Das Sony Xperia Z5 im Test

Peter Mußler 24. Oktober 2015 0 Kommentar(e)
Das Sony Xperia Z5 im Test Androidmag.de 5 5 Sterne

Schon wieder ein neues Spitzenschwert aus der japanischen Smartphone-Schmiede: In gewohnt hoher Geschwindigkeit liefert Sony seine alte Königsklasse ans Messer. Der neueste Thronfolger hört auf den Namen Xperia Z5. Wir prüfen seinen Machtanspruch.

Z5_white_group

In Sonys Entwicklungsabteilung muss es heiß hergehen, so hoch wirkt die Taktfrequenz bei den Marktreleases der Top-Telefone aus Japan. Was aber, wenn es am Ende nur die Köpfe der Marketing-Menschen sind, die sich erhitzen, weil mit jedem neuen Namen endlich der große Sprung auf die vorderen Plätze der Verkaufsstatistiken gelingen soll? Wir haben genau geschaut, was am Z5 im Vergleich mit dem Z3+ wirklich neu ist.
Beginnen wir tief im Inneren, beim Herz aus acht Kernen. Das ist absolut das gleiche, Z3+ und Z5 teilen sich den Snapdragon 810 mit 4 x 2 und 4 x 1,5 GHz. In beiden Fällen steht ein 3-GB-RAM und eine Adreno 430 Grafikeinheit zur Seite. Dennoch: Das Z5 erreicht spürbar höhere Leistungswerte, die allerdings unter denen des Z5 Compact (siehe Test S. XY) mit kleinerem Arbeitsspeicher liegen.

Pixel-Boost fürs Auge

Unmerklich verschlankt wurde der aktuelle Flottenkapitän beim Akku (von 2.930 auf 2.900 mAh). Unverändert geblieben im Vergleich zum Vorgänger sind der Umfang des internen Speichers (32 GB, die jetzt aber per SD-Karte nicht mehr nur auf 128 sondern auf 200 GB erweiterbar sind) und die Maße. Lediglich das Gewicht hat einen kleinen Satz um zehn Gramm nach oben gemacht. Zugelegt hat das neue Z-Modell aber auch an anderer Stelle, nämlich beim Auge – zumindest zahlenmäßig. Wo sich bislang knapp über 20 Millionen Pixel drängten, sind es derer nun gar 23 Millionen: auf dem Sensor der Kamera. Dieses Plus steht auf Wunsch bereit. Der Fotograf kann wählen, ob er Bilder mit 8, 20 oder eben 23 Megapixel Auflösung schießen möchte. Die maximale Zahl an Bildpunkten erlaubt aber nur das 4:3-Format. Eine derart hohe Auflösung bringt zwei Probleme mit sich: Erstens neigen die Bilder zum Rauschen, da es zu Interferenzen kommt, die auch die Software nicht zu unterdrücken vermag. Zweitens nimmt die Verarbeitung der riesigen Datenmenge sehr viel Zeit in Anspruch. Für das volle Schnappschuss-Vergnügen sollte außerdem die Auslöseverzögerung noch ein wenig kleiner ausfallen.

Die Maße sind eher kompakt. Weniger gut ist die Anordnung des Lautstärkereglers: dort wo im Bild der Ringfinger liegt und damit zu tief.

Die Maße sind eher kompakt. Weniger gut ist die Anordnung des Lautstärkereglers: dort wo im Bild der Ringfinger liegt und damit zu tief.

 

Schneller Fingerscanner

Wenig Verzögerung gibt es bei der Nutzung des Bauteils, das bei Sony seine Premiere in der Z5-Serie feiert: den Fingerabdrucksensor. Er arbeitet schnell und zuverlässig und befindet sich – das ist galant gelöst – in der Power-Taste. Weniger gut gelungen ist dagegen die Positionierung der Lautstärke-Wippe rechts darunter. Die Finger finden sie nicht intuitiv, zur Regelung des Volumens bedarf es manueller Turnübungen, bei denen das Gerät schnell einmal auf dem Boden landen kann.

