Sony Xperia Tablet Z

1. September 2013 2 Kommentar(e)
Sony Xperia Tablet Z Androidmag.de 5 5 Sterne

Edles Äußeres, potentes Inneres –

ist das ausreichend?

Edle Verarbeitung, schnelle Hardware: Das Sony Xperia Tablet Z ist das bisher beste Gerät der Japaner.

Xperia_Tablet_Z

Das Xperia Tablet Z ist etwas für Sie, wenn Sie…
… wenn Sie ein hochwertig verarbeitetes, schnelles Gerät suchen.

Das Xperia Tablet Z ist nichts für Sie, wenn Sie…
…  wenn Sie ein günstiges Gerät mit vielen Extras wollen.

Die letzten Jahre war Sony immer zu spät dran: Als die Smartphones aufkamen, war Sony wohl noch mit dem Walkman beschäftigt, und in den Folgejahren experimentierten die Japaner zu lange mit Mittelklasse-Geräten. Den Erfolgszug der Tablets verschliefen sie komplett. Zwar gab es in den letzten Jahren Versuche, auf dem Markt Fuß zu fassen, Geräte wie das Tablet P – noch ohne dem Beinamen Xperia – und auch das populärere Modell S floppten allerdings, bzw. brachten nicht den gewünschten Erfolg. Erst mit dem ersten Xperia- Gerät am Tablet-Sektor, dem Xperia Tablet S, gelang der Durchbruch.

Altbekanntes Problem

Trotzdem kämpft Sony mit einem Problem: Bislang fehlten den Tablets der Japaner die Alleinstellungsmerkmale. Samsung hat quasi ein Monopol auf Geräte mit Stylus, ASUS fertigt beliebte Convertibles und Apple hat mit dem iPad ein Trendgerät im Portfolio. Die Japaner haben allerdings einen Plan: Was an herausragenden Merkmalen fehlt, will der Hersteller mit einem überzeugenden Gesamtpaket und edlem Äußeren wettmachen. Das Xperia Tablet Z ist der große Hoffnungsträger des alteingesessenen Technologie-Giganten und soll die Kohlen aus dem Feuer holen.

Ausgezeichnete Verarbeitung

Der erste Eindruck scheint dieses Vorhaben zu bestätigen: Das Tablet Z ist hervorragend verarbeitet – mit nur 6,9 mm ist es eines der dünnsten Tablets auf dem Markt. Optisch setzen die Japaner auf das „OmniBalance“- Design, das schon beim Smartphone der Serie, dem Xperia Z, zum Einsatz kommt. Einziger Unterschied: Die verwendeten Materialien. Das Gehäuse des Tablets besteht „nur“ aus Polycarbonat, dank einer speziellen Beschichtung vermittelt der Kunststoff aber einen hochwertigen Eindruck, außerdem kommt die Mischung der Gewichtsreduktion zugute: Mit nur 495 Gramm ist das Tablet Z ein wahres Fliegengewicht – unnötig zu betonen, dass sich die fehlenden Gramm positiv auf das Handling auswirken. Auch bei längeren Reisen oder Spiele-Sessions fällt das Tablet nicht zur Last.

Verarbeitung: Sony setzt auf Polycarbonat. Dank einer speziellen Beschichtung vermittelt der Kunststoff aber einen hochwertigen Eindruck.

Verarbeitung: Sony setzt auf Polycarbonat. Dank einer speziellen Beschichtung vermittelt der Kunststoff aber einen hochwertigen Eindruck.

Eine Besonderheit im Vergleich mit Geräten anderer Hersteller findet sich bei näherer Betrachtung des Tablets dann doch: Als erstes Unternehmen fertigt Sony mit dem Z ein wasserdichtes und staubgeschütztes Tablet, nach der Zertifizierung IP 55/57. Inwieweit ein Tablet wasserdicht sein muss, ist eine andere Frage – kaum ein Käufer wird mit einem teuren Gerät wie diesem die Probe aufs Exempel machen.

Buttons: Die einzig physischen Tasten am Tablet Z sind der On/ Off-Button und die Lautstärkewippe. Beide sind geschickt positioniert und sitzen bombenfest im Rahmen.

Buttons: Die einzig physischen Tasten am Tablet Z sind der On/ Off-Button und die Lautstärkewippe. Beide sind geschickt positioniert und sitzen bombenfest im Rahmen.

Laden per microUSB-Anschluss

Wie dem auch sei, Sie erkennen die undurchlässige Verarbeitung sofort an den Abdeckungen, die sämtliche Slots und Auslassungen zuverlässig schützen: Neben dem Kopfhörereingang am linken Rahmen lassen sich auch die microUSB-Buchse und der microSD- bzw. SIM-Karten-Slot zustöpseln. Und ja, Sie haben richtig gelesen: Das Xperia Tablet Z wird über ein handelsübliches microUSB-Kabel mit Strom versorgt. Die Zeit der proprietären Stecker geht also definitiv zu Ende, neben Sony setzt immerhin auch Samsung bereits auf microUSB-Slots bei Tablets. Die Hersteller scheinen die Zeichen der Zeit damit endlich zu erkennen, ein Ladekabel für sämtliche Devices steigert den Komfort ungemein.

