne
Akku: 5 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 4 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
66470
 
Grafik:
3208
 
Browser:
5180
 
Akku:
526
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 38/40
 

GerÀtevergleich Rang 1

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Martin Reitbauer   Chefredakteur

Als Chefredakteur von Android Magazin und ANDROID APPS sowie als Redakteur der Plattform-agnostischen Zeitschrift SMARTPHONE ist Martin hauptsĂ€chlich mit den Print-Magazinen des Verlags hinter androidmag.de beschĂ€ftigt. Ab und an bleibt dennoch Zeit fĂŒr einen Blog-Artikel. Neben Android gilt seine Begeisterung GNU/Linux und freier Software ganz allgemein.

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