Wenn wir uns im imaginierten Rundgang schon beim Rahmen befinden, knüpfen wir dort auch an: Das verwendete Metall mit matter Oberfläche wirkt hochwertig und solide. Das gilt auch für die Abdeckung der Slots auf der linken Seite. Lediglich der mechanische Kamera-Auslöser (im Querformat rechts oben) hinkt ein wenig hinterher, was aber auch an seinen zwei Druckpunkten liegen mag (einen fürs Fokussieren und einen fürs eigentliche Knipsen). Auf der Rückseite labt sich das Auge am matten Glas, dass den Stellenwert des Z5 als Premiumprodukt mit Nachdruck unterstreicht. Lediglich der leicht überstehende Rahmen fällt haptisch auf. Er soll wohl die schlagempfindliche Rückseite vor direktem Kontakt mit der Tischplatte schützen. Nur am Rande: Wie alle Topgeräte von Sony ist auch das Z5 wieder wasser- und staubdicht.

IMG_4265

Was Sony besonders macht: der echte Auslöseknopf unten rechts, der beim Querformat-Foto angenehm oben rechts bereitliegt.

 

High Speed-Ladung

Ansonsten bietet das Z5 die gleichen Features wie das Z3+ und auch das Z5 Compact: WLAN ac, Bluetooth 4.1, NFC und die Qualcomm-eigene Quick Charge-Funktion in Ausbaustufe 2.0. Mit ihr sollen nach 30 Minuten am Kabel wieder 60% Akkupower verfügbar sein. Wir hatten im Test leider auch mit schneller Entladung zu kämpfen. Die kann aber mit dem extrem hellen IPS-Display zu tun haben, dessen Bild traditionell leicht bläulich wirkt.

Wasserdicht auch ohne Abdeckung. Beim Z5 bringt dies Bedienkomfort, da man vor dem Laden nicht immer fummeln muss.

Wasserdicht auch ohne Abdeckung. Beim Z5 bringt dies Bedienkomfort, da man vor dem Laden nicht immer fummeln muss.

 

Fazit

Das Xperia Z5 hat leistungsmäßig gegenüber dem Z3+ noch einmal ordentlich zugelegt, die guten Sony-­Tugenden schickes Design, wasser- und staubdichtes Gehäuse blieben erhalten. Nominell hat sich auch die Kamera weiterentwickelt, wobei die Ergebnisse eher enttäuschten. Eine echte Novität ist aber in Form des Fingerprint-Scanner zu vermelden. Thronfolge ­geregelt, oder?

Sony Xperia Z5 Smartphone (5,2 Zoll (13,2 cm) Touch-Display, 32 GB interner Speicher, Android 5.1) schwarz

Price: EUR 429,95

3.9 von 5 Sternen (201 customer reviews)

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Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 424,00
 
Android
5.1.1
5,2"
1920x1080
Gewicht
154 g
23 MP
5,1 MP
Kamera
32 GB
200 GB
Speicher
3 GB
RAM
4x
1,5 / 2,0 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK Audio OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n,ac) OK Bluetooth 4.1
Abmessungen: : 146x72x7,3 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 5 Sterne
Akku: 5 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 5 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
53858
 
Grafik:
3141
 
Browser:
4298
 
Akku:
558
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 910
Gesamtwertung: 38/40
 

Gerätevergleich Rang 1

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Peter Mußler   Redakteur

Als Ästhet beschäftigt er sich gerne mit formschönen Geräten und Überschriften, so geschmeidig wie ein poliertes Alugehäuse. Als Redakteur für die Magazine des CDA-Verlags taucht er in die Tiefen der Recherche aber auch ab bis zum Grund. Denn: Eine Überschrift alleine macht noch keinen Artikel.