Abdeckungen: Damit Wasser und Staub nicht in das Tablet eindringen können, versieht Sony die Slots mit Abdeckungen. Auf Dauer ist das Auf- und Zustöpseln ein wenig nervig.

Abdeckungen: Damit Wasser und Staub nicht in das Tablet eindringen können, versieht Sony die Slots mit Abdeckungen. Auf Dauer ist das Auf- und Zustöpseln ein wenig nervig.

Starke Hardware

So viel zum Äußeren, letztlich zählt aber vorwiegend das Innere – und das kann sich sehen lassen. Sony spendiert dem neuen Flaggschiff einen Snapdragon S4 Pro-Prozessor aus dem Hause Qualcomm. Der leistungsfähige Chip ist mit 1,5 GHz getaktet und wird von 2 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Die Zusammenarbeit der beiden Bauteile funktioniert prächtig, das Tablet Z lässt sich keinerlei Schwächen anmerken. Full HD-Videos, grafikintensive Spiele, dauerhaft laufende Apps: Alles kein Problem, das Gerät arbeitet klaglos vor sich hin – im direkten Vergleich sogar noch ein wenig flüssiger als das Smartphone-Modell, obwohl die verbaute Hardware die Gleiche ist. Diese starke Leistung bezeugen auch die Benchmark-Ergebnisse: Mit 20.333 Punkten beim bekannten AnTuTu Benchmark positioniert sich das Tablet Z im absoluten Spitzenfeld, kein anderes Tablet weist einen höheren Wert auf.

Einzig das Galaxy Note 10.1 und das Transformer Pad TF700T von ASUS schreiben mit rund 1.500 Punkten weniger in ähnlichen Regionen an. Zum Ablegen von Daten stehen dem Anwender je nach Version 16 bzw. 32 GB Festspeicher zur Verfügung. Solide präsentiert sich auch der Akku: Mit 6.000 mAh kommen Sie einen durchschnittlichen Arbeitstag locker über die Runden, bis zu sieben Stunden surfen, Mails checken oder Dokumente bearbeiten waren im Test kein Problem. Performanceintensive Anwendungen fordern schneller ihren Tribut – schon nach vier Stunden Zocken streckte das Z alle Viere von sich.

Fernbedienung: Dank einer vorinstallierten App können Sie mit dem Xperia Tablet Z Ihr Smart TV fernbedienen. Die Einrichtung ist dabei kinderleicht, eine praktische Sache.

Fernbedienung: Dank einer vorinstallierten App können Sie mit dem Xperia Tablet Z Ihr Smart TV fernbedienen. Die Einrichtung ist dabei kinderleicht, eine praktische Sache.

Kraftlose Farben, hohe Auflösung

Beim Display dasselbe Bild wie beim Prozessor: Sony vertraut bekannter Hardware und verbaut beim Tablet den gleichen Bildschirm wie beim Smartphone der Z-Serie, mit 10,1 Zoll ist er allerdings mehr als doppelt so groß. Die Technologie bleibt ident: LED-LCD mit Full HD-Auflösung, also satten 1920 x 1080 Pixeln und einer Pixeldichte von 224 ppi. Da verwundert es auch nicht, dass die BRAVIA Engine 2 ebenfalls mit an Bord ist. Diese soll durch Software-Algorithmen die Qualität von Fotos und Videos verbessern – in der Praxis gelingt das nur bedingt. Der Bildschirm kämpft mit einer leicht ausgebleichten, kraftlosen Farbdarstellung – ein Umstand, den wir auch schon beim Xperia Z bemängelten. Besser gelöst hat Sony dafür die Blickwinkelstabilität: Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt das Display allerdings zu stark. Somit eignet sich zwar das Gehäuse für die meisten Outdoor-Einsätze, der Bildschirm allerdings nur bei Bewölkung.

Zwei HD-Kameras

Mit 8,1 Megapixeln positioniert sich das Tablet Z in Bezug auf die Kamera im Spitzenfeld. Der Sensor reagiert zügig, die Aufnahmen präsentieren sich akzeptabel. Von einem Tablet kann und wird man aber ohnehin nicht mehr erwarten als ordentliche Aufnahmen. Nützlich sind die implementierten Features: Mit Hilfe des Überlegene Automatik“-Modus stellt sich der Sensor automatisch auf die Umgebungsverhältnisse ein, erfahrenere Fotografen legen die Einstellungen dank zahlreicher Möglichkeiten selbst fest. Videos lassen sich in Full HD-Auflösung aufnehmen, ein HDR-Modus ist ebenfalls an Bord. Die Frontkamera ist einzig für Videochats gedacht, mit 2,2 Megapixeln ist ein sonstiger Einsatz auch kaum sinnvoll. Theoretisch können Sie aber auch mit der vorderseitigen Kamera Videos mit 1080p aufzeichnen.

Kamera: Die 8,1 Megapixel-Kamera schießt ordentliche Fotos, mehr aber auch nicht. Nützlich sind die zahlreichen vom Xperia Z bekannten Einstellungsmöglichkeiten.

Kamera: Die 8,1 Megapixel-Kamera schießt ordentliche Fotos, mehr aber auch nicht. Nützlich sind die zahlreichen vom Xperia Z bekannten Einstellungsmöglichkeiten.

Die Software

Auch das neueste Gerät der Japaner kommt mit der bekannten Oberfläche, die jedoch in einigen Details verbessert wurde. Grundsätzlich liegt dem Tablet Z Android 4.1.2 zugrunde, Sony verändert die native Optik aber geringfügig. Der markanteste Unterschied: Die untere Leiste fungiert sowohl als Benachrichtigungszentrale als auch als Schnellstartmenü für vorinstallierte Apps. Die nützlichen Tools – wie einen Rechner, eine Notiz-App oder einen Recorder – rufen Sie jederzeit über das Menü auf, die gewählte „Small App“ – so nennt Sony die kleinen Helferlein – platzieren sich über laufenden Anwendungen. Außerdem finden Sie hier die virtuelle Fernbedienung vor, auf die wir weiter unten noch genauer eingehen. Auf der linken Seite der Leiste sind die typischen Software-Tasten für „Zurück“, „Home“ und „kürzlich geöffnete Apps“ positioniert. Insgesamt ist die Oberfläche gelungen, die Entwickler ließen sich offensichtlich von Android 3.x inspirieren – keine schlechte Wahl, die Bedienung ist intuitiv und simpel gelöst.

Die Oberfläche orientiert sich am nativen Android 3.x, die Optik punktet durch Zurückhaltung

Die Oberfläche orientiert sich am nativen Android 3.x, die Optik punktet durch Zurückhaltung

Keinesfalls fehlen dürfen natürlich die Apps des Herstellers. Das Tablet ist mit allem gefüllt, was den Japanern zur Verfügung stand. In die Kategorie „unnötig“ fallen dabei Anwendungen wie Sony Select, Play-Memories Online oder ohnehin kostenlose Spiele wie Angry Birds oder Temple Run. Weitaus sinnvoller ist die bereits erwähnte integrierte Fernbedienung. Damit bedienen Sie Ihr Smart TV, die Einrichtung erledigt das Tablet dabei mehr oder weniger selbstständig. Sie müssen nur die Marke und die Typenbezeichnung Ihres Fernsehers einspeisen. Mit einem Tipp auf das Symbol in der unteren Leiste öffnen Sie die Fernbedienung, ganz gleich, ob Sie sich gerade in einer anderen Anwendung oder auf dem Homescreen befinden. Einziger Kritikpunkt: Die Anwendung funktioniert in der Vollansicht nur im Querformat, das macht die Bedienung recht unhandlich.

Zum Individualisieren stehen zahlreiche Widgets und Designs zur Auswahl.

Zum Individualisieren stehen zahlreiche Widgets und Designs zur Auswahl.

Schnellstartleiste: Hier finden Sie nützliche Tools wie einen Rechner, eine Notiz- App oder die Fernbedienung. Sie können Apps beliebig aus der Leiste entfernen oder hinzufügen

Schnellstartleiste: Hier finden Sie nützliche Tools wie einen Rechner, eine Notiz- App oder die Fernbedienung. Sie können Apps beliebig aus der Leiste entfernen oder hinzufügen.

Fazit

Der Plan geht auf: Sony bringt mit dem Xperia Tablet Z ein solides Gerät, das sich vor allem in Bezug auf die Performance problemlos im Spitzenfeld positioniert. Die Frage ist, ob das reicht: Ohne herausragende Alleinstellungsmerkmale könnte das Z im dichten Tablet-Dschungel verloren gehen – ein Problem, mit dem Sony Erfahrung hat. Käufer dürfen sich allerdings über eines der derzeit besten Tablets freuen, Abstriche gibt es nur beim Display.

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Potente Hardware, gute Kamera
  • Stark spiegelndes Display
  • Kein Alleinstellungsmerkmal
Aktueller Preis auf Amazon:
EUR 149,80
 
Android
4.1.2
10"
1920x1080
Gewicht
495 g
8 MP
2,2 MP
Kamera
16 GB
GB
Speicher
2 GB
RAM
4x
1 GHz
CPU



OK MicroSD OK USB OK GPS OK HSPA+ OK NFC OK WLAN (a,b,g,n) OK Bluetooth 4.0
Abmessungen: : 266x172x6,9 (in mm - Höhe x Breite x Tiefe)

Display: 5 Sterne
Speed: 5 Sterne
Akku: 4 Sterne
Verarbeitung: 5 Sterne
Ausstattung: 5 Sterne
Design: 5 Sterne
Haptik: 5 Sterne
Kamera: 5 Sterne
Leistung:
20333
 
Grafik:
794
 
Browser:
2333
 
Akku:
594
 
Max. 80627
Max. 4942
Max. 7176
Max. 900
Gesamtwertung: 38/40
 

Gerätevergleich Rang 3

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oliver

Oliver Janko   Redakteur

Studiert in Wien und schreibt Reportagen, Tests und Reviews für die Printausgaben des Verlags. Bei Fragen – Facebook, Google+ und Co. sind allzeit bereit.